Transhumanz: Jahrhundertealte Tradition im Schnalstal

Der Schafübertrieb vom Südtiroler Schnalstal ins Nordtiroler Ötztal, auch Transhumanz genannt, ist einer der beeindruckendsten und lebendigsten Traditionen der Europaregion. Die Bauern führen ihn auch heute noch unverändert wie seit Jahrhunderten durch. Das Euregio-Filmteam hat die Hirten auf ihrem Weg von Kurzras über die Schutzhütte „Schöne Aussicht“ bis nach Tirol begleitet.

 

 

Jedes Jahr im Juni kommen die verschiedenen Hirten mit ihren Schafen aus dem Vinschgau und Schnalstal zusammen und ziehen gemeinsam über das Hochjoch und das Niederjoch. Das Ziel sind die Südtiroler Almgründe im Venter Tal in Österreich. Diese gehören den Schnalser Bauern. Der Übertrieb beginnt in Kurzras am Ende des Schnalstals. Die Schafherde mit bis zu 1.500 Schafen startet um ca. 5.00 Uhr, wandert bis zur Hütte „Schöne Aussicht“ und steigt dann zu den Südtiroler Almgründen im Venter Tal in Österreich ab. Insgesamt legen Mensch, Vieh und Hund 44 Kilometer in einem 2-Tages-Marsch zurück. Die Transhumanz ist auf der Warteliste für das Weltkulturerbe der UNESCO.

Das Wort „Transhumanz“ bedeutet „auf die Gebirgsweide führen“ und geht auf Französisch „transhumer“ also „wandern von Herden“ zurück. Eine andere Deutung bezieht sich auf Lateinisch trans- und humus und wird mit „jenseits der bebauten Erde“ übersetzt. Die transhumante Hütehaltung ist an Räume gebunden, die eine Wanderung zwischen zwei klimatisch unterschiedlichen und nur saisonal nutzbaren Grasgebieten auf verschiedenen Höhenlagen ermöglichen.

Termine und weitere Informationen zum Schafübertrieb im Juni und zum Almabtrieb im September gibt es bei der offiziellen Tourismusinformation Schnalstal >> https://www.merano-suedtirol.it/de/schnalstal


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