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Makroregion: Schwerpunkte, Organisation, Zeitplan

Über den Zeitplan zur Schaffung einer Makroregion Alpen, über deren zentrale Themen und Organisation hat Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher heute (30. September) die Landesregierung informiert. Grund war das Treffen der beteiligten italienischen Regionen sowie Südtirols und des Trentino in Mailand, an dem Kompatscher gestern Abend teilgenommen hat.

48 Länder aus sieben Staaten, 450.000 Quadratkilometer und rund 70 Millionen Einwohner soll die Makroregion bündeln, die derzeit als Interessensgemeinschaft der Alpenländer geschaffen wird. "Wir erhoffen uns dadurch mehr Rückhalt für die alpenspezifischen Themen, vor allem in Brüssel", so der Landeshauptmann, der allerdings auch zu bedenken gibt, dass die Daseinsberechtigung der Makroregion Alpen in der Stärkung der Berggebiete liege. "Es geht uns vor allem um den sensiblen Lebensraum Berg und weniger um die Ballungsgebiete im Voralpenland", so Kompatscher.

Um diese Ausrichtung der Makroregion zu unterstreichen, hat sich der Landeshauptmann gestern Abend mit den Vertretern der Regierungen aller beteiligten italienischen Regionen in Mailand getroffen. "Wir haben gestern die Schwerpunktthemen definiert, über die Organisation der Makroregion diskutiert und den Zeitplan abgesteckt", so Kompatscher, der als Schwerpunktthemen die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, die digitale Entwicklung, einen nachhaltigen Tourismus, den Schutz vor Naturgefahren, die grüne Energie und selbstverständlich auch Mobilität und Verkehr nennt. "Bei letzterem liegt der Fokus auf der Intermodalität, also auf einer effizienten Verbindung von Straße und Schiene", so der Landeshauptmann.

In Sachen Organisation ist man überein gekommen, dass keine eigene, sprich: zusätzliche Verwaltung der Makroregion aufgebaut werden solle. Vielmehr sollten Anliegen der Makroregion in Zusammenarbeit der bestehenden Länder-Verwaltungen abgewickelt werden, der Vorsitz rotiert zwischen den beteiligten Staaten. "Diese werden in einem zweiten Schritt entscheiden, welcher Regionen-Präsident effektiv die Führung übernehmen wird", so Kompatscher. Um bei einem rotierenden Vorsitz für die nötige Kontinuität zu sorgen, wird zudem die Figur eines Sonderbevollmächtigten eingeführt: "Diese Figur wird alle Maßnahmen koordinieren und dafür sorgen, dass die Projekte der Makroregion vorangebracht werden", so der Landeshauptmann, der heute betont hat: "Diese gestern auch in Mailand bekräftigte Organisation entspricht voll und ganz den Vorstellungen, die wir als Euregio haben."

Schließlich war gestern auch der Zeitplan hin zur Makroregion ein Thema des Treffens in Mailand. So wurde noch einmal bekräftigt, dass der entsprechende Aktionsplan im Rahmen einer internationalen Konferenz am 1. und 2. Dezember wieder in Mailand auf den Weg gebracht werden solle. "Dann werden alle 48 Länder, aber auch die sieben betroffenen Staaten vertreten sein", erklärte Kompatscher. Innerhalb Juni 2015 soll die EU-Kommission schließlich eine makroregionale Strategie für den Alpenraum auf die Beine stellen.

chr


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