Online-Tagebuch Zug nach Galizien

Am 16. Oktober 2014 sind 400 Schülerinnen und Schüler mit 100 Begleitpersonen - Lehrer, Historiker, interessierte Personen - mit einem Sonderzug vom Bahnhof Brenner aufgebrochen, um sich von Krakau aus auf die Spurensuche nach dem Ersten Weltkrieg in Galizien zu begeben. Dort sind 1914 über 42.000 Tiroler Soldaten aus allen drei Landesteilen in das ehemalige Kronland Galizien aufgebrochen, um an der Ostfront gegen das russische Zarenreich zu kämpfen. Über 12.000 Soldaten sind gefallen, weitere 18.000 kehrten nur mehr als Kriegsinvalide oder Jahre später abgezehrt und krank aus russischer Gefangenschaft in Sibirien zurück.

Das online-Tagebuch zum Euregio-Zug "100 Jahre Erster Weltkieg - Zug nach Galizien" wurde von den Schülerinnen und Schülern der Klasse 5c der HLW Kufstein und ihren Professoren Martin Knapp und Christine Ankele betreut.

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Gesamtresümee

Die Freude war groß, als wir erfahren haben, dass wir ausgewählt wurden am Gedenkzug nach Galizien teilzunehmen. Sofort danach haben wir genauere Informationen über den 1. Weltkrieg eingeholt.

Neben unseren Geschichtestunden besuchten wir in der letzten Schulwoche das Zeughaus in Innsbruck, das Tirol Panorama und eine Veranstaltung zum 1. Weltkrieg in Hopfgarten/Brixental. Somit waren wir auch auf den Vortrag an der Universität Krakau zum Thema „Tiroler Frauen im Krieg“ bestens vorbereitet.

Zu Hause hatten wir bereits die Möglichkeit in Originaldokumente, wie Kriegstagebücher und Briefe an die Daheimgebliebenen, Einsicht zu nehmen. Das waren für uns sehr emotionale Augenblicke.

Unsere Erwartungen stiegen von Tag zu Tag und wir freuten uns sehr als die Reise nach Galizien endlich losging. Während der Fahrt nach Polen verwandelten die temperamentvollen Südtiroler und Trentiner den Gedenkzug in einen Partywagon und tanzten durch die Gänge. Wir gingen jedoch schon zu früher Stunde zu Bett, denn der Tag war sehr anstrengend.

In Krakau angekommen, musste alles schnell gehen. Vollgepackt mit unseren Reisetaschen machten wir uns auf den Weg zum Hostel Yellow, das uns überraschend gut gefiel.

Bewährt haben sich unsere rot-weiß-roten Halstücher, mit dem originalen Tiroler Kaiserjäger Edelweiß. Damit erregten wir viel Aufmerksamkeit und man konnte uns sofort erkennen. Von Krakau waren wir sehr beindruckt. Bewegend war auch die Gedenkfeier am Marktplatz.

Erdrückend empfanden wir eher jenen Moment, als wir an der ukrainischen Grenze standen. Besonders, als wir dort Jugendliche in militärischen Uniformen marschierend sahen, wurde uns die Ernsthaftigkeit und die Nähe des ukrainischen Konflikts bewusst.

Bewegend war die sehr schlichte Feier am Soldatenfriedhof Brylince. Etwas nachdenklich haben wir dann die Rückfahrt nach Krakau angetreten.

ZUSAMMENFASSEND haben wir noch einige Statements von unseren MitschülerInnen eingeholt:

Clemens Stoll:

„Die Stadtbesichtigung hatte es in sich. Veronika, Lukas und ich mussten kurzzeitig bei der Polizei vorsprechen. In diesem Zusammenhang verloren wir unsere Gruppe und etwas Angst machte sich in uns breit – verloren in einer fremden Stadt.“

Nadine Krainthaler:

„Mir hat die Gedenkfeier auf dem Soldatenfriedhof Brylince besonders gut gefallen. Die Idee mit den Kerzen fand ich nett. Allerdings hat mir ein gemeinsames Gebet gefehlt. Ich denke, das hätte schon sein sollen.“

Anna Steiner:

„Das Projekt „Gedenkzug nach Galizien“ war für mich sehr interessant. Besonders gut gefiel mir die Gedenkzeremonie am Hauptplatz von Krakau. Die Zugfahrt war sehr lustig, aber auch anstrengend. Etwas stressig war, dass wir einen fast zu ausgefüllten Terminkalender hatten.“

Vanessa Seiwald:

„Besonders gut hat mir die Stadt Krakau und der Gedenkakt am Marktplatz gefallen. Ein wenig schade fand ich, dass uns Schülern nicht mehr über die Geschichte des 1. Weltkriegs in dieser Region erzählt wurde.“

Katharina Schreder:

„Die Gedenkfeier am Marktplatz war sehr ergreifend und emotional. In der Unterkunft haben mir die Sterne gefehlt.“

Johanna Widmann:

„Die Reise habe ich sehr interessant gefunden. Die Gedenkfeiern am Marktplatz und am Soldatenfriedhof waren sehr bewegend. Von dieser Reise habe ich für mich selber viel mitnehmen können.“

Sophia Schlenz:

„Die Gedenkfahrt nach Galizien bleibt mir vor allem durch die ergreifende Feier am Marktplatz in guter Erinnerung. Auch der Film „Der stille Berg“ berührte mich sehr. Mit der Informationsweitergabe unseres Guides hatten wir so manche Probleme und irrten teilweise durch die Stadt.“

Melanie Oberhofer:

„Ich bin sehr froh, die Erfahrung dieser Reise gemacht haben zu dürfen. Die Tage in Krakau waren sehr bewegend vor allem die Gedenkfeiern aber auch die Kriegsschauplätze. Es war eine gute Idee alt und jung mit einzubeziehen. Persönlich nehme ich sehr viel mit aus dieser Reise.“

21.10.2014 - Überraschende Ankunft in Innsbruck

Klasse 5C der HLW Kufstein und ihre Professoren Martin Knapp und Christine Ankele

 

Irgendwo auf der Strecke muss wohl auch das Zugpersonal zugestiegen sein. Wir sind verdächtig lange im Bahnhof Petrovic auf Gleis 37 gestanden. Möglicherweise ist hier auch der Reserve-Lokführer zugestiegen. Genaueres haben wir nicht erfahren.

Die Deckenausgabe hat wie angekündigt um 2 Uhr morgens stattgefunden. Jetzt kehrte endlich Ruhe im Zug ein.

Noch nicht ganz wach, ertönt plötzlich der Lautsprecher im Zug: „Wir bleiben in Innsbruck stehen!“.

Es muss alles schnell gehen: Schlafsäcke zusammenrollen, Katzenwäsche ist angesagt und das Frühstück fällt aus.

Auch unser Guide wurde von dieser Ansage im Schlaf überrascht. Es blieb noch Zeit für eine kurze Verabschiedung bei den neu gewonnenen Freunden. Wir tauschen noch in Eile unsere Email-Adressen und Telefonnummern aus und schon heißt es: „Hauptbahnhof Innsbruck, in Fahrtrichtung links aussteigen!“

Eine schöne und interessante Reise ist für uns Schüler und Schülerinnen der HLW Kufstein geht zu Ende.

Wir werden unsere Reiseeindrücke noch einmal in einem Resümee zusammenfassen und euch im Tagebuch daran teilhaben lassen.

Wir bedanken uns bei Herrn Landeshauptmann Günther Platter, dass wir im Gedenkzug mitfahren durften, und mit vielen neuen Eindrücken nach Hause kommen, die wir jetzt verarbeiten werden.

Ein besonderer Dank auch an Herrn Generalsekretär Fink, seinem Mitarbeiter Emanuel Aichner und dem Organisationsteam DEINA für die wertvolle Unterstützung, Beiträge und die Betreuung während unseres Aufenthalts in Galizien.

An euch alle: Wir freuen uns über die zahlreichen Zugriffe auf unser Online-Tagebuch.

 

Klasse 5C der HLW Kufstein und ihre Professoren

20.10.2014  Do widzenia Krakau!

vom Redaktionsteam HLW Kufstein

 

Die schönen Tage in der heimlichen Hauptstadt Polens gehen zu Ende mit einem lachenden Auge, weil es nach Hause geht und einem weinenden Auge, weil uns die Berge nach Hause rufen.

Was hat sich alles ereignet: Wir haben länger schlafen dürfen, Gott sei Dank holt uns der Wecker bei Tagesanbruch aus den Federn. Einigermaßen wach, haben wir in Ruhe gefrühstückt, aber plötzlich wurde es stressig. „ Rucksäcke vor die Tür, Betten abziehen, Abmarsch zur Universität!“.

Alle Vorträge im Audimax waren beeindruckend. In der anschließend lebhaften Diskussion gab es viel Lob darüber, wie sich die Jugendlichen eingebracht haben. Aussagen wie „diese Jugend nimmt uns die Angst vor der Zukunft“, „dankbar dabei gewesen zu sein“, „das Weitertragen des europäischen Gedankens“, „die Reise hat uns zum Nachdenken angeregt“, wenngleich auch manchen die Brücke zwischen den Generationen gefehlt hat. Wieder andere warfen ein, dass das Miteinander zwischen den Volkgruppen hätte besser sein können.

Die Veranstaltung ist ihrem Auftrag „Gedenken und Erinnern“ gerecht geworden.

Den Rest des Tages verbrachten wir noch in der Stadt mit Shopping, Museumsbesuchen im Ghetto von Krakau und zuallerletzt mit einer nostalgischen Fahrt in einer weißen Kutsche.

Der Abschied steht bevor und wir bereiten uns auf die Rückreise vor. Die mannshohen Rucksäcke sind gepackt, alle Einkäufe getätigt und Thomas drängt zum Aufbruch. Jetzt wird es langsam stressig. Toni wollte noch schnell für sein Abendessen vorsorgen. In der Eile entfielen ihm die sorgfältig eingeübten polnischen Worte. Trotz nonverbaler Kommunikation war das Ergebnis nicht berauschend. Er wollte eigentlich nur eine einzige Wurstsemmel kaufen, er konnte es nicht fassen, er bekam ein Blatt Extrawurst verpackt. Es fehlen ihm die Worte – 0,23 Zloty.

Aber die Überraschungen gehen nicht aus. Mit unseren schweren Rucksäcken treten wir einen eigenartigen Heimweg an. Wir kreuzen viele Straßen und gingen unter der Last der schweren Rucksäcke fast zu Boden und der Bahnhof war schon in Sicht. Plötzlich hieß es „Stopp“. Ein Bus wird kommen, wir wissen nur nicht genau wann dieser kommt und wohin dieser fährt.

Es ist soweit, man glaubt es kaum, der Bus taucht auf, der Fahrer springt heraus, Thomas in höchster Aufregung „Schnell einsteigen, wir fahren zum Bahnhof“, mussten aber um die Ecke das Gepäckskoffer wieder ausladen. Es war tatsächlich ein logistisches Problem. 200 Mann auf dem Zebrastreifen.

(Sorry – kurze Unterbrechung für ein Interview. )

Jetzt geht’s weiter.

Wir mussten auf dieser Position verharren, bis endlich der erlösende Anruf kam, dass unser Zug nun bereitgestellt ist.

Thomas nahm die Funktion des Fahrdienstleiters ein: „Bitte rasch einsteigen und Türen schließen“. Ein letztes Problem möchten wir noch beleuchten. Das Zählen von Abteil 1 bis 9 ließ noch einmal Zweifel aufkommen, die dadurch verstärkt wurden, dass keine Decken und Kissen an Board sind. Thomas meint, er möchte diese auf dem Weg zum Brenner persönlich zuladen. Es ist bereits 22 Uhr und wir hoffen, dass wir bald am Verladebahnhof einen Zwischenstopp einlegen.

Ein herzliches Danke und ein großes Kompliment an Herrn Emanuel Aichner, dem es immer wieder gelungen ist, die technischen Barrieren zu überwinden und unser Tagebuch rechtzeitig vor dem Frühstück ins Netz zu stellen.

Wir melden uns morgen ein letztes Mal vom Brenner.

Pfiat enk, ciao und aufs Wiedersehen!

 

Euer Tagebuchteam

PS: Die Decken werden gegen 1 Uhr zugeladen (nicht gesicherte Information durch Anna).

PS2: Neue Durchsage: „Wir entschuldigen uns für das Versehen, die Decken sind eingesperrt und wir haben keinen Schlüssel. In Breslau wird der Schlüssel zugeladen und um 2 Uhr morgens ist die Deckenausgabe vorgesehen – vorausgesetzt müssen die Fahrtroute nicht ändern.“

19.10.2014 – Tag 4 Nachmittag in Przemysl

vom Redaktionsteam HLW Kufstein

 

Die Weiterfahrt verlief nicht ganz stressfrei, weil einem Schüler die Busfahrt nicht gut bekommen ist und wir eine ungeplante Pause einlegen mussten.

Kurz danach brauchte der Busfahrer eine Fahrtunterbrechung, für die Dauer einer halben Stunde, was zu mehreren Verwicklungen führte. (ACHTUNG Unterbrechung – im Moment ist die Gefahr sehr groß, dass wir von der Polizei rechts herangebeten werden.)

Wir können wieder aufatmen, normale Geschwindigkeit ist wieder angesagt und wir sind unterwegs in Richtung Fort Salis im Dorf Siedliska bei Przemysl. Hier wandern wir gemütlich bis zur ukrainischen Grenze, die oberflächlich betrachtet mit einem Maschendrahtzaun gesichert ist. Plötzlich wurde bei der Grenzpolizei durch Berühren ein stiller Alarm ausgelöst und die Grenzer pfiffen um die Ecke. Die ebenfalls an der Grenze anwesenden Kaiserjäger schauten etwas konsterniert. Die Situation klärte sich rasch und wir setzten unseren Erkundungsgang fort. Fasziniert waren wir, wie gut Fort Salis erhalten geblieben ist. Etwas gewöhnungsbedürftig waren die Buschtoiletten und die im Fort patrouillierenden in Uniformen gekleideten polnischen Jugendlichen.

Wir wollen unsere Marschverpflegung ausladen, allerdings ist diese bei der falschen Bus-Kompanie gelandet. Der Frust war groß, aber der Hunger war noch größer.

Unsere Nervosität überträgt sich auf den Busfahrer und unsere beiden Scouts. Wir müssen dringend noch nach Fort Werner, bevor die erlaubte Fahrzeit des Busfahrers sich wieder dem Ende neigt.

Soldat Schwejk persönlich führt uns durch die Anlage und erlaubte sich, den einen oder anderen  Scherz. Er fand, dass wir eine lustige Gruppe seien.

In Przemsyl erhielten wir nun endlich unsere Lunchpakete, allerdings waren wir die einzigen, die außerhalb der Stadt parkten und den Gehsteig als Sitzbank benützen müssen.

Danach geht es schnurstracks  weiter zum Soldatenfriedhof nach Brylince. Wir sind als erste Gruppe angekommen und daher bleibt etwas Zeit, uns den Friedhof näher anzuschauen, der von den  „Tiroler Kaiserschützen“ betreut wird. Nach einer schlichten Gedenkfeier, aber sehr würdigenden Worten von Herrn Generalsekretär Fink und Herrn Gärtner, der als Obmann der Kaiserschützen über die Fortführung der Gräberbetreuung durch das "Schwarze Kreuz" informierte, endete die Feierlichkeit mit dem Entzünden der Kerzen, einem letzten Gruß der Fahnen unter den Klängen des Liedes „Ich hatte einen Kameraden“. Im stillen Gedenken an die Verstorbenen des 1. Weltkriegs.

Wir befinden uns nun auf der Rückreise nach Krakau.

Pfiat enk!

19.10.2014, 6:00 Uhr – Wir sind die ersten auf der Autobahn

vom Redaktionsteam HLW Kufstein

 

Seid ihr alle wach? Wir schon – die Stadt schläft noch.

Leider ist es uns nicht gegönnt, die mehrfach angekündigte neue Autostrada im dichten Nebel zu sehen. Aber die Busfahrt fühlt sich gut an. Langsam lichten sich die Nebel und man glaubt es kaum:  was taucht auf – ein Hinweis auf MC Donalds. Leider hält das Sightseeing auf der Strada nicht lange an, meterhohe Lärmschutzwände wachsen vor unseren Augen in den Himmel. Entschädigt werden wir ab und zu durch einen Blick auf den Sonnenaufgang am Horizont.

Wir vom Redaktionsteam schlafen als einzige nicht, denn wir möchten euch über jeden gefahrenen Kilometer informieren. Es gibt Neuigkeiten; die Lärmschutzwände sind weg, das Niederwild wird wach und ist auf Futtersuche.

Die Nebel lichten sich und neben uns sehen wir plötzlich eine Eisenbahnlinie, die scheinbar ins Nichts führt. Unsere Reise bringt uns vorbei an Kiefernwäldern, einem Hochmoor und Teichen, die zu einem großen Naturschutzgebiet gehören. Erstaunen lösten bei uns zwei mächtige auf Viadukten gebaute Autobahnbrücken aus, die speziell für den Wildschwein- und Reptilienwechsel (Frösche) konstruiert wurden. (EU-Vorschrift!).

Wir überqueren die Weichsel, offenbar ein sehr fruchtbares Ackerland, aber die Sicht darauf ist uns versperrt.

In diesem Hochmoor wird noch Torf gestochen. Jetzt verlassen wir die Autobahn Richtung Przemysl.

Wir fahren vorbei an der Stadt Tarnòw.

Und schon wieder ist die Polizei da. Dieses Mal trifft es unseren Fahrer. Es entwickelt sich ein langes Lamento – das ist zu viel für uns am frühen Morgen …

Pfiat enk!

18.10.2014 – Griaß enk, mia san wieda do!

von Vanessa und ihr Redaktionsteam

 

Zwischen Marend und Abendessen haben wir so einiges erlebt.

Nach der Gedenkfeier stürmten wir hungrig in die Restaurants. Es blieb kaum Zeit zum Essen, denn um die Ecke wartet schon wieder der Bus.

Die erste Ansage war „Im Bus darf nicht gegessen werden!“ – das erinnert an die Schule; schon wieder diese Regeln.

Nach kurzer Fahrt gab es schon die nächste Festung zu besichtigen. Gott sei Dank hat Kaiser Max seinen Turm schon verlassen. Unser Guide erzählte uns schwungvoll mit überzeugenden Gesten, was es mit der Festung Podgorze auf sich hat. Wir besichtigten den Hügel Kosciuszko, benannt nach dem höchsten Berg Australiens. Thomas sprach auch über die Wirtschaftsleistungen rund um Krakau und erläuterte uns ebenso den Kohlebergbau bei Kattowitz.

Wir schlenderten hinter Thomas her zur kleinen Benediktinerkapelle, die nach einem historischen Brauch nur zweimal im Jahr geöffnet ist. Hinter der Kapelle bestaunten wir den neu angelegten Weinbau – leider haben wir nicht erfahren, welche Sorten angebaut werden.

Wir setzten unsere Wanderung fort. Von einer kleinen Aussichtsplattform blickten wir auf Schindlers Fabrik und das ehemalige Judenghetto. Thomas wies auch darauf hin, dass der Film „Schindler Liste“ großteils hier gedreht wurde.

Nachdenklich haben wir die Rückfahrt zur Jugendherberge angetreten.

Pfiat enk und do widzenia!

 

18.10.2014 Gedenkfeier unter großer Beteiligung von Traditionsvereinen und politischen Vertretern

von Vanessa Huber und ihrem Redaktionsteam

Im „roten Salon“ treffen sich alle wie erwartet pünktlich zum Frühstück, denn das Tagesprogramm für heute ist sehr umfangreich.

Der Besuch auf dem „Wawel“ war sehr informativ und interessant. Die Zeit war knapp, denn es folgte die Gedenkzeremonie auf dem Krakauer Marktplatz anlässlich „100 Jahre erster Weltkrieg“. Von Herrn Fink und seinem Team bestens vorbereitet, saßen wir in Regenponchos und Übersetzungs-Audioplayern vor einer imposanten Bühne und warteten mit großer Spannung auf den Beginn der Gedenkfeier.

Die mitgereiste Original Tiroler Kaiserjägermusik unter der Leitung von Oberstleutnant Apfolterer aus Innsbruck leitete die Feierlichkeiten ein und sorgte für einen würdigen Rahmen. In der ersten Reihe nahmen die Traditionsvereine in ihren Trachten und Uniformen Platz.

Herr Fink strich noch einmal in seiner Ansprache den tieferen Sinn dieser Gedenkreise hervor und bat der Reihe die Ehrengäste auf die Bühne.

Beeindruckend waren die Lesungen aus den Tagebüchern von Kriegsteilnehmern aus den verschiedenen Regionen Tirols, Südtirols und dem Trentino – berührend vorgetragen von SchülerInnen.

Bewegend waren auch die Reden der anwesenden Landeshauptleute aus Tirol, Südtirol und dem Trentino, dem polnischen Marschall von Kleinpolen und der Vertreterin der Stadt Krakau.

Die musikalische Begleitung der Kaiserjäger stimmte uns auch nachdenklich. Selbst für uns jugendliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer war diese Zeremonie herzergreifend und sehr schön. Nach dem Abspielen der Europahymne wurde die schlichte Gedenkfeier mit einer netten Geste, bei der wir alle auf die Bühne gingen, um die europäische Flagge mit gelben Nelken nachzubilden, abgerundet.

Mit einem Platzkonzert der Tiroler Kaiserjäger ging die Feier zu Ende und wir machten uns auf den Weg zu einem gemeinsamen Mittagessen.

Pfiat enk und bis später!

HINWEIS: >> Fotogalerie zum Gedenkakt

Freitag, 17. Oktober 2014, Mitternacht

vom Redaktionsteam HLW Kufstein

 

Hallo Freunde, kurz vor Mitternacht melden wir uns noch einmal aus Krakau.

Heute gab es volles Programm bis spät in die Nacht. Nach dem Mittagessen vermissten wir kurzfristig drei Schüler wegen fahrlässiger Überquerung der Straße. Die Ampel stand auf rot und die Polizei sah rot. Nachahmung nicht empfohlen – kostet aufgerundet 100 Zloty.

Auch Frau Professor irrte durch die Straßen der Stadt und kam völlig aufgelöst und viel zu spät in der Herberge an. Das Chaos war perfekt!

Der interessante Stadtrundgang dauerte länger als geplant, dafür sahen wir alle historischen Sehenswürdigkeiten im regennassen Krakau. Für das Abendessen in Krakau muss man viel Zeit und Kleingeld mitbringen.

Nadine verließ total verstört und tief beeindruckt den Film „Der stille Berg“ im großen Hörsaal. Zuguterletzt vergaß zu später Stunde Melanie noch ihr Handy im großen Hörsaal und alle mussten auf sie warten.

Im Haus gehen langsamer die Lichter aus und es kehrt Ruhe ein.

Wir haben uns getäuscht, die Gebirgsjäger rücken ein. Filmeindrücke haben sie bewogen, uns in eine Diskussion zu verwickeln. Vorher musste Herr Professor als Handwerker einsbringen und die Herrn in die Kunst des Türöffnens einweisen.

Aber jetzt ist Schluss.

Pfiat enk und gute Nacht.

 

Freitag, 17. Oktober 2014, Vormittag

vom Redaktionsteam Tagebuch HLW Kufstein

 

Griaß enk und buon giorno -wir sind in Galizien angekommen!

Erwartungsvoll starten wir nach einer langen (ruhigen) Nacht in den neuen Tag. Der kurze Fußmarsch vom Bahnhof zum Bus hat uns gut getan.

Besonders beeindruckend in der Jugendherberge ist der „rote Salon“. Super! Allerdings ließ uns Thomas nicht viel Zeit, schließlich müssen wir die Programmfolge einhalten. Geldwechsel stand auf der Hitliste ganz oben. Die Wechselstube war ein Geheimtipp von Thomas. Um dort hinzugelangen führte er uns quer durch die Stadt. Surprise, Surprise – jetzt ist Freizeit zum Shoppen – eine unserer Lieblingsbeschäftigungen, weil die Preise Spitze sind.

Überraschend für alle ist die Vielzahl der schönen Kirchen, deren Architektur unsere südlichen Nachbarn an Venedig erinnert.

Etwas verspätet treffen wir zum Mittagessen ein, weil die Sonnenuhr in Südtirol eine andere Zeitrechnung hat ….

Pfiat enk und Ciao!

Donnerstag, 16. Oktober 2014

von Vanessa Huber

Erster Reisestützpunkt Brenner

Das Chaos ist groß während alle auf den Tiroler Landeshauptmann Herrn Platter warten.

Nach einer angenehmen Zugfahrt von Kufstein zum Brenner wurden bereits einige Fotos mit Politikern gemacht. Durch die neuen Halstücher sind wir allseits bekannt, wobei man jetzt schon die Vielfältigkeit der Europaregion merkt. Es wird viel kommuniziert, gelacht und gescherzt, während der Generalsekretär der Europaregion Herr Fink geschäftig durch die Menge läuft.

Noch immer auf Herrn Platter wartend, glauben wir, dass er jede Sekunde kommen wird, da seine Vorhut bereits anwesend war.
Unsere Professorin späht auf Zehenspitzen durch die Menschenmasse und kann es kaum erwarten unseren Landeshauptmann zu treffen, während zahlreiche Handys heiß laufen, um noch Nachrichten an die Familie und Freunde zu senden.

Thomas, unser Polenguide ist eingetroffen.

Schüler werden mit Visitenkarten ausgerüstet und in verschiedene Gruppen eingeteilt. Ob es alle verstehen, bleibt unklar.

Herr Landeshauptmann Platter ließ es sich nicht nehmen, uns an den Bahnsteig zu begleiten und unsere schweren Koffer in den Zug zu hieven (ein herzliches Dankeschön dafür!). Der smarte Südtiroler Landeshauptmann Herr Kompatscher schaute etwas irritiert zu, freute sich aber über diese nette Geste und stand uns gerne für Fotos zur Verfügung.

Nach gefühlten stundenlangem Warten sitzen wir nun endlich im Zug, glücklich weil sich das Fenster öffnen lässt und jeder genug Essen mitgenommen hat.

Wir sind mit einer Schule aus Sand in Taufers im Zug und haben uns bereits kennengelernt. Viktoria sitzt mit 5 Südtiroler SchülerInnen im Abteil und verbessert somit ihre Italienisch-Kenntnisse. Die Eindrücke unserer Gefährten waren im Großen und Ganzen die gleichen, wie auch die Vorfreude auf die folgenden Tage und die Freude darüber, dass Fotos mit den Landeshauptleuten gemacht wurden. Ein großes Presseaufgebot begleitet uns auf unserer Non-Stop-Fahrt nach Krakau.

Nach einem langen Tag gönne ich mir jetzt „Party-Time“ im Party-Wagon und verabschiede mich für heute.

Ciao und Pfiat-eich!

Fotos vom Euregio-Zug nach Galizien


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