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Qualitätsfleisch in der Europaregion

Vertreter aus Tirol, Südtirol und Trentino diskutierten am 21. Mai 2014 auf der Villa Blanka (Innsbruck) über ihre Qualitätsfleischprojekte. Chancen, Vermarktungsstrategien und Qualitätssicherung waren zentrale Themen. In Tirol nimmt die Produktion von Qualitätsfleisch seit Jahren zu. Grauvieh Almochs, Jahrling, Almschwein, Hofschwein, Kalbl und Berglamm sind bei den Konsumenten äußerst begehrt.

v.l. Dr. Hansjörg Prast, Direktor EOS, LH-Stv. ÖkR Josef Geisler, Obmann Agrarmarketing Tirol, Dr. Giuseppe Bax, Amtsdirektor Abteilung Tourismus im Trentino und  DI Wendelin Juen, Geschäftsführer Agrarmarketing Tirol Foto: AMTirol
Zoomansicht v.l. Dr. Hansjörg Prast, Direktor EOS, LH-Stv. ÖkR Josef Geisler, Obmann Agrarmarketing Tirol, Dr. Giuseppe Bax, Amtsdirektor Abteilung Tourismus im Trentino und DI Wendelin Juen, Geschäftsführer Agrarmarketing Tirol Foto: AMTirol
DI Wendelin Juen (Agrarmarketing Tirol), Tirols LH-Stv. ÖkR Josef Geisler, Dr. Hansjörg Prast (EOS) und Dr. Giuseppe Bax (Abt. Tourismus PAT) (v.l.n.r.) diskutieren über ihre Qualitätsfleischprojekte Foto: AMTirol
Zoomansicht DI Wendelin Juen (Agrarmarketing Tirol), Tirols LH-Stv. ÖkR Josef Geisler, Dr. Hansjörg Prast (EOS) und Dr. Giuseppe Bax (Abt. Tourismus PAT) (v.l.n.r.) diskutieren über ihre Qualitätsfleischprojekte Foto: AMTirol
Diskussion über Tiroler Qualitätsfleisch - moderiert von Thomas Arbeiter Foto: AMTirol
Zoomansicht Diskussion über Tiroler Qualitätsfleisch - moderiert von Thomas Arbeiter Foto: AMTirol

EVTZ – grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Europäischen Verbundes für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ), bei dem Tirol derzeit den Vorsitz hat, statt. „Die Politik unterstützt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Ziel ist es, voneinander zu lernen und gemeinsame Projekte zu etablieren“, betont LH-Stv. ÖkR Josef Geisler, Obmann der Agrarmarketing Tirol. „Der grenzüberschreitende Informationsaustausch wie heute zum Thema Qualitätsfleisch funktioniert perfekt. So können wir gemeinsam besser werden“, freut sich Geisler.

Fleisch der Extraklasse (Tirol)

„In Tirol hat sich in den letzten Jahren ein tolles Angebot an Qualitätsfleisch entwickelt. 268 Grauvieh Almochsen, 1.176 Stück Jahrling, 222 Almschweine, 781 Hofschweine, 940 Stück Kalbl und 941 Berglämmer wurden im Vorjahr mit dem Gütesiegel ‚Qualität Tirol‘ vermarktet und sind nicht mehr wegzudenken. Mehr als 1.000 Tiroler Bauern erwirtschaften damit einen Umsatz von rund 2,5 Millionen Euro“, hebt Geisler hervor. „Diese Projekte haben vor allem eines gemeinsam: Von der Produktionsberatung, über die stressfreie Schlachtung, optimale Reifung des Fleisches, das Zuschneiden des Fleisches bis zur Vermarktung müssen alle Bereiche Hand in Hand gehen. Nur so bekommt der Konsument ein Stück Fleisch der Extraklasse“, berichtet Geisler.


Wendelin Juen, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol, betont die Wichtigkeit verlässlicher Partner für die Entwicklung von Qualitätsfleischprojekten: „Das Erfolgskonzept der Tiroler Qualitätsfleischprojekte liegt in der ausgezeichneten Zusammenarbeit von der Produktion der Bauern über die Veredelung bis hin zur Vermarktung.“ Und das Angebot von Tiroler Qualitätsfleisch wächst weiter. „Derzeit arbeiten wir an der Umsetzung von Tiroler Speisefischen und Kitzfleisch. In 1-2 Jahren werden diese Produkte im Handel sein“, blickt Juen in die Zukunft.


Rindfleisch mit dem Qualitätszeichen Südtirol

„Die Grünlandregion Südtirol bietet die besten klimatischen und geografischen Voraussetzungen für die Rinderhaltung: So hat sich neben der Milchwirtschaft ein weiteres Standbein für Südtiroler Bauern entwickelt“, erklärt Dr. Hansjörg Prast, Direktor der Export Organisation Südtirol (EOS). „Milchkalb, Kalbin, Ochse, Jungrind und Jungkuh zählen zu den Südtiroler Rindfleischarten mit Qualitätszeichen. Dieses Zeichen garantiert, dass alle vermarkteten Tiere in Südtirol geboren, gemästet und geschlachtet werden. Der korrekt ausgefüllte Tierpass begleitet das Tier bis zur Schlachtung und garantiert die Rückverfolgbarkeit. Den Tieren wird vorwiegend natürliches, hofeigenes Futtermittel – Weißfleischkälbern ausschließlich Vollmilch – verabreicht“, betont Prast.

Auch von Produktion, Vertrieb und Absatzmarkt berichtet Prast. „Die Südtiroler Betriebe mit Rinderhaltung sind klein strukturiert. 30 % davon haben eine landwirtschaftliche Nutzfläche bis zu maximal 5 ha“, weiß Prast. „Südtiroler Rindfleisch wird von derzeit ca. 180 Bauern produziert und in 13 Metzgereien und deren Verkaufspunkten vertrieben. Die Produktion und der Verkauf richten sich dabei ausschließlich an die Südtiroler Konsumenten. 2014 wurden insgesamt 438 Rinder und Kälber mit dem Qualitätszeichen vermarktet“, hebt Prast stolz hervor.


Rinder aus dem Rendenatal (Trentino)

Auch im Trentino, einem Land, in dem sich die Berglandschaft in der temperierten Ebene des Gardasees auflöst, weiß man von Qualitätsfleischprojekten zu berichten. „Überliefertes Wissen erweist sich bei der Tierzucht und für den Schutz des Viehbestandes als äußerst wertvoll: die Luganega trentina, die Mortandela della Val di Non, die Ciuìga del Banale sind derart typische Wurstwaren, dass sie die Slow Food Schutzbezeichnung erlangt haben – bzw. die Carne salada, ein traditionelles Gericht der Trentiner Küche“, erläutert Dr. Giuseppe Bax, Amtsdirektor der Trentiner Abteilung für Tourismus. „2013 entstand ein Projekt zur Förderung der Rendena Rinderrasse. Hierbei handelt es sich um biologische Zucht mit dem Ziel, den regionalen Kreislauf der biologischen Fleischproduktion zu stärken“, erklärt Bax. „Im Trentino gibt es derzeit ungefähr sechzig Tierzüchter mit 5600 Großvieheinheiten pro Jahr, die vorwiegend als Jungrinder oder Kälber vermarktet werden bzw. das Fleisch für den Hausgebrauch liefern“ bemerkt Bax. „Für die Umsetzung des Projektes ist die Entscheidung auf das Rendenatal gefallen, weil dieses touristisch entwickelt ist. So entsteht ein natürliches Netz zwischen Erzeugern und Kunden, wie z.B. Hoteliers und Gastwirte, wodurch die Touristen mit gesunden, umweltfreundlich produzierten Lebensmittel verwöhnt werden“, hebt Bax hervor. „Derzeit befindet sich das Projekt vor dem Ende der Probephase. Das erste Biofleisch der Rendenarasse ist bereits an der Theke der Verkaufsstelle des Tierzuchtverbandes der Provinz Trient erhältlich“, zeigt sich Bax zufrieden.

 

Links:

Agrarmarketing Tirol

Export Organisation Südtiro

Abteilung Tourismus - Autonome Provinz Trient

 


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