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OriginAlp: Herkunft und Qualität von Lebensmitteln unter der Lupe

Herkunft und Qualität von Lebensmitteln sind wichtige Entscheidungskriterien für die Konsumenten, die zunehmend regionale Produkte bevorzugen. Im länderübergreifenden Projekt OriginAlp haben Partner aus Tirol und Südtirol drei Jahre an der Herkunfts- und Qualitätsbestimmung von regionalen Lebensmitteln geforscht und ihre Ergebnisse gestern in Innsbruck und heute (24. Juli) in Bozen vorgestellt.

Grenzübergreifendes Projekt OriginAlp (von li.): Direktor Oberhuber vom Versuchszentrum Laimburg, Professor Huck von der Uni Innsbruck, Tanja Mimmo von der Freien Universität Bozen, Obmann Joachim Reinalter vom Sennereiverband Südtirol
Zoomansicht Grenzübergreifendes Projekt OriginAlp (von li.): Direktor Oberhuber vom Versuchszentrum Laimburg, Professor Huck von der Uni Innsbruck, Tanja Mimmo von der Freien Universität Bozen, Obmann Joachim Reinalter vom Sennereiverband Südtirol

"OriginAlp ist ein länderübergreifendes Forschungsprojekt der Europäischen Union im Rahmen des Interreg IV Italien-Österreich", erklärt Landwirtschaftslandesrat Arnold Schuler. "Diese Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis ist wichtig und zukunftsweisend. Es freut mich sehr, dass die EU, das Land Tirol und Südtirol diese Forschungsarbeit unterstützen und so einen Schritt zur einfachen und schnelleren Herkunftsbestimmung und Qualitätsbestimmung setzen. Die Ergebnisse sind für Unternehmen und Konsumenten gleichermaßen wertvoll."

Am Versuchszentrum Laimburg wurden Qualität und Inhaltsstoffe von landwirtschaftlichen Produkten wie Milch und Milchprodukten, Äpfeln und Fleisch untersucht; an der Freien Universität Bozen wurde der Herkunftsnachweis für Produkte erforscht. An der Universität Innsbruck haben die Wissenschaftler an neuen Methoden zur raschen Prüfung von Qualität und Herkunft von regionalen Lebensmitteln mittels Infrarottechnologie gearbeitet. Die Agrarmarketing Tirol hat die verschiedenen Forschungsbereiche vernetzt, während der Sennereiverband Südtirol die Daten seines Labors zur Verfügung gestellt hat.

Am Versuchszentrum Laimburg haben die Forscher mit Hilfe von verschiedenen nass-chemischen Untersuchungen die Fettsäurezusammensetzung der Milch, die Qualität von Äpfeln während der Lagerung und die Nährstoffzusammensetzung im Fleisch untersucht. "Wir konnten beispielsweise nachweisen, dass die Qualität der Äpfel während der Lagerung konstant bleibt und dass wertvolle Inhaltsstoffe der Milch wie ungesättigte Fettsäuren von der Fütterung etwa mit Grünfutter zusammenhängen", erläutert Direktor Michael Oberhuber die Forschungsergebnisse des Versuchszentrums Laimburg. Diese Ergebnisse dienen als Datenbasis für weitere Forschungen zur Lebensmittelqualität und bilden die Grundlage für die Entwicklung von Methoden zur Qualitätsbestimmung wie etwa der Nah-Infrarot-Spektroskopie. Zudem konnte die Laimburg auf die Labordaten zur Milchanalyse des Südtiroler Sennereiverbandes zurückgreifen.

An der Freien Universität Bozen ist die Herkunft von Lebensmitteln mit der Isotopenanalyse bestimmt worden. Isotope sind Atome desselben chemischen Elements; sie ermöglichen einen Herkunftsnachweis und geben gleichzeitig Informationen etwa über Anbauverfahren oder den Einsatz verschiedener Düngemittel. Ermöglicht wurde die Analyse laut Universitätsdirektor Günther Mathà durch den Einsatz des Massenspektrometers für stabile Isotopen, den die Stiftung der Freien Universität Bozen vor vier Jahren für die Forschung angekauft hat.

Mit den Werten aus den nass-chemischen Analysen und der Isotopenanalyse konnte die Nah-Infrarot-Spektroskopie für die schnelle und einfache Untersuchung von Herkunft und Qualität der Lebensmittel am Institut für Analytische Chemie und Radiochemie der Universität Innsbruck eingestellt werden. "Mit dieser einfachen und schnellen Methode", berichtet Professor Christian Huck, "ist es möglich, Lebensmittel eines Herstellers eindeutig von anderen Produkten abzugrenzen. Die Messung mit ausschließlich Nah-Infrarot-Licht ist extrem schnell, kostengünstig und ungefährlich. Beim Apfel konnten wir so beispielsweise innerhalb eines Erntejahres Äpfel aus der Region Tirol deutlich von jenen aus anderen Ländern unterscheiden." Außerdem konnten die Wissenschaftler mit Hilfe der Referenzmethoden des Land- und Forstwirtschaftlichen Versuchszentrums Laimburg Qualitätsparameter wie Zucker- und Säuregehalt bestimmen. "Nah-Infrarot-Licht bringt die chemischen Bindungen der Moleküle in Schwingung. Diese Schwingungen sind charakteristisch wie ein Fingerabdruck und werden in einem Spektrum dargestellt. Prinzipiell können so jegliche chemische und auch physikalische Parameter bestimmt werden", erklärt Professor Huck.

"Diese Forschungszusammenarbeit", ist Landesrat Schuler überzeugt, "zeigt neue Möglichkeiten zur Herkunfts- und Qualitätsbestimmung auf. Einiges wird in der Praxis umgesetzt. Andererseits birgt die Qualitäts- und Herkunftsanalyse noch viele Herausforderungen und großes Forschungspotenzial, das es in Zukunft weiter auszuloten gilt."

Weitere Informationen gibt's auf der dreisprachigen Projekthomepage mit Filmen und Informationen zu den Ergebnissen: http://www.originalp.eu/

mac


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