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Arge Alp-Almatlas vorgestellt - LH Durnwalder: "Länderübergreifend fundierte Daten zur Almwirtschaft"

Der Almwirtschaft in den Alpenländern geht es im Vergleich zur gesamten Berglandwirtschaft gut: So lautet das Resümee des neuen Alm-/Alpatlas, der im Rahmen eines Arge Alp-Projekts entstanden ist. Die umfassende Erhebung und Beschreibung der Almen im Alpenraum wurde heute (13. Juli) von Landeshauptmann Luis Durnwalder in Prags vorgestellt.

Euregio-Präsident Durnwalder bei der Präsentation des Arge-Alp-Almatlas
Zoomansicht Euregio-Präsident Durnwalder bei der Präsentation des Arge-Alp-Almatlas

"Der große Wert des Almatlas liegt darin, dass es gelungen ist, ein genaues Bild der aktuellen Situation der Almwirtschaft in den Alpenländern zu zeichnen", betonte LH Luis Durnwalder bei der Präsentation des Werkes im Hotel Pragser Wildsee. Erstmals seien länderübergreifend fundierte Daten zur Almwirtschaft in den Alpenländern gesammelt und diese dann mit Hilfe von Experten anschaulich und verständlich aufbereitet worden. Der Almatlas sei damit ein Nachschlagewerk für Politik, Verwaltung und Fachexperten, aber auch für den interessierten Laien. "Zudem handelt es sich um ein kulturhistorisches Dokument mit einzigartigem Wert, das Vergleiche ermöglicht und die Entwicklung der Almen aufzeigt. Somit können Maßnahmen gesetzt werden, um Bergregionen zu fördern und das künftige Gelingen der Almwirtschaft zu sichern", betonte Durnwalder.

Der 185-Seiten-starke Alm-/Alpatlas enthält neben den allgemeinen Angaben zur Alm bzw. Alpe und Kennzahlen wie Umfang an Fläche, Vieh und Gästebetten auch Informationen über die Wirtschafts-, Umwelt- und Landschaftsleistungen der Alm und deren ökologische Besonderheiten. Die Themen sind mit Karten, Grafiken und Bildern aufbereitet und die Inhalte knapp und prägnant dargestellt. Der Atlas gliedert sich in die Schwerpunkte "Aktuelle Situation der Berglandwirtschaft", "Standortvoraussetzungen und Naturraum", "Besitzverhältnisse und Infrastruktur", "Almpersonal", "Aktuelle Situation und Entwicklung der Almwirtschaft" sowie "Ökologische Dienstleistungen". Wichtige Themen, für die flächendeckende Daten fehlen, werden den Lesern anhand von Beispielalmen anschaulich näher gebracht. Interviews mit Menschen, die mit den Almen verbunden sind, sowie ein kurzes Kapitel mit den wesentlichen Schlussfolgerungen runden die Information ab.

Details zum neuen Almatlas präsentierte Erich Tasser, Leiter des Instituts für Alpine Umwelt an der EURAC in Bozen. "Die Almen sind ein wesentliches Element der Kulturlandschaft im Alpenraum. Ihre Entwicklung und ihre Zukunft hängt von vielen Faktoren ab", betont der Wissenschaftler. Sein Fazit: Im Grunde gehe es der Almwirtschaft im Vergleich zur gesamten Berglandwirtschaft gut. "Die Anzahl der Almen ist in den letzten Jahren kaum zurückgegangen. Die bestehenden Almen haben jedoch viele Weideflächen verloren", so Tasser.

Heute sei die Alm vielfach Sömmerungsgebiet für Jungvieh, Galtvieh und Kleinvieh und weniger Produktionsstätte für Milch, Butter und Käse. Für die Zukunft bescheinigt Tasser den Almen ein großes Potenzial: "Eine nachhaltige Almwirtschaft erfüllt wichtige ökologische Funktionen, etwa durch den Erhalt der Artenvielfalt. Zudem ist die Almlandschaft gesellschaftlich von Bedeutung und von hohem touristischen Nutzen. Gerade bei den Almprodukten wie Milch, Käse, Fleisch etc. gibt es noch viele unausgeschöpfte Möglichkeiten." Vorarlberg, Tirol und Südtirol würden bei der touristischen Nutzung positiv herausstechen.

Die größten Probleme der Almwirtschaft seien hingegen wenig gut ausgebildetes und erfahrenes Personal und eine zu geringe Wertschöpfung. "In Zukunft ist ein verstärktes Engagement der Gesellschaft für eine nachhaltige Almwirtschaft notwendig", erklärt Erich Tasser. "Zudem regen wir an, ein internationales Monitoring der Almwirtschaft aufzubauen, um auf eventuelle Fehlentwicklungen rasch reagieren zu können." Mit dem Almatlas sei ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung gesetzt worden. Die begonnene, gute Zusammenarbeit der Ländervertreter soll daher künftig eine Fortsetzung finden.

Das Projekt Alm-/Alpatlas wurde bei der 41. Arge-Alp-Regierungschefkonferenz im Juni 2010 in Eppan unter Südtiroler Vorsitz genehmigt und 2013 abgeschlossen. An dem Projekt gearbeitet hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Länder Bayern, Graubünden, Salzburg, St. Gallen, Tirol, Trentino und Vorarlberg unter der Leitung der Südtiroler Landesabteilungen Landwirtschaft (Koordinator Valentin Mair) und Forstwirtschaft (Koordinator Andreas Kasal). Umgesetzt wurde das Projekt durch das Institut für Alpine Umwelt der EURAC in Bozen unter Leitung von Erich Tasser in Kooperation mit der Umweltbüro GmbH aus Kärnten.

Der Arge Alp Alm/Alp-Atlas ist ab Montag, 15. Juli auf der Arge Alp-Homepage unter http://www.argealp.org/ zur Einsichtnahme und zum Download verfügbar.


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