News

Tirol und Südtirol im Gleichklang Richtung nachhaltiger Mobilität

Das Land Südtirol hat kürzlich unter dem Motto #smartunterwegs sein Aktionspaket für nachhaltige Mobilität gestartet. Konkret gibt es eine Ankaufsprämie von 4.000 Euro für Elektroautos. Auch im Bundesland Tirol wird der Ankauf von E-Autos, Hybridfahrzeugen (ausgenommen Diesel) und Wasserstoffautos ab 1.3.2017 mit bis zu 4.000 Euro unterstützt.

LHStv Josef Geisler setzt auf E-Mobilität und erwartet sich von der Bundesförderungen neuen Antrieb für die E-Autos und die Energieautonomie Tirols
Zoomansicht LHStv Josef Geisler setzt auf E-Mobilität und erwartet sich von der Bundesförderungen neuen Antrieb für die E-Autos und die Energieautonomie Tirols
Nachhaltige Mobilität im Fokus: Reiterer, LR Theiner, LH Kompatscher, LR Mussner und Wohlfarter (FOTO: Roman Clara - www.provinz.bz.it/news)
Zoomansicht Nachhaltige Mobilität im Fokus: Reiterer, LR Theiner, LH Kompatscher, LR Mussner und Wohlfarter (FOTO: Roman Clara - www.provinz.bz.it/news)

Situation in Tirol

Tirols Energielandesrat LHStv Josef Geisler rät allen (27.2.), die sich im nächsten halben Jahr ein Elektrofahrzeug anschaffen wollen oder in diesem Jahr bereits eines gekauft haben, sich online zu registrieren und sich so die Ankaufförderung zu sichern, denn „diese Förderung wird sicher kein Ladenhüter“. Mit Ende 2016 waren in Tirol 734 rein elektrisch betriebene Autos sowie 1.617Benzin/Hybridfahrzeuge und sechs Wasserstoffautos unterwegs. Von derzeit 0,2 Prozent auf fünf Prozent will Tirol den Anteil der reinen Elektrofahrzeuge steigern. „Die Rahmenbedingungen für die E-Mobilität sind auch abseits der Ankaufsprämie sehr attraktiv“, ist Geisler überzeugt. Nicht nur die steuerlichen Vorteile, auch die weitgehende Wartungsfreiheit, die Energieeffizienz, das Fahrgefühl und der stetige Ausbau der Ladeinfrastruktur und steigende Reichweiten sprechen für diese saubere und nahezu geräuschlose Form der Mobilität. In Tirol gibt es bereits 200 öffentliche Ladepunkte für E-Autos, bis 2020 sollen es 1.000 sein. Das sieht das Aktionsprogramm E-Mobilität 2017-2020 des Landes vor.

Tanken zum Nulltarif

Der überwiegende Teil der Elektroautos wird zuhause geladen. „Wer etwa eine Solaranlage auf dem Dach hat und diese vielleicht noch mit einem Batteriespeicher ergänzt, kann sein Fahrzeug bequem und fast zum Nulltarif zuhause aufladen“, erklärt Geisler. Das Land Tirol unterstützt den Einbau fortschrittlicher Batteriespeicher und intelligenter Steuerungssysteme zur Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils privater Photovoltaikanlagen mit bis zu 3.500 Euro. Beim Ankauf eines prämiengeförderten E-Autos oder Hybridfahrzeuges wird vom Bund auch die Errichtung einer Heimladestation (Wall Box) mit 200 Euro unterstützt.

Der Umbau des Mobilitätssystems von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energieträger aus heimischer Produktion ist ein zentrales Element der Energiewende „Tirol 2050 energieautonom“. 43 Prozent des Energiebedarfs und ein Gutteil der Schadstoffemissionen entfallen auf den Verkehr.  

Aktionspaket des Bundes zur E-Mobilität:  www.umweltfoerderung.at

Landesförderung Stromspeicher für PV-Anlagen: www.tirol.gv.at/umwelt/energie/energiefoerderungen

Situation in Südtirol

Auch Südtirol soll sich zu einer Modellregion für nachhaltige alpine Mobilität  entwickeln. Dafür bündeln die Ressorts für Wirtschaft, Energie und Umwelt sowie Mobilität und Verkehrsnetz nun ihre Kräfte. Die ersten konkreten Schritte zur Umsetzung des umfangreichen Maßnahmenpakets für nachhaltige Mobilität unter dem Leitthema #smartunterwegs haben Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher, Umweltlandesrat Richard Theiner, Mobilitätslanderat Florian Mussner, Green-Mobility-Koordinator Harald Reiterer und Alperia-Generaldirektor Johann Wohlfarter am 2. März in Bozen präsentiert. Die breite Palette an Maßnahmen reicht dabei von der Förderung des Radfahrens über den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel bis hin zu jener der Elektromobilität. Ausgearbeitet hat den umfassenden Entwicklungsplan die eigens von der Landesregierung eingesetzte Arbeitsgruppe „Green Mobility“.  „Verkehr vermeiden, verlagern und verbessern sind für diese Entwicklung die tragenden Säulen“, unterstrich Landeshauptmann Kompatscher. Der Klimawandel sei Realität und um die Umwelt für nachfolgende Generationen zu erhalten, brauche es Maßnahmen, so Kompatscher und griff das Thema „Verkehr verbessern“ auf. „Mit einer Ankaufsprämie von 4000 Euro auf standardisierten Listenpreis von Elektroautos, also 2000 Euro vom Land und 2000 Euro von den Autohändlern, wollen wir eine zukunftsgerichtete Kaufentscheidung anregen“, betonte Kompatscher. Einzige Voraussetzungen für den Preisnachlass sind die Ansässigkeit des Käufers in Südtirol und Immatrikulierung des Fahrzeugs in Südtirol. Zusätzlich gibt es laut Landeshauptmann fünf Jahre Befreiung von der Autosteuer und danach ist für den Besitzer nur 22,5 Prozent des normalen Steuersatzes zu bezahlen. Im Weltjahr für den nachhaltigen Tourismus solle der Respekt für die Umwelt auch in die Tourismuswerbung einfließen, so Kompatscher.

Umweltlandesrat Theiner verwies in punkto „Verkehr vermeiden“ auf die Kohlenstoffdioxid-Emission, die 2008 pro Südtiroler bei 4,9 Tonnen lag und bis 2020 auf unter 4 Tonnen und bis 2050 auf unter 1,5 Tonnen pro Jahr und Einwohner gesenkt werden soll. Während Elektrofahrzeuge einen Wirkungsgrad von 90 Prozent erreichen, schaffen Autos mit Verbrennungsmotor gerade einmal ein Drittel davon, denn zwei Drittel des eingesetzten Kraftstoffs verpuffe ungenutzt, betonte Theiner. - Auch bei der Raumentwicklung gilt das Prinzip der kurzen Wege, nämlich kompakte Siedlungen statt Zersiedelung der Landschaft; attraktive Ortskerne statt Attraktionspunkte auf der grünen Wiese, so der Umweltlanderat.

„Unser Konzept sieht ein nachhaltiges Miteinander aller Mobilitätsformen vor und will Mobilität und Lebensqualität vereinen, wozu jeder einen Beitrag leisten kann“, hob Mobilitätslandesrat Mussner zum Thema „Verkehr verlagern“ hervor. „Täglich nutzen 146.000 Personen, das sind über ein Viertel der Südtiroler Bevölkerung die Bahn als Rückgrat der öffentlichen Verkehrsmittel und das kapillare Busnetz, das bis in die Dörfer reicht – zudem steht Bozen bei der bei Radmobilität in Italien an erster Stelle“, sagte Mussner. Auch der Fuhrpark der öffentlichen Einrichtungen soll so weit möglich schrittweise auf emissionsfreie Fahrzeuge umgestellt werden -ein entsprechender Beschluss der Landesregierung mit dem Prinzip der Beweislastumkehr sei in Ausarbeitung, so der Landesrat. In Vorbereitung ist derzeit laut Mussner auch ein eigener Fördertopf über den Initiativen für nachhaltige Mobilität von privaten und öffentlichen Organisationen unterstützt werden sollen.

„Derzeit sind 275 Elektrofahrzeuge immatrikuliert, zählt man die Fahrzeuge der Leasingbetriebe dazu, dann sind es über 600“, berichtete Green-Mobility-Koordinator Reiterer und wies auf den ressortübergreifenden Ansatz für eine lebenswerte Zukunft hin, der, verglichen mit anderen Ländern, besonders sei. Elektrofahrzeuge gebe es in zwei technologischen Formen, und zwar als Elektrofahrzeuge mit Batterien und als Brennstoffzellenfahrzeuge mit Wasserstofftank und beide würden gefördert, so Reiterer. Wichtig sei auch die Förderung für elektrisch betriebene Kleinmofas (30 Prozent, bis maximal 1000 Euro) und Lastenfahrräder (30 Prozent, bis maximal 1500 Euro), die es vorerst für Betriebe gebe, so Reiterer. Auch Ladestationen sollen in Kürze mit maximal 1000 Euro gefördert werden.

Die Energiegesellschaft Alperia unterstütze das Land beim Ausbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur, damit sich die Fahrer von Elektrofahrzeugen sicher bewegen könnten, kündigte Alperia-Generaldirektor Wohlfarter an. Zurzeit habe die Alperia 32 Ladestationen und zähle 1000 Ladevorgänge pro Monat. Auch die Hälfte ihrer eigenen 350 Fahrzeuge wolle die Alperia elektrisch einkaufen, so Wohlfarter. Für die Elektrofahrzeug-Nutzer ist laut Wohlfarter ein umfangreiches Servicepaket geplant mit verschiedenen Angeboten für Ladestationen (home, business, destination und fast charging) sowie maßgeschneiderten Tarifsystemen und Auflademöglichkeiten ebenso wie Pannenhilfe, Schulung sowie einem Callcenter.

Neben der Förderung der Elektromobilität werden nun laufend weitere Maßnahmen aus dem Paket von #smartunterwegs  umgesetzt, an dem Vertreter der Landesabteilungen Wirtschaft, Mobilität, Raumordnung, Umwelt und Energie, des Gemeindenverbands, des Südtiroler Energieverbands SEV, des Wasserstoffzentrums IIT, der Alperia, der Südtiroler Transportstrukturen AG und der Organisation Carsharing unter dem Vorsitz von Florian Zerzer ein Jahr lang gefeilt haben.

Videos:
https://we.tl/bNA2iFFfNJ

Interview LH Kompatscher
https://we.tl/vAnp6nnizL

Interview LR Theiner
https://we.tl/4boBXk8OBN

Interview LR Mussner
https://we.tl/p4icp7XXUN

Interview LR Mussner (lad.)
https://we.tl/ZcZaVbfITk

Audio-Dateien:

https://we.tl/RwX2peJT9n

Christa Entstrasser-Müller und Angelika Schrott


» alle News


Inhalt teilen:  Facebook google+ twitter