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Jugendliche aus aller Welt lernen Pustertaler Grenzerfahrungen kennen

Im Rahmen des 3. International Lions Youth Camps 2013 in Toblach lernten 28 Jugendliche aus aller Welt die Geschichte der Grenze im Pustertal kennen. Astrid Gutwenger, 18 Jahre, aus Vierschach, präsentierte ihre Facharbeit mit dem Titel „Leben an der Grenze – Das zerrissene Pustertal“. Initiiert wurde die Veranstaltung vom Gemeinsamen Büro der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino.

Astrid Gutwenger bei ihrem Vortag im Rahmen des 3. International Lions Youth Camps in Toblach.
Zoomansicht Astrid Gutwenger bei ihrem Vortag im Rahmen des 3. International Lions Youth Camps in Toblach.
Das 3. International Lions Club Youth Camp findet vom 20.7.-3.8.2013 in Toblach statt.
Zoomansicht Das 3. International Lions Club Youth Camp findet vom 20.7.-3.8.2013 in Toblach statt.

Vergangenen Samstag (27.7.) wurde Astrid Gutwenger vom grenzüberschreitenden Lions Club Sillian-Innichen eingeladen, um in Toblach ihre Maturaarbeit im Rahmen des 3. International Lions Youth Camps einem internationalen Publikum vorzustellen. Für Astrid Gutwenger, aus Vierschach, gehört das problemlose Überqueren der Grenze zur Lebensrealität. Probleme mit dem Zoll oder Wartezeiten auf Grund von Grenzkontrollen kennt sie nur noch aus Erzählungen der älteren Generationen. "Im Alltagsleben spüren wir noch die Nachwirkungen der Pustertaler Grenze. Richtig bewusst wurde mir dies, als die Osttiroler Band The Kill Candys ein Konzert in meinem Heimatdorf Vierschach gab und mir auffiel, dass ich  von den Osttiroler Konzertbesuchern kaum jemanden kannte“, so Gutwenger.

Dies war der Anstoß um in ihrer Facharbeit die Auswirkungen der Grenze auf das soziale Gefüge des Pustertals im Wandel der Zeit zu thematisieren. Im Rahmen der Arbeit recherchierte Gutwenger die Fakten zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Pustertal und interviewte darüber hinaus die Zeitzeugen Dr. Egon Kühebacher aus Innichen und Maria Wanner aus Sillian.

Es waren wohl die verschiedensten politischen Ereignisse seit dem Jahre 1915, welche die Menschen im Laufe der Jahrzehnte auseinander gerissen haben. „Irgendwie macht es den Anschein, als ob die Bevölkerung darauf warten würde, dass die Politik das, was sie zerstört hat, auch wieder repariert“, so Gutwenger. Die Politik habe sich der Aufgabe bereits gestellt und einige Projekte ins Leben gerufen. Für Gutwenger ist die Zahl dieser Projekte noch leicht überschaubar und gleichzeitig ausbaufähig.

Durch den Vortrag von Frau Gutwenger wurde den Jugendlichen eines deutlich: Damit Regionen die durch Grenzen getrennt wurden wieder zusammenwachsen können, bedarf es vor allem des gegenseitigen Austausches und des persönlichen Kontaktes der Grenzbewohner untereinander. „Jede Initiative, die dies fördert, ist bedeutsam und ein Schritt in die richtige Richtung“, unterstreicht Birgit Oberkofler, Generalsekretärin der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino.

Das 3. International Lions Youth Camp fand vom 20. Juli bis zum 03. August 2013 in Toblach statt. Unter dem Motto „Discover the Dolomites“ trafen insgesamt 28 Jugendliche zwischen 18 und 22 Jahren aus Nord- und Südamerika, Europa und Asien zum interkulturellen Austausch zusammen.

Vor wenigen Wochen hat Astrid Gutwenger erfolgreich am Pädagogischen Gymnasium Bruneck maturiert. Ihre Facharbeit kann auf der Website der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino abgerufen werden: http://www.europaregion.info/downloads/Astrid-Gutwenger-Facharbeit-Leben-an-der-Grenze.pdf


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