Roberto De Martin

Präsident Film Festival Trento

Roberto De Martin ist seit November 2011 Präsident des renommierten Film Festivals Trient. Das Filmteam der Europaregion hat ihn mitten im Film Festival besucht und konnte einen Blick hinter die Kulissen dieser einzigartigen cinematografischen Veranstaltung werfen. Auch konnten wir uns mit ihm über die Zusammenarbeit mit den anderen Filmfestivals in der Europaregion, Bozen und Innsbruck, unterhalten.

 

 

Roberto De Martin sucht bewusst die Zusammenarbeit mit den anderen großen und kleinen Filmfestivals in der Europaregion, wie beispielsweise jenem in Bozen und Innsbruck. Aber nicht nur deshalb hat sich das Trento Film Festival in den 62 Jahren seines Bestehens zum renommierten Bergfilmfestival entwickelt. Die Erfolgsfaktoren sind sicherlich in der internationalen Ausrichtung zu suchen. Denn das Filmfestival hat sich zu einem Treffpunkt von Alpinisten, Cineasten und Literaturexperten entwickelt.

Wichtig sei aber auch, so De Martin, dass das Festival nicht nur den Berg, sondern auch die Themen Abenteuer und Expeditionen in den Mittelpunkt rücke. Damit steigt es zu einem Kulturfestival auf, das die Entwicklung von neuen Berufen in einer Region ermöglicht und den Einheimischen so manche Chance bietet, sich in diesem Bereich zu etablieren. Für De Martin geht es darum, die positiven Werte einer Bergregion zu vermitteln. Denn eine Bergregion, in der das Leben nicht immer einfach ist, fordere den Menschen positiv heraus, lasse Fantasie und Kreativität entstehen.
Brixen im Eisacktal ist für De Martin sein Lieblingsort in der Europaregion und zugleich die schönste Stadt Europas. Zitat: „Meine fünf Enkel, die hier geboren wurden, sind sehr privilegiert, auch wenn ihnen das nicht immer bewusst sein mag“.

Das Bergfilm Festival in Trient ist das Älteste seiner Art und eines von mittlerweile 20 weltweit. Tausende von Bergfreunden werden nicht nur von den Filmvorführungen angezogen, sondern auch von Vorträgen und Begegnungen mit den Größen der italienischen und internationalen Alpinismusszene, die im Himalaya, in den Anden und im Karakorum die höchsten, unzugänglichsten Gipfel erobert haben. Parallel zum  TrentoFilmFestival findet MontagnaLibri statt, eine internationale Bergbuchausstellung.

Heuer feierte das TrentoFilmFestival sein 62-jähriges Jubiläum, ein großes Happening des Berg-, Alpinismus- und Abenteuerfilms, das vom 24. April bis zum 4. Mai im Auditorium des Centro Santa Chiara, in den Kinos und an anderen Locations in Trento stattfand.
Im Mittelpunkt des Festivals stehen von Hunderten von Filmemachern aus aller Welt gedrehte Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme, die das Publikum mit Bildern und Erzählungen aus der Hochgebirgswelt in Bann ziehen. Und eben das Publikum entscheidet über die Vergebung von zwei Preisen, einem für einen Spielfilm und einem für einen Film zum Thema Alpinismus.
Die anderen Preisträger werden von einer internationalen Jury bestimmt, der eine sicher nicht leichte Aufgabe zukommt. Hauptpreis ist der Gran Premio Città di Trento, mit dem der absolut beste Film ausgezeichnet wird. Außerdem werden der Preis des Club Alpino Italiano für den besten Berg- und Alpinismusfilm, der Preis der Stadt Bozen für den besten Bergsport-, Forschungs- oder Abenteuerfilm und der Jurypreis vergeben.

Wie bereits erwähnt, ist das Festival das Älteste seiner Art auf der Welt. Über Jahrzehnte hat es traditionelle Bergfilme gezeigt und nimmt sie auch heute noch gerne ins Programm auf. Aber es öffnet sich gleichzeitig immer mehr einem anderen, moderneren Zugang. Das Festival sucht nach Filmen, die traditionelle Geschichten gut erzählen: der Berg als Wettkampfort, als Spielplatz, als Ort heroischer Taten. Aber immer öfter wiederholen sich die Inhalte, die Helden, die Tragödien oder die Erfolge sind repetitiv und austauschbar. Irgendwann sind diese Filme nicht mehr innovativ. Das Trento FilmFilmfestival sucht deshalb immer mehr nach Filmen, die einen kulturellen, einen gesellschaftspolitischen Anspruch haben oder eine soziale Dimension thematisieren, ein Thema hinter den Bildern aufwerfen. Das Publikum soll  auch mit radikalen Auseinandersetzungen zum Thema Landschaft und Berg konfrontiert werden und die Faszination der Berge auf unterschiedliche Weise erfahren.

Das Trento Film Festival zählt seit 1998 neben der Stadt Trento und dem Italienischen Alpenverein auch die Stadt Bozen zu seinen Gründungsmitgliedern, in Zusammenarbeit mit den Bibliotheken des Italienischen Alpenvereins CAI - Sektion Bozen und dem Alpenverein Südtirol. Die Zusammenarbeit mit dem FilmFestival Bozen ist traditionell gut; mittlerweile begibt sich das Trento FilmFestival für zwei Tage nach Bozen und präsentiert dort die Siegerfilme. Außerdem werden ständig Filme ausgetauscht.

Mit dem Filmfestival IFFI Innsbruck besteht ebenfalls eine rege Zusammenarbeit, die sich heuer konkret im IFFI-Campus niederschlägt. Junge Filmschaffende aus der Europaregion können in einem eigens konzipierten Campus von renommierten Regisseuren lernen und sich so auf die Arbeitswelt in der Filmindustrie bestens vorbereiten.

Unter der Koordination des Gemeinsamen Büros der Europaregion soll die Zusammenarbeit zwischen den drei Filmfestivals in Zukunft noch stärker ausgebaut werden, um speziell lokale Produktionen besser zu unterstützen und zu fördern, auch unter Ausnutzung von gemeinsamen Ansuchen für EU-Programme.

KONTAKT & WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

Trento Film Festival
Via S. Croce, 67
38122 Trento
Tel: +39 (0461) 986120
Fax: info@trentofestival.it

>> Presseartikel im "Brixner"


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