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Euregio will nachhaltigste Region Europas sein

Höhere Wettbewerbsfähigkeit für kleine und mittlere Unternehmen aus dem „Grünen“ Sektor dank der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Trentino, Südtirol und Nordtirol: Auf einen einfachen Nenner gebracht, ist das die zentrale Erkenntnis einer Tagung im TIS innovation park in Bozen zum Thema erneuerbare Energie und Energieeffizienz. Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher illustrierte in seinem Impulsreferat die Strategie zur Weiterentwicklung des Sektors.

LH Arno Kompatscher: Brückenfunktion der Europaregion zwischen Nord und Süd als wichtiger Wettbewerbsvorteil (Foto: EVTZ/Gluderer)
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Großes Interesse für Euregio-Pro Green Netzwerk zwischen Unternehmern und Forschung
Zoomansicht Großes Interesse für Euregio-Pro Green Netzwerk zwischen Unternehmern und Forschung
Grenzüberschreitende Pro Green Netzwerker: Klaus Meyer, Stefano Dal Savio, Stefano Prosseda, Gianni Lazzari, Maurizio Bergamini (Foto: TIS)
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Eines der  wichtigsten Instrumente zur Stärkung der Energiewirtschaft in Südtirol ist ein Protokoll zur Zusammenarbeit im Bereich der green technologies in der Euregio, der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. „Das von den drei Provinzen unterschriebene Einvernehmensprotokoll zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen des nachhaltigen Bausektors zu stärken und Synergien zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen zu nutzen", führte Südtirols Landeshauptmann Kompatscher aus. Kompatscher erinnerte daran, dass der Bausektor ein wichtiger Motor der Südtiroler Wirtschaft sei. Von Investitionen in diesen Sektor profitiere, so Kompatscher, das gesamte Wirtschaftssystem.

Im Verlaufe der Tagung wurden dann die Ergebnisse des Interreg Italia-Austria Projekts „Pro-Green" vorgestellt; hervorzuheben sind besonders der „Leitfaden zu den Dienstleistungen für Unternehmen in den Bereichen Nachhaltiges Bauen und Erneuerbare Energien" und eine Online-Datenbank, die alle Unternehmen dieses Sektors in der Euregio bündelt. „Es handelt sich um eine erste wichtige Maßnahme zur Steigerung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Behörden, Unternehmen und Forschung", betont Kompatscher. „Mit diesen Hilfsmitteln haben wir die Suche nach Technologiepartnern oder Lieferanten innerhalb der Euregio enorm vereinfacht", erklärt Stefano Dal Savio vom Bereich Energie & Umwelt im TIS innovation park, der für die Organisation der Tagung verantwortlich zeichnete. Im Leitfaden sind 27 Laboratorien, Forschungseinrichtungen und Zertifizierungsstellen aufgeführt, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen. Die Online-Datenbank umfasst außerdem mehr als 300 Unternehmen, die den Zweigen „Erneuerbare Energie" und „Nachhaltiges Bauen" zugeordnet sind. Sie macht Angaben zu Schwerpunktthemen, zur Art des Unternehmens und zum geographischen Tätigkeitsgebiet innerhalb der Euregio. In nur sechs Monaten wurde der Leitfaden bereits über 250 Mal downgeloadet.

In Südtirol bringt die Provinz einige Maßnahmen auf den Weg, die den Sektor hingegen konkret unterstützen. Sie wurden bei der Veranstaltung von Maurizio Bergamini Riccobon, Direktor der Abteilung für Innovation, vorgestellt: „Für das operationelle Programm «Investitionen in Wachstum und Beschäftigung» haben wir 32.789.088 Euro bereitgestellt, um öffentliche und private Forschung, Technologietransfer und Zusammenarbeit zwischen Forschung und Unternehmen zu unterstützen. Dabei denken wir besonders an kleine und mittlere Unternehmen". Die Abteilung wird im Jahr 2015 zudem die zweite Ausschreibung „Hochqualifiziertes Personal" durchführen, die Unternehmen unterstützt, die hochqualifiziertes Personal einstellen. „Im Jahr 2014 sind für diese Ausschreibung 24 Anträge eingegangen und seit Anfang 2015 haben wir bereits 7 erhalten", bestätigt Bergamini. Für die Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten sind 2014 hingegen 159 Anträge eingegangen, für Kooperationsprojekte 90.

Andrea Zaghi vom italienischen Industrieverband für den Sektor der erneuerbaren Energie (Assorinnovabili) zeigte dann den Status Quo im Bereich der Fördergelder für erneuerbare Energieträger auf: „Das schnelle Wachstum der letzten Jahre wird gebremst und zwar durch die weniger förderliche Politik der aktuellen Regierung". Einerseits wartet der Sektor sehnsüchtig auf das Ministerialdekret zu den Fördermaßnahmen für Erneuerbare Energien der nächsten beiden Jahre und zudem wurden beispielsweise durch die Verabschiedung des Gesetzes Nr. 9/2014 (das sogenannte „legge spalma incentivi") italienische und internationale Investoren abgeschreckt. Das Gesetz betrifft bereits ausbezahlte Fördergelder im Photovoltaikbereich, die rückwirkend gekürzt werden.

TIS


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