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LH Kompatscher trifft LH Wallner: Kooperation, Migration, Mobilität

Die Kooperation Südtirols und Vorarlbergs, die Migration, die Mobilität und der Wohnbau standen im Mittelpunkt des Treffens von LH Kompatscher mit LH Wallner.

Landeshauptmann Kompatscher im Gespräch mit Landeshauptmann Wallner - Foto: VLK/A. Serra
Zoomansicht Landeshauptmann Kompatscher im Gespräch mit Landeshauptmann Wallner - Foto: VLK/A. Serra

Südtirol und Vorarlberg wollen ihre Zusammenarbeit auch auf internationaler Ebene fortsetzen und stärken und besonders in den Bereichen Mobilität, Wohnbau, Marketing und im Gesundheitswesen Erfahrungen austauschen, um voneinander lernen. Dies erklärten am Freitag, 3. Februar, Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner und Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher im Anschluss an ein einstündiges Gespräch im Landhaus in Bregenz.

In Sachen Migration plädierten die zwei Landeshauptleute für eine Direkthilfe in Afrika, um die Flüchtlingssituation nachhaltig zu stabilisieren. Die Schließung der Mittelmeerroute sei die "nächste große Aufgabenstellung für die EU". 

Im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit sei ein Schulterschluss der beiden Länder sowohl im Ausschuss der Regionen, bei der Umsetzung der Alpenraumstrategie sowie auf Ebene der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer Arge Alp vereinbart. So sagte Vorarlbergs Landeshauptmann seine Unterstützung für die Initiativstellungnahme zur nachhaltigen Lebensmittelpolitik zu, den Landeshauptmann Kompatscher gestern im ADR-Fachausschuss für natürliche Ressourcen vorgestellt hatte und der im März im AdR-Plenum behandelt werden soll. "Ich werde mich auch bei den anderen Bundesländern dafür einsetzen, dass sie die Initiative mittragen", versprach Landeshauptmann Wallner. 

Die beiden Landeshauptleute unterstrichen die vielen Gemeinsamkeiten der beiden Alpenländer. Die Stärkung des Alpenraums sei daher ein vorrangiges gemeinsames Ziel. Fast 45 Jahre arbeite man in der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer Arge Alp zusammen. Nun entwickle sich mit EUSALP, der makroregionalen Alpenstrategie, eine zusätzliche und breitere Kooperationsschiene. "Mit der bereits weit entwickelten Donauraum-Strategie konnten wir die Erfahrung sammeln, wie fruchtbringend die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sein kann", erklärte Landeshauptmann Wallner.

Erfahrungen austauschen und den Erfahrungsaustausch fortsetzen wollen Südtirol und Vorarlberg gleich in mehreren Bereichen. So ist Vorarlberg an Südtirols gemeinsamer Marketingstrategie interessiert, die von allen Wirtschaftsteilnehmern in Südtirol mitgetragen wird. "Es freut uns, wenn unsere Südtirol Dachmarke als Bestes-Praxis-Beispiel genutzt wird und andere sich schmerzhafte Erfahrungen ersparen können", sagte heute Landeshauptmann Kompatscher.

Im Bereich des Wohnbaus schaue Südtirol nach Vorarlberg. "Wir sind dabei im Bereich von Raumordnung und Wohnbau Weichenstellungen vorzunehmen, und da ist Vorarlberg ein Vorbild für uns", erklärte Landeshauptmann Kompatscher. 

Ähnlichen Herausforderungen sehen sich die beiden Landeshauptleute im Gesundheitswesen gegenübergestellt. Es gelte, bei einer sich abzeichnenden Ärzteknappheit den steigenden Ansprüchen der Patienten gerecht zu werden und dabei die Kosten des Gesundheitswesens im Auge zu behalten. Landeshauptmann Kompatscher berichtete vor diesem Hintergrund über die laufenden Verhandlungen mit den Ärztegewerkschaften.  Vor ähnlichen Herausforderungen stehe auch die Vorarlberger Landesregierung, so Landeshauptmann Wallner.

Breiten Raum nahm das Thema des öffentlichen Nahverkehrs ein: Südtirol ist dabei an Vorarlbergs System der Konzessionsvergabe interessiert, während Vorarlberg Südtirolpass und Südtiroltakt als Modell bezeichnet. Das Thema Mobilität wird im Laufe des heutigen Tages weiter vertieft: So stehen Treffen und Aussprachen zum Vorarlberger Fahrgastinformationssystem und über die Ausschreibungsverfahren in Österreich auf dem Programm, an denen auch Mobilitätslandesrat Florian Mussner teilnimmt.

Markus Wallner bekleidet seit 2011 das Amt des Landeshauptmannes von Vorarlberg. Zuvor war der studierte Politikwissenschaftler seit 2006 Stellvertreter des ehemaligen Landeshauptmannes, Herbert Sausgruber. In dieser Funktion forcierte Wallner vor allem im kulturellen Bereich schon eine engere Zusammenarbeit zwischen Südtirol und Vorarlberg.

(jw)


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