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Astat: Südtirols Volkswirtschaft vergleichsweise krisenresistent

Südtirols Volkswirtschaft hat die Krisenjahre relativ gut überstanden. „Erfreulich ist aber, wie aus den heute veröffentlichten Astat-Daten hervorgeht, dass sich Südtirol in Punkto Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) im Vergleich mit den Nachbarländern sogar verbessert hat“, freut sich Landeshauptmann und Wirtschaftslandesrat Arno Kompatscher.

LH Kompatscher: "Um für zukünftigen Krisen besser gewappnet zu sein, ist eine weitere Internationaliserung der Unternehmen ein wichtiger Aspekt."
Zoomansicht LH Kompatscher: "Um für zukünftigen Krisen besser gewappnet zu sein, ist eine weitere Internationaliserung der Unternehmen ein wichtiger Aspekt."

Das heute veröffentlichten Resümee des Landesstatistikamtes Astat ermöglicht, die Wachstumsentwicklung Südtirols in den Jahren 2005 bis 2014 zu prüfen. Obwohl diese Jahre von zwei Krisen (2009 und 2011) gekennzeichnet waren, steht Südtirols Wachstum des Bruttoinlandprodukts (BIP) im Ländervergleich der letzten sieben Jahre gut da. Zwischen 2007 und 2014 wuchs das Südtiroler BIP zwar gerade mal um 0,7 Prozent. Italien musste in derselben Periode aber ein Minus von 1,3 Prozent verkraften, das Trentino minus 0,6 Prozent. Selbst das heute wirtschaftlich starke Deutschland kam lediglich auf ein Plus von 0,8 Prozent, Österreich auf 0,6 Prozent, also weniger als Südtirol. Die verketteten Werte, die Astat dafür hernimmt, ermöglichen es, Preisunterschiede auszuklammern. Auch beim Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner rangierte Südtirol in den Jahren 2012-2014 an der Spitze Italiens.

„Diese Ziffern dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Krise nicht spurlos an uns vorbeigezogen ist“, rät Kompatscher. „Das Südtiroler BIP war beispielsweise 2014 um 0,6 Prozent rückläufig.“ Südtirol habe die Krise also verspätet zu spüren gekriegt, vor allem wegen seiner Abhängigkeit vom italienischen Markt. „Mittlerweile haben sich viele Südtiroler Unternehmen auch anderen Absatzmärkten zugewandt, sind internationaler aufgestellt. Das ist wichtig, um in zukünftigen Krisen besser gewappnet zu sein“, sagt Kompatscher. „Für die Internationalität spielt selbstverständlich einmal mehr die Erreichbarkeit von Südtirol eine gewichtige Rolle.“

Es ist bekanntlich Teil des Programms der Landesregierung, Südtirols Unternehmen in mehrfacher Weise dabei zu unterstützen, dem globalen Wettbewerb gut vorbereitet zu begegnen. Zudem tragen seit 2014 die Steuererleichterungen unmittelbar und ohne einhergehende Bürokratie zur  Wettbewerbsfähigkeit der Südtiroler Betriebe bei.

Wertschöpfung in Wirtschaftssektoren ein weiterer wichtiger Aspekt

In der umfassenden Statistik der Astat haben für den Landehautmann auch jene Tabellen eine besondere Bedeutung, die die Entwicklung der Bruttowertschöpfung analysieren, weil sie viel über die Entwicklung der Wirtschaftbereiche aussagen. Aus den preisbereinigten verketteten Werten, die auch die Entwicklung des BIP einfließen lassen, geht hervor, dass beispielsweise der Industrie in den letzten zehn Jahren stärker unter der Krise gelitten hat als andere Sektoren. Ihre Bruttowertschöpfung verzeichnete deutliche Einbrüche in den Jahren 2008-2009, die es dann bald wieder aufholen konnte. Einen ähnlichen Abschwung gab es 2014. Der Dienstleistungssektor inklusive Tourismus hingegen ist zwischen 2005 und 2014 weitgehend konstant um 16,7 Prozent gewachsen. Auch die Bereiche Land- und Forstwirtschaft verzeichnen zwischen 2005 und 2014 mit einem Plus von 41,3 Prozent eine ausgezeichnete Entwicklung.

Die Astat-Auswertung steht zum Herunterladen bereit: www.provincia.bz.it/astat/de/volkswirtschaft/volkswirtschaftliche-gesamtrechnung.asp

 

mgp


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