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Sektorales Fahrverbot: "Schutz der Gesundheit an oberster Stelle"

Die stufenweise Einführung eines sektoralen Lkw-Fahrverbots hat die Tiroler Landesregierung gestern beschlossen. Unterstützung dafür kommt auch von der Südtiroler Landesregierung, wie Umweltlandesrat Richard Theiner in einer Stellungnahme betont.

Brennerachse: Grenzüberschreitende Bemühungen, die Luftqualität zu verbessern
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Im Detail sieht der Beschluss der Tiroler Landesregierung vor, dass Solo-Lkw der Klasse Euro II ab Sommer 2016 und alle Lkw (Solo, Lastzüge, Sattelkraftfahrzeuge) der Klasse Euro III mit Ende 2017 verboten werden, wobei es bei Solo-Lkw eine Ausnahme vom Euro III-Verbot für den regionalen Kurzstrecken- und Verteilerverkehr bis 2019 geben wird. Darüber hinaus werden Lkw der Klasse Euro-VI bis zum April 2018 für Güter wie Holz oder Aushub und bis Juli 2018 für Güter wie Eisenerze oder Stahl vom Sektoralen Fahrverbot ausgenommen. Ab Juli 2018 soll das gesamte sektorale Fahrverbot verordnet werden. Mit dieser Maßnahme sollen 200.000 Lkw pro Jahr auf die Schiene verlagert werden. Ziel sei es, wie Tirols LH Günther Platter gestern betonte, die Luftqualität in Tirol zu verbessern.

"Über zwei Millionen Lkw, die derzeit auf der Brennerachse jährlich verkehren, sind eine enorme Belastung für die Bevölkerung. Deren Gesundheit muss für uns im Vordergrund stehen", betont Landesrat Richard Theiner. Als Verantwortlicher für die Umweltagenden in der Landesregierung unterstütze er alle Vorhaben, die dem Schutz der Umwelt und der Gesundheit der Anrainer dienen. Theiner verweist auf die Anstrengungen in Südtirol, in Übereinstimmung mit den Nachbarländern die Eurovignette einzuführen, die dem Verursacherprinzip folgt, das heißt, wer mehr verschmutzt, soll auch mehr zahlen. "Dass es im Zuge der Autobahnkonzession die Möglichkeit dazu gibt, stimmt uns positiv", so Theiner. Ausdruck der grenzüberschreitenden Bemühungen, die Luftqualität zu verbessern, sei auch das EU-Projekt "Brenner LEC", das u. a. mit der A22 und der Uni Trient eingereicht wurde, um im Unterland die Auswirkungen einer dynamischen Geschwindigkeitsregulierung auf der Autobahn auf die Luftqualität zu testen. Eine Entscheidung ist noch in diesem Frühjahr zu erwarten. 

Sektorales Fahrverbot begünstigt Rollende Landstraße (Rola)

Zu bedenken ist, dass Einschränkungen im Lkw-Verkehr der Rola zwischen Brenner und Trient zugutekommen, die auf diese Weise attraktiver wird. Damit die Lkws nicht am Brenner die Rola wieder verlassen, bezuschusst di Region Trentino-Südtirol diese Alternative, um eine Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene zu begünstigen.

mpi


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