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Euregio 3): Die Zukunft der Euregio im Blick – Mobilität, Kultur und Mehrsprachigkeit

Der Vorstand des Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) Tirol, Südtirol, Trentino hat sich heute zum 15. Mal im Palazzo della Provincia in Trient getroffen, die Versammlung der Euregio ist hingegen zum 12. Mal zusammengekommen. Nach den beiden Sitzungen haben die Landeshauptleute Arno Kompatscher, Ugo Rossi und Günther Platter zur Pressekonferenz geladen, um die wichtigsten Entscheidungsfindungen darzulegen. Im Mittelpunkt stand die turnusmäßige Übergabe der Präsidentschaft vom Trentino nach Südtirol, für die nächsten zwei Jahre heißt demnach der neue EVZT-Präsident Arno Kompatscher.

Die Übergabe der Präsidentschaft (Credits Foto, Magrone R.)
Zoomansicht Die Übergabe der Präsidentschaft (Credits Foto, Magrone R.)

Sechs Jahre nach der offiziellen Gründung ihres Europäischen Verbundes für territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) haben sich heute die Vertreter Südtirols, des Bundeslands Tirol und des Trentino in Trient zur letzten Sitzung des Vorstandes und der Versammlung unter Trentiner Vorsitz getroffen. Im Oktober 2011 war der EVTZ "Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino" auf Schloss Tirol aus der Taufe gehoben worden, sechs Jahre nach diesem historischen Akt werden die Organe des EVTZ nun turnusgemäß den dritten Präsidentenwechsel vollziehen: war bis dato Ugo Rossi Präsident der Euregio, wird es in den kommenden beiden Jahren sein Südtiroler Amtskollege Arno Kompatscher sein.

Außerdem haben die Organe des EVTZ Bilanz gezogen und das Arbeitsprogramm 2018 beschlossen. Zu den bereits in Planung befindlichen mehrjährigen Projekten sollen im ersten Jahr der Südtiroler Präsidentschaft Schwerpunkte gesetzt werden, die eine Vertiefung der Europaregion zum Ziel haben. Insbesondere soll darauf geachtet werden, dass die Maßnahmen, die mit direkter Beteiligung des EVTZ „Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino“ erfolgen, sich an die Bevölkerung in ihrer Gesamtheit richten und damit der Europaregion eine größere Sichtbarkeit garantieren. Die Schwerpunkte für das Jahr 2018 lassen sich in drei Prioritätsachsen zusammenfassen.

 

Mobilität

Der Brennerachse als Teil der Transeuropäischen Netze kommt mit der Verwirklichung des Brennerbasistunnels eine neue Priorität zu, die auch das Mobilitätsverhalten innerhalb der Euregio verändern wird. Zentral ist dabei die Notwendigkeit, den Schwerverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Parallel dazu muss auch in Bezug auf den Personentransport ein kapillares öffentliches Verkehrsnetz aufgebaut werden, das eine nachhaltige Mobilität ermöglicht. Die Chancen, die der Brennerbasistunnel schafft, können nur genutzt werden, wenn die Menschen auf ein funktionierendes ÖPNV zurückgreifen können, das den Fahrgästen die Anbindung an die Peripherie garantiert. Dies bedeutet, dass auf Europaregionsebene an einer weiteren Integration der ÖPNV-Systeme gearbeitet werden muss und der öffentliche Nahverkehr innerhalb der Europaregion an Attraktivität gewinnen soll. Dies soll auch über eine stärkere Abstimmung der Tarifsysteme erfolgen, die derzeit unterschiedlich und einer länder- und grenzüberschreitenden Mobilität im Raum der Europaregion nicht förderlich sind.

 

Kultur

Die gemeinsamen kulturellen Wurzeln sind die Grundlage der Europaregion. Diese sollen sichtbar und erfahrbar gemacht werden. „Das ist eines der zentralen Anliegen der Südtiroler Präsidentschaft, deren Beginn mit dem Jahr des europäischen Kulturerbes 2018 zusammenfällt“, betonte Euregio-Präsident Arno Kompatscher. Um dieses gemeinsame Kulturerbe in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, soll ein Register des Kulturerbes der Europaregion aufgebaut werden. Um die Sichtbarkeit der Europaregion zusätzlich zu verbessern, soll ein neues „Euregio-Magazin“ aufgelegt werden, das sich direkt an die Bevölkerung der Europaregion richtet und über Multiplikatoren verteilt wird. 

 

Mehrsprachigkeit

Die Mehrsprachigkeit der Länder der Europaregion ist eine Chance, die noch viel mehr als bisher genutzt werden soll. Bereits auf Länderebene bestehende Bemühungen zum Erlernen der jeweiligen Nachbarsprache sollen durch einen Sprachnachweis der Europaregion flankiert werden, mit dem die Kenntnisse der beiden Hauptsprachen Deutsch und Italienisch nachvollziehbar belegt werden können und der die Mobilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt der Europaregion erhöht.

 


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