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Aktionsgemeinschaft Brennerbahn: LH Platter übergibt Präsidentschaft an Trient

Wichtige Meilensteine zur Stärkung der Schiene und Entlastung der Bevölkerung gesetzt.

Foto: Land Tirol/Die Fotografen
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LH Günther Platter übergibt die Präsidentschaft in der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn und einen vom Brenner stammenden Bohrkern des Brenner Basistunnels als Zeichen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit an den Trentiner Verkehrsreferenten Mauro Gilmozzi (re.).
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Die TeilnehmerInnen der Präsidentenkonferenz der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn bei ihrer Zusammenkunft in Innsbruck.

„Schiene stärken“ – unter diesem Motto stand die Tiroler Präsidentschaft 2013/2014 in der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn (AGB), einem Zusammenschluss der Länder und Wirtschaftskammern von Tirol, Südtirol, Trient und Bayern sowie der Provinz Verona. „Es ist uns gelungen, wichtige Meilensteine für den Ausbau und die Verbesserung des Schienenverkehrs und somit zur Steigerung der Lebensqualität entlang der Strecke München-Verona zu setzen. Tirol und seine Nachbarländer sind auf einem guten Weg“, resümiert LH Günther Platter und übergibt den Vorsitz an das Trentino.
Beim Leitprojekt Brenner Basistunnel (BBT) erfolgte im September dieses Jahres der Tunnelanschlag für das Baulos Tulfes-Pfons mit einem Auftragsvolumen von rund 380 Millionen Euro. Auch auf Südtiroler Seite wird bereits am Haupttunnel gearbeitet. Als nächstes Megavorhaben steht die Unterquerung des Eisack und einem Auftragswert von circa 300 Millionen Euro bevor.

Der Brenner Basistunnel wird Realität

 „Damit ist beim Bau des BBT ein Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt. Beim größten Infrastrukturvorhaben zur Entlastung der Bevölkerung entlang der Transitstrecke gibt es nur noch eine Richtung: nach vorn“, freut sich Platter. Für Investitionen im Zeitraum 2014 bis 2020 kann zudem eine EU-Kofinanzierung von 40 Prozent beantragt werden. Bisher war lediglich eine maximal 30-prozentige Kostenbeteiligung möglich.

 
Unterinntaltrasse bringt Entlastung

 
Bereits vor zwei Jahren wurde die Unterinntaltrasse fertiggestellt. „Damit haben wir nicht nur Kapazitäten für das ständig wachsende Angebot im öffentlichen Nahverkehr geschaffen, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung der Anrainerinnen und Anrainer“, erklärt LHStvin Ingrid Felipe. Durch die Hochleistungsstrecke wurde zudem die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber der Straße gestärkt.
Ein von LHStvin Felipe einberufener Runder Tisch hat vor einem Jahr den Durchbruch gebracht: Auch private Güterzüge, die wegen unterschiedlicher Rechtsauffassung auf der alten Bestandsstrecke oberirdisch fuhren, nutzen jetzt die neue Unterinntaltrasse. „Mit der Verlagerung des Schienengüterverkehrs auf die Neubaustrecke haben wir den Bahnlärm in den Tunnel und den Menschen ruhigere Nächte gebracht“, so Felipe. In der sensiblen Nachtzeit zwischen 22 und 6 Uhr sind nunmehr über 90 Prozent der Güterzüge unterirdisch unterwegs.

 Verkehrspolitische Begleitmaßnahmen

 Neben dem Ausbau der Schieneninfrastruktur braucht es auch weitere Rahmenbedingungen zur Verkehrsverlagerung, die über den gesamten Brennerkorridor und darüber hinaus gültig sein müssen. Darüber sind sich die VertreterInnen der Alpenländer einig. Verkehrspolitische Begleitmaßnahmen waren auch Thema bei der im Juni dieses Jahres von Tirol veranstalteten Internationalen Verkehrswoche mit hochrangigen ExpertInnen aus ganz Europa. „Ob Alpentransitbörse, einheitliche Mauttarife bzw. Mautzuschläge oder etwa Tempo 100 als Voraussetzung für die Wiedereinführung des sektoralen Fahrverbots und die Verlagerung von 200.000 Lkw von der Straße auf die Schiene – einen nachhaltige und umweltverträgliche Zukunft des transeuropäischen Warenverkehrs erfordert eine Vielzahl an Maßnahmen“, ist sich Felipe bewusst.

 
Trentino übernimmt Präsidentschaft 2015/2016

 In den kommenden zwei Jahren wird das Trentino die Präsidentschaft in der AGB innehaben. Verkehrslandesrat Mauro Gilmozzi bedankte sich bei der Tiroler Präsidentschaft und berichtete über die Vorhaben der Präsidentschaft des Trentino. Wichtig für den Landesrat ist dabei „die Kontinuität in der Lobbyingarbeit für den Ausbau der Brennerachse gegenüber den Nationalstaaten und der EU, die Fokussierung auf die Interoperabilität, die Aktualisierung der relevanten Verkehrs- und Umweltdaten sowie die Gestaltung von Informationspublikationen“.
Die intensive Zusammenarbeit der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino in Verkehrsfragen wird jedenfalls weiter ausgebaut. Symbol dafür ist ein direkt vom Brenner stammenden Bohrkern des Brenner Basistunnels, den LH Günther Platter an den Vertreter des neuen Vorsitzlandes überreichte.


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