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EDUCACOOP: „Schulen und Genossenschaften im Dialog"

Mehr als 1700 Genossenschaften gibt es in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Das eröffnet jungen Menschen neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Im Rahmen der Veranstaltung "Educacoop" wurden gestern (27. November) rund 250 Oberschülern aus allen drei Teile der Europaregion die Grundgedanken und Werte des Genossenschaftswesens näher gebracht. Die Veranstaltung fand in der Cantina Storica der Kellereien Mezzacorona im Trentino statt.

1. EDUCACOOP-Tag: Mit 250 SchülerInnen alle Erwartungen übertroffen (Foto: Emanuel Aichner/EVTZ)
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Teamgeist stärken war bei allen 12 Genossenschaftsspielen oberstes Gebot (Foto: Armin Gluderer/EVTZ)
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Beim Genossenschaftsspiel Blumentopf wurde die Bedeutung der sozialen Verantwortung hervorgehoben (Foto: Emanuel Aichner/EVTZ)
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Podiumsdiskussion Schule und Genossenschaft: Fruchtbarer Gedankenaustausch Foto: Emanuel Aichner/EVTZ)
Zoomansicht Podiumsdiskussion Schule und Genossenschaft: Fruchtbarer Gedankenaustausch Foto: Emanuel Aichner/EVTZ)

Europaregion erteilt klaren Auftrag zur Stärkung des Genossenschaftswesens bei der Jugend

Vorausgegangen war ein Projektauftrag des Gemeinsamen Büros der Europaregion an Studenten des Managementcenters in Innsbruck (MCI), das Genossenschaftswesen für junge Menschen in der Europaregion wieder attraktiv zu machen. Das Ergebnis wurde von den Studenten selbst und ihrem Innsbrucker MCI-Professor Siegfried Walch in der Genossenschaftskellerei Mezzacorona präsentiert. Ihr Fazit lautete: „Die Genossenschaften sind eine Antwort auf die derzeitige Krise in der Marktwirtschaft, viel mehr noch, sie sind ein Modell für die Zukunft“. Das Genossenschaftswesen sei seit jeher in den drei Ländern der Europaregion tief verwurzelt, habe eine lange Tradition und weise eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Genossenschaften auf. So zähle Südtirol 955, das Trentino 569 und der Raffeisenverband Tirol 204 Genossenschaften. Bei jüngeren Menschen hätten diese aber mittlerweile ein verstaubtes und altes Image, das es nun gelte wieder aufzupolieren, so Walch. Umso wichtiger sei es, die jüngeren Generationen mit Hintergrundwissen und Informationen aus erster Hand über die Aktualität von Genossenschaften zu versorgen. Für Matthias Fink, den Generalsekretär der Europaregion, müsse deshalb die Begeisterung und das Engagement junger Menschen für die Genossenschaftsidee wieder neu geweckt werden. „Es braucht vor allem drei Dinge, um den Nachwuchs für die Genossenschaften zu sichern: Mehr Verständnis, mehr Wissen und mehr Erkenntnis“, so Fink „dass sich Genossenschaften gerade in der Wirtschaftskrise als regional verankerte, krisenfeste Unternehmen bewährt haben“.

Vormittag ganz im Zeichen der Schule und didaktischer Lehrmittel

Die erste Tageshälfte der Veranstaltung EDUCACOOP war ganz und gar den Schülerinnen und Schülern gewidmet. Eingeladen waren Schulklassen mit wirtschaftlicher Ausrichtung aus der gesamten Europaregion, mit Ausnahme der Abschlussklassen. Die Klassen trafen am frühen Morgen aus den drei Ländern der Europaregion ein. Nach spannenden und mitreißenden Vorträgen von Euricse-Präsident, Professor Carlo Borzaga aus Trient und MCI-Professor Siegfried Walch, konnten die Schüler die Werte des Genossenschaftswesens an der eigenen Haut erfahren. Dazu hatte die Genossenschaft Arianna insgesamt 12 verschiedene Spielstationen organisiert, an denen die Jugendlichen auf spielerische Weise Erfahrungen mit dem Genossenschaftswesen sammeln und den Teamgeist stärken konnten. Im Mittelpunkt standen unter anderem Themen wie Solidarität, Gemeinschaftswesen, Demokratie, soziale Verantwortung und Frieden. Dabei wurden die Klassen in zweisprachige Gruppen aufgeteilt, um sich gegenseitig besser kennenzulernen. Vorrangiges Ziel war es, gemeinsam darüber nachzudenken, wie man die Grundsätze des Genossenschaftswesens stärker in den Schulen verankern und in den Lehrunterricht einbauen könne.

Der Nachmittag als Treffpunkt zwischen Genossenschafts- und Schulvertreter

Der Nachmittag war von zwei praxisorientierten Vorträgen geprägt: Während Gianluca Salvatori, Geschäftsführer der Euricse, über Innovationen im Genossenschaftswesen sprach, berichtete Martin Winkler, Lehrer an der Wirtschaftsfachoberschule Bruneck, von praktischen Erfahrungen bei der Anwendung von Lernmodulen zum Thema Genossenschaft im Schulalltag. Am anschließenden Runden Tisch diskutierten Vertreter der Schulverwaltungen mit Vertretern des Genossenschaftswesens über die Bedeutung des Genossenschaftswesens in der Schule. Moderiert wurde die Diskussionsrunde von Peter Litturi von der Italienischen Berufsbildung der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol. Ein gemeinsamer Umtrunk rundete den 1. EUREGIO-EDUCACOOP-Tag ab und bot eine willkommene Gelegenheit zum gegenseitigen Gespräch und zur Netzwerkbildung. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino in Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsverbänden und den Schulverwaltungen der Europaregion.

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