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Vom 2. bis zum 5. Juni 2016 Wirtschaftsfestival Trient: die elfte Auflage

Wirtschaftsfachleute, Wissenschaftler, Politiker, Medienexponenten aus allen Kontinenten treffen vom 2. bis zum 5. Juni 2016 in der alten Konzilsstadt Trient zum elften „Festival der Wirtschaft“ zusammen, um eine existentielle Thematik zu erforschen und debattieren, welche die Volkswirtschaften aller Länder intensiv beschäftigt: Wie, wo und warum wirtschaftliches Wachstum entsteht, auftritt, verschwindet, angeregt und geplant werden kann. Das Generalthema des Festivals lautet heuer „Räume des Wachstums“ (italienisch: „I luoghi della crescita“); die Veranstaltung wird seit ihrer Gründung vor elf Jahren getragen vom autonomen Land Trentino, von der Stadt Trient und von der Universität Trient. Sie hat sich in der internationalen Fachwelt, aber zugleich auch in der Bevölkerung des Trentino, den Ruf einer Ideenschmiede von globaler Tragweite erarbeitet.

Große Erwartungshaltung an die 11. Auflage des Wirtschaftsfestivals in Trient
Zoomansicht Große Erwartungshaltung an die 11. Auflage des Wirtschaftsfestivals in Trient

Der wissenschaftliche Leiter des Festivals, Tito Boeri, umreißt die Thematik so: „Die globale Wirtschaftsgeographie verzeichnet zunehmend eine Konzentration des Wirtschaftswachstums in verhältnismäßig wenigen großen Städten, die in der Lage sind, Humankapital anzuziehen und die Innovation zu stimulieren. Die Wirtschaftshierarchie nicht nur der Länder, sondern auch der Städte hat sich tiefgreifend gewandelt, sie befindet sich in dauernder Evolution. In der urbanen Hierarchie der Welt gibt es viele ‚new entries‘, also Neueinsteiger und zugleich zahlreiche Retrozessionen. Die Erforschung des wirtschaftlichen und demographischen Wachstums dieser neuen Wirklichkeiten ist grundlegend, um nicht nur die Bestandteile zu erkennen, welche für wirtschaftliches Wachstum notwendig sind, sondern auch ihren optimalen Mix sowie die Rezepte, die anzuwenden sind, um Wachstum zu stimulieren.“
In der Auflage des Vorjahres wurde vordergründig die soziale Mobilität und Vernetzung in den Wirtschaftssystemen behandelt. Heuer will man das Territorium und damit einen Bereich erforschen, der von den Wirtschaftsforschern erst jüngst wieder entdeckt worden ist: die Wirtschaft im Raum, in der Geographie. Daher werden Ökonomieexperten, Raumplaner, Demographen und Soziologen über die Agglomerationsprozesse in der Wirtschaft sprechen. Das Festival hat in diesem Rahmen vorgesehen, dass auch die politisch Verantwortlichen, also die Regierenden der Territorien, zu Wort kommen und Antworten liefern, warum Gebiete ein schnelles Wachstum oder wirtschaftlichen Niedergang (Rezession) erfahren und dadurch komplexe Probleme für Regierungen auf lokaler und nationaler wie internationaler Ebene und damit verbundene Verantwortlichkeiten entstehen.

Das Festival wird am Donnerstag, 2. Juni, mit einem Referat von Enrico Moretti, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Berkeley, Kalifornien, zum Thema der neuen Arbeitsgeographie eröffnet. Am selben Tag wird der Senior-Vice-President der Weltbank, der Inder Kaushik Basu, die Wurzeln der Krise und die zukünftigen Perspektiven analysieren, während am Abend zwei berühmte Architekten, Mario Botta und Vittorio Gregotti, einen Dialog führen werden, wie öffentliche Räume unter den Gesichtspunkten der Kreativität, der urbanistischen und Marktbindungen gestaltet werden können.

Am Freitag, 3. Juni, kommen die Regierenden einzelner Territorien zu Wort, so die Regierungschefs des Trentino, von Friaul Julisch Venetien und Lombardei Ugo Rossi, Debora Serracchiani und Roberto Maroni; sie befassen sich mit Wachstum und Regionalpolitik. Jörg Asmussen, vormals im Ausschuss der BCE und Staatssekretär im Ministerium für Arbeit und Soziales der Bundesrepublik Deutschland, wird über die Zukunft der EU aus der Sicht Deutschlands referieren. Über die Flüchtlingsströme in Richtung Europa und deren wirtschaftliche Auswirkungen wird Christian Dustmann, Professor für Wirtschaft am London College und Direktor des Zentrums für Migrationsforschung und-analyse sprechen. Mit der „Geographie der Korruption“ wird sich Raffaele Cantone, Präsident der staatlichen Antikorruptionsbehörde, befassen.

Der Samstag, 4. Juni, steht im Zeichen der zwei Nationalbankchefs Francois Villeroy (Frankreich) und Ignazio Visco (Italien), welche über die Möglichkeit der Errichtung eines europäischen Finanzministeriums referieren. Italiens Außenminister Paolo Gentiloni wird zum Thema „die Ort der Krise“ sprechen und Professor Raj Chetty zum Verhältnis zwischen Geographie und Langlebigkeit.

Zwei Minister werden dem Festival in Trient am Sonntag, 5. Juni, die Aufwartung machen: Arbeitsminister Giuliano Poletti und Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan. Abgeschlossen wird das Festival am späten Sonntagnachmittag mit einem Vortrag des Wirtschaftswissenschaftlers Michael Spence, Nobelpreisträger im Jahr 2001, der zusammen mit Tito Boeri über Wachstumsperspektiven und Ergebnisse des Festival referieren wird.

Spotlights

Als Neuheit bietet das Festival dieses Jahr ein neues als „spotlight“ bezeichnetes Format an. Es handelt sich um drei (eine pro Tag) „Vertiefungen“ von Vorkommnissen, welche derzeit die öffentliche Wirtschaftsdiskussion beherrschen: Der Fall Atlante, die Panama Papers und das Geschehnis rund um Mondadori Rizzoli.

Filmvorführungen, Begegnungen mit Autoren, Debatten über historische Ereignisse und Wettbewerbe zu Wirtschaftsthemen runden das umfangreiche Programm ab.

Auf Twitter @economicsfest sowie unter www.festivaleconomia.it wird aktueller Einblick ins Festival geboten.


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