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Laimburg: Neue Erkenntnisse für den Südtiroler Bioobstbau

Bei der traditionellen Versuchsvorstellung des Ökologischen Anbaus informierten sich über 200 Interessierte über neue Erkenntnisse für den Südtiroler Bioobstbau

Bei der Versuchsvorstellung ging es unter anderem um neue Ansätze zur Alternaria-Regulierung bei Äpfeln. LPA/ © Versuchszentrum Laimburg
Zoomansicht Bei der Versuchsvorstellung ging es unter anderem um neue Ansätze zur Alternaria-Regulierung bei Äpfeln. LPA/ © Versuchszentrum Laimburg

Das Versuchszentrum Laimburg organisiert jedes Jahr in Zusammenarbeit mit der Stiftung Edmund Mach in San Michele all'Adige im Trentino die Versuchsvorstellungen im ökologischen Obst- und Weinbau. Dabei ist der Vormittag dem ökologischen Weinbau gewidmet und wird am Sitz der Stifung Edmund Mach abgehalten, das Nachmittagsprogramm zum biologischen Obstbau hingegen am Versuchszentrum Laimburg in Pfatten; dabei wurden folgende Versuche vorgestellt.

Regen- bzw. Rußflecken – Mittelprüfungen mit der Sorte Cripps Pink

Rußflecken verursachen immer mehr Ausfälle im ökologischen Anbau in Südtirol. Bereits 1997 waren erste Versuche zu Rußflecken am Versuchszentrum Laimburg angestellt worden. Intensiviert wurden die Versuche aber erst im Jahre 2015, nachdem 2014 die ersten ernsthaften Probleme an Pink Lady® zu verzeichnen waren. Verschiedenste Mittel wie Kupferverbindungen, Schwefel oder Karbonate wurden getestet. Daneben wurden Abdecksysteme wie das Keep-in-Touch®-System eingesetzt sowie eine Warmwasserbehandlung nach der Ernte bzw. vor der Einlagerung durchgeführt. Obwohl einige der angewandten Mittel sowie die Warmwasserbehandlung das Auftreten der Rußflecken verringern konnten, gibt es bisher noch keine überzeugende Lösung für das Problem, berichtet Markus Kelderer, Leiter des Fachbereichs Obstbau und der Arbeitsgruppe Ökologischer Anbau am Versuchszentrum Laimburg. Es sei auf jeden Fall wichtig, die optimale Sorte für einen bestimmten Standort zu setzen.

Erste Erfahrungen zur Lagerung von Bonita® und Natyra®

Bei den Sorten Bonita® und SQ159 Natyra® handelt es sich um rotschalige Apfelsorten, die sich gut für den biologischen Anbau eignen. SQ159 Natyra® zeichnet sich durch eine gute Färbung, angenehmen Geschmack und schwaches Wachstum aus. Bonita® hingegen lässt sich sehr leicht produzieren und die Färbung der Sorte erfolgt in den Tallagen erst relativ spät. Die Sorte weist einen recht hohen Säuregehalt bei relativ geringem Zuckergehalt auf. Oswald Rossi von der Arbeitsgruppe Lagerung und Nachernte-Biologie am Versuchszentrum Laimburg stellte die ersten Versuchsergebnisse zur Lagerung der beiden Sorten vor. Bei rechtzeitiger Ernte lasse sich Bonita® gut lagern, jedoch seien innere Schäden bei Äpfeln festgestellt worden, die in sehr hohen Hügellagen gewachsen sind, erklärt der Experte. Die Sorte SQ159 Natyra® weist einen hohen Zuckeranteil bei geringer Säure auf und ist sehr aromatisch. Die Lagerung verlaufe optimal, wodurch der Erntezeitpunkt eine etwas weniger wichtige Rolle als bei anderen Sorten spiele, unterstreicht Rossi.

Neue Ansätze zur Alternaria-Regulierung bei Äpfeln

Alternaria befällt insbesondere die Sorte Golden Delicious sowie die genetisch verwandten Sorten Gala und Cripps Pink. Die Infektionsbiologie von Alternaria ist komplex und noch wenig verstanden. Aus diesem Grund seien Befallsprognosen, wie sie z. B. beim Schorf etabliert sind, noch nicht möglich, erklärt Ulrich Prechsl, der in der Arbeitsgruppe Phytopathologie am Versuchszentrum Laimburg an Alternaria forscht. Bisher hatte sich die Forschung vor allem auf den Pilz an sich konzentriert. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe für Ökologischen Anbau will Prechsl nun klären, ob der Alternaria-Befall in Zusammenhang mit Stress der Pflanze stehen könnte. "Erste Untersuchungen haben nun gezeigt, dass gewisse Nährstoffkonzentrationen in den Bäumen möglicherweise mit dem Auftreten von Alternaria in Zusammenhang stehen könnten", berichtet Prechsl. Darüber hinaus haben die Experten des Versuchszentrums Laimburg verschiedene Behandlungen mit Löschkalk auf die Alternaria getestet. Dabei zeigte sich, dass Löschkalk in Kombination mit Schwefelkalk Alternaria-Blattflecken bei Gala um 50 Prozent reduzieren konnte. Jedoch hatten die Behandlungen keinen Einfluss auf Alternaria-Fruchtflecken.

(LPA)


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