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Öffentlicher Verkehr abseits von Diesel & Co

Österreichweit 1. Wasserstoff-Forum ging in Tirol über die Bühne.

v.l.: Lionel Boillot (Fuel Cell and Hydrogen Joint Undertaking), LHStv Josef Geisler, LHStvin Ingrid Felipe, Frank Koch (Deutscher Brennstoffzellen Cluster) und Ekkhard Allinger-Csollich (Abteilung Verkehr, Land Tirol)
Zoomansicht v.l.: Lionel Boillot (Fuel Cell and Hydrogen Joint Undertaking), LHStv Josef Geisler, LHStvin Ingrid Felipe, Frank Koch (Deutscher Brennstoffzellen Cluster) und Ekkhard Allinger-Csollich (Abteilung Verkehr, Land Tirol)

Noch stecken die Technologien für alternative Antriebssysteme im öffentlichen Verkehr abseits von Diesel & Co in den Kinderschuhen. Elektro- oder mit Wasserstoff betriebene Busse sind nur vereinzelt und vielfach im Probebetrieb unterwegs. „Wir wollen in Tirol aber im Sinne des Klimaschutzes und der Energieautonomie bei der Umstellung des öffentlichen Verkehrs auf alternative Antriebssysteme vorne mit dabei sein und holen uns beim österreichweit ersten Wasserstoff-Forum Know-how und Erfahrungen aus anderen Ländern“, führen LHStvin Ingrid Felipe und LHStv Josef Geisler anlässlich der Eröffnung des erstmalig stattfindenden Wasserstoff-Forums heute, Freitag, aus.

Energiewende in der Mobilität

Bis zum Jahr 2050 will Tirol energieautonom sein und seinen Energiebedarf auf Basis erneuerbarer, im Land verfügbarer Ressourcen decken. „Die Mobilität hat mit über 40 Prozent einen sehr hohen Anteil am Gesamtenergiebedarf. Um unser Ziel der Energieautonomie zu erreichen, müssen wir im Verkehrsbereich 80 Prozent der derzeit verbrauchten Energie einsparen“, erläutert Energielandesrat Geisler. Dabei spiele auch der öffentliche Verkehr eine wichtige Rolle. Hier müsse gerade auch die öffentliche Hand Wegbereiter für neue Antriebsformen sein, meint Geisler. Nicht zuletzt im Sinne des Technologiewettbewerbs wolle man beim Thema Wasserstoff dabei sein. Wasserstoff ist zum einen eine Möglichkeit, elektrische Energie aus Wasser-, Sonnen- oder Windkraft zu speichern und gleichzeitig ein CO2-freies Antriebssystem.

Klimafreundlich in Fahrt

„Tirol hat in den vergangenen Jahren den öffentlichen Nahverkehr unter großen Anstrengungen massiv ausgebaut und mit der Einführung des Tiroltickets auch preislich sehr attraktiv gemacht. Mittelfristig wollen wir auch die Umstellung des öffentlichen Verkehrs auf alternative Antriebsformen angehen“, kündigt Mobilitäts- und Klimaschutzreferentin Ingrid Felipe an. Dass die Zeichen europaweit auf eine Energiewende in der Mobilität stehen, zeigen die ersten Vorschläge der EU-Kommission zur Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs. Ab 2025 soll mindestens die Hälfte der neu anzuschaffenden Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr mit alternativen Antriebssystemen ausgestattet sein.

„Das wird uns alle – Verkehrsunternehmen, Verkehrsverbünde und Gebietskörperschaften – vor große Herausforderungen stellen“, ist sich Felipe sicher. Deshalb sei es wichtig, sich frühzeitig mit den derzeit zur Verfügung stehenden Technologien auseinanderzusetzen. Wasserstoff sei ein möglicher alternativer Antrieb. Bislang gebe es aber nur Pilotprojekte. Zudem seien die Kosten noch sehr hoch und wirtschaftlich derzeit für einen Regelbetrieb kaum darstellbar.

EU schiebt Technologie an

Geht es allerdings nach den Plänen der EU-Kommission, so soll es in den kommenden Jahren zu einem wahren Technologieschub im Bereich der alternativen Antriebssysteme kommen. Die EU-Kommission hat daher ein eigenes gemeinsames Unternehmen gegründet, bei dem Kommission, Industrie, Städte und Regionen gemeinsam Strategien entwickeln, um die Dekarbonisierung zu erreichen. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen und erforderlichen Innovationen derart zu entwickeln, dass die Wende technisch und vor allem wirtschaftlich möglich ist. Erste Erfahrungen mit der Wasserstofftechnologie im öffentlichen Verkehr gibt es im benachbarten Bozen oder auch in Köln und Hamburg.

Veranstalter des 1. Wasserstoff-Forums, das bei VertreterInnen von Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünden sowie Energieversorgern aus ganz Österreich auf reges Interesse stieß, ist das Land Tirol gemeinsam mit dem VVT, der Stadt Innsbruck und den IVB.

Christa Entstrasser-Müller


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