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Milchhof Sterzing und Milchbauern des Nordtiroler Wipptales gründen Partnerschaft

Nach dem Rekordjahr 2012 bei Nettoumsätzen und verarbeiteten Milchmengen stellt die Genossenschaft Milchhof Sterzing die wirtschaftlichen Weichen für die Zukunft: Die neue Partnerschaft mit den Milchbauern des nördlichen Wipptales sichert den zuletzt stark gestiegenen Bedarf an Qualitäts- und Biomilch und bringt Planungssicherheit für ein gesundes Wachstum.

Tirols Altlandesrat und Sprecher der Nordtiroler Wipptaler Milchbauern Anton Steixner mit dem Obmann Adalbert Braunhofer und dem Geschäftsführer Günther Seidner des Milchhofs Sterzing
Zoomansicht Tirols Altlandesrat und Sprecher der Nordtiroler Wipptaler Milchbauern Anton Steixner mit dem Obmann Adalbert Braunhofer und dem Geschäftsführer Günther Seidner des Milchhofs Sterzing

2012 war für die Genossenschaft Milchhof Sterzing ein Rekordjahr: Die Nachfrage nach den veredelten Milchprodukten wie dem Sterzinger Joghurt ist weiter angestiegen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 51,5 Mio. Kilogramm Milch verarbeitet – so viel wie noch nie zuvor. Die Nettoumsätze konnten auf über 70 Mio. Euro gesteigert werden und erreichten damit ebenfalls einen Höchststand. 1990 etwa erwirtschaftete die Genossenschaft Milchhof Sterzing noch rund 15 Mio. Euro.

„Somit können wir unsere zentrale Aufgabe als Genossenschaft derzeit perfekt erfüllen“, erklärt der Obmann, Adalbert Braunhofer. „Nämlich unseren Mitgliedern einen guten Milchpreis auszahlen, somit deren Einkommen sichern und unseren Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze bieten.“

Eigenmilchmengen werden derzeit zu 100 Prozent verarbeitet

Jedoch muss sich die Genossenschaft nun neuen Herausforderungen stellen. Die Milchproduktion ist im Raum Sterzing aber auch in ganz Südtirol leicht rückläufig. Die Verarbeitung steigt aber zugleich dank der über die Jahre gewachsenen Nachfrage nach den Qualitätsprodukten des Milchhof Sterzing an. Mittlerweile wird die gesamte Menge der Milch der Genossenschaftsmitglieder verarbeitet – 2012 waren das 44,7 Mio. Kilogramm. 6,8 Mio. Kilogramm mussten von außen zugekauft werden.

„Im Sommer wird sich dieses Problem verschärfen“, so Braunhofer. „Denn die Milchproduktion geht dann generell zurück und wir können die Mengen, die wir für die Verarbeitung brauchen, kaum mehr zukaufen – außer wir nehmen dafür besonders hohe Kosten in Kauf. Ein vernünftiges Wirtschaften ist unter solchen Umständen langfristig nicht möglich. Was wir also brauchen, ist Planungssicherheit, bzw. Möglichkeiten, um diese Engpässe abzuschwächen.“ Eine Möglichkeit ist für die Genossenschaft der geplante Südtiroler Milchpool. „Jedoch wird dieser allein nicht ausreichen, um unsere aktuelle Situation zu entschärfen“, erklärt der Direktor des Milchhof Sterzing, Günther Seidner.

Neue Partnerschaft mit Milchbauern des nördlichen Wipptales

Daher braucht es künftig auch einen starken Partner, der die Genossenschaft Milchhof Sterzing kontinuierlich über das ganze Jahr hindurch mit hochqualitativer Milch, aber vor allem auch mit Biomilch versorgt. „Die Milchbauern des nördlichen Wipptales sind dafür der ideale Partner“, erklären Braunhofer und Seidner. „Die Nordtiroler werden daher ab 1. April 2014 als neue Liefergemeinschaft Mitglied der Genossenschaft Milchhof Sterzing sein.“

„Sie stellen Milch in gleicher Qualität wie die Bauern des südlichen Wipptales her und das in ausreichender Menge“, betont Adalbert Braunhofer. „Darüber hinaus produzieren die kleinen Höfe im nördlichen Wipptal mehr als 700.000 Kilogramm Biomilch.“ In diesem Segment konnte der Milchhof Sterzing in den vergangenen Jahren besondere Zuwächse verzeichnen und nimmt in Südtirol eine Vorreiterrolle ein: Im Jahr 2000 hat die Genossenschaft als erster Südtiroler Produzent Bioprodukte auf den Markt gebracht. „Seither geht die Nachfrage nach diesen Produkten permanent nach oben“, erklärt Günther Seidner. „Jedoch bekommen wir hierfür in Südtirol kaum die notwendige Milch.“

Die Wege zur Anlieferung sind mit 15 bis 40 Kilometern kurz. Abholungen außerhalb des Einzugsgebietes will die Genossenschaft nämlich vermeiden, weil Sie ökologisch kontraproduktiv und ökonomisch wenig sinnvoll sind.

„Die Voraussetzungen für die zukünftige Zusammenarbeit sind also optimal“, fasst Milchhof Obmann Braunhofer zusammen. „Weil wir unseren Kunden die Qualität unserer Produkte zu 100 Prozent garantieren können, weil die Transportwege kurz sind und weil wir unser Wachstum besser planen können. Somit ist diese neue Zusammenarbeit mit den Milchbauern des nördlichen Wipptales der nächste logische Schritt in unserer wirtschaftlichen Entwicklung.“

Erstes grenzüberschreitendes Projekt mit einer konkreten Zusammenarbeit
Die neue Partnerschaft stellt das erste grenzüberschreitende Projekt mit einer konkreten wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Nord- und Südtirol dar. Ganz besonders freut sich darüber der frühere Agrarlandesrat und Sprecher der Milchbauern des nördlichen Wipptales, Anton Steixner. „Jetzt haben wir endlich etwas Greifbares in der Hand, das hoffentlich beispielgebend für andere Bereiche ist. Die alten Grenzbalken sind zwar schon lange gefallen, aber in den Köpfen sind sie teilweise immer noch da. Ich hoffe, dass wir in den kommenden Jahren mehr in Regionen und weniger in alten Grenzen denken.“

Steixner sieht in der neuen Partnerschaft eine langfristige Perspektive für die Milchbauern des Wipptales, weil es für alle Beteiligten eine breite Win-Win Situation gibt. „Wir können den Sterzingern auf vielen Ebenen helfen, insbesondere beim Ausbau des Bio-Segments, für das wir Biomilch in bester Qualität anliefern können. Umgekehrt haben wir mit dem Milchhof einen Partner mit Handschlagqualität, der ähnlich denkt wie wir und die Qualität unserer Milch zu schätzen weiß.“

Quelle: Milchhof Sterzing

 

 


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