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Tirol: Rotholz wird Zentrum der agrarischen Bildung und Forschung

Am Standort Rotholz (Gemeinde Strass) in Tirol entsteht ein neues Forschungs- und Bildungszentrum: die Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Lebensmittel- und Biotechnologie Tirol (HBLFA Tirol).

Die Verbindung der neuen HBLFA Tirol zum bestehenden Ausbildungsstandort der LLA Rotholz erfolgt über eine gemeinsamen Festplatz und eine großzügige Unterführung unter der Landesstraße
Zoomansicht Die Verbindung der neuen HBLFA Tirol zum bestehenden Ausbildungsstandort der LLA Rotholz erfolgt über eine gemeinsamen Festplatz und eine großzügige Unterführung unter der Landesstraße
Bundesminister Andrä Rupprechter (2. von re.) und LHStv Josef Geisler(2.von li.) präsentierten gemeinsam mit Architekt Klaus Adamer (li.) und Projektkoordinator Gerhard Draxler (re.) das Bauprojekt.
Zoomansicht Bundesminister Andrä Rupprechter (2. von re.) und LHStv Josef Geisler(2.von li.) präsentierten gemeinsam mit Architekt Klaus Adamer (li.) und Projektkoordinator Gerhard Draxler (re.) das Bauprojekt.

Der Schulstandort der Höheren Bundeslehranstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Kematen wird mit der Bundesanstalt für Alpenländische Milchwirtschaft Rotholz zusammengelegt. Seit September 2016 sind diese beiden Dienststellen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft rechtlich vereint, jetzt geht es darum sie auch räumlich unter ein Dach zu bringen.

 „Wir bauen eine Schule mit 13 Klassen, also um 5 Klassen mehr im Vergleich zu heute. Das ist ein Bildungsangebot für 400 junge Menschen in Tirol. Damit decken wir die hohe Nachfrage für Ausbildung im Westen ab“, freuen sich Bundesminister Andrä Rupprechter und LHStv Josef Geisler bei der Präsentation des Bauprojektes. Mehr als 1.000 SchülerInnen, 250 LehrerInnen, Bedienstete und Lehrlinge werden künftig in Rotholz in der bestehenden Landwirtschaftlichen Lehranstalt (LLA) und der neuen HBLFA lernen, lehren und forschen.

Auf 20.000 m2 baut der Bund in Rotholz südlich der L 238 Rotholzer Straße die HBLFA Tirol mit Unterrichts-, Praxis- und Laborräumlichkeiten für 400 SchülerInnen sowie einem Internat für 200 SchülerInnen neu. Auch die Bundesanstalt für Alpenländische Milchwirtschaft wird neu errichtet. „Der neue Gebäudekomplex wird in vielerlei Hinsicht ein Vorzeigprojekt. Die gesamte Schule wird in Holzbauweise und nach dem Standard ‚klimaaktiv Gold“ errichtet‘“, führt BM Rupprechter aus. Das bedeutet: höchste Qualität, beste Wirtschaftlichkeit und niedriger Energiebedarf. Die Gebäude werden an die bestehende Biomasse-Nahwärme Rotholz angeschlossen. Auf eine Fläche von 950 m2 Metern wird eine Photovoltaikanlage errichtet. Die Errichtungskosten betragen 55 Millionen Euro. Baustart ist 2018.

Das Grundstück für das Alpenländische Bildungs- und Forschungszentrum hat das Land Tirol zur Verfügung gestellt. „Für das Land Tirol und die Tiroler Landwirtschaft ist dieses Projekt eine Jahrhundertchance. In Rotholz wird nicht nur ein Gebäude errichtet. Hier wird Zukunft gebaut“, ist Agrarreferent LHStv Josef Geisler überzeugt. Bildung, Innovation und Unternehmergeist seien die Grundlagen für eine positive Entwicklung der Berglandwirtschaft.

Künftig steht in Rotholz ein breit gefächertes und durchlässiges Bildungsangebot zur Verfügung. Ein besonderes Anliegen war dem Land Tirol immer die Erhaltung des zweijährigen Aufbaulehrganges. „Damit ist sichergestellt, dass die Absolventinnen und Absolventen der landwirtschaftlichen Fachschulen zur Maturareife kommen können“, so Geisler. Allein an der LLA Rotholz schließen jährlich über 100 SchülerInnen die dreijährige Fachschule ab. Tirolweit gibt es pro Jahr rund 380 AbsolventInnen.

Der von der Arbeitsgemeinschaft der Architekten Adamer°Ramsauer-BME entworfene Gebäudekomplex gliedert sich in drei jeweils miteinander verbundene Baukörper. „Die Gebäude fügen sich in die Landschaft ein, wir holen die Natur herein und schaffen eine Verbindung zu den Bestandsgebäuden der LLA Rotholz“, erklärt der Kufsteiner Architekt Klaus Adamer das gestalterische Konzept. Die Verbindung soll über einen gemeinsamen Festplatz und eine großzügige Unterführung unter der L 218 Rotholzer Straße verwirklicht werden. Diese ermöglicht auch die verkehrsfrei Querung der Landesstraße.

Das dreigeschossige Schulgebäude mit seinen 13 Klassen, den Arbeits- und Praxisräumen sowie der Lehrküche bildet den Mittelpunkt des Gebäudekomplexes und ist über die Doppelturnhalle mit dem lichtdurchfluteten Internat verbunden, das Platz für 200 SchülerInnen bietet. Dort bilden jeweils zwei Zwei-Bett-Zimmer einen Wohnverband mit Dusche und WC. Die Verbindung vom Schul- zum Forschungsgebäude, in dem auch die Käserei samt Besuchergalerie sowie Labors untergebracht sind, erfolgt über eine Brücke.

Den SchülerInnen stehen auf dem Gelände vielfältige Sport- und Bewegungsmöglichkeiten zur Verfügung. Verkehrstechnisch angebunden ist das an der Landesstraße gelegene Schulzentrum über die Zillertalbahn. Außerdem gibt es 300 Fahrradabstellplätze sowie 220 Parkplätze.

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