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Grenzenlos und unabhängig mobil: Projekt "Mobilität ohne Barrieren"

Globale Entwicklungen erfordern ein Umdenken hin zu klimafreundlichen und zielgruppengerechten Mobilitätsangeboten. Die Partner des grenzüberschreitenden Interreg-Projekts Italien-Österreich "Mobilität ohne Barrieren" diskutierten in Innsbruck darüber, wie Barrieren zum öffentlichen Verkehr sowie zum Fuß- und Radverkehrs unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Geschlecht abgebaut werden können.

Von links: Andreas Pichler, Anna Schwerzler und Harald Reiterer mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe. Foto: Klimabündnis Tirol/Lechner
Zoomansicht Von links: Andreas Pichler, Anna Schwerzler und Harald Reiterer mit Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe. Foto: Klimabündnis Tirol/Lechner

SeniorInnen, Familien mit Kindern sowie Menschen mit Migrationshintergrund sind auf Nahverkehr und Nahmobilität besonders angewiesen. Besonders für sie wurden mit „Mobilität ohne Barrieren" zahlreiches Info-Material sowie attraktive Services, von Fahrrad- und E-Bike-Kursen über Fahrradreparaturworkshops und Lastenrad-Teststationen bis hin zu einem Theaterstück für SeniorInnen, zur Förderung klimafreundlicher und unabhängiger Mobilität in Tirol und Südtirol geschaffen. Bei der Initiative handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Klimabündnis Tirol, dem Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige, den Länder Südtirol und Tirol, kofinanziert durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung - INTERREG IV A Italien Österreich.

Harald Reiterer (Landeskoordinator von „Green Mobility"-BLS) in Vertretung des Mobilitätsressorts, Anna Schwerzler vom Klimabündnis Tirol sowie Andreas Pichler vom Ökoinstitut Südtirol erklärten ihre Motivation und zogen Bilanz der bisherigen Ergebnisse. „Umweltbewusste Mobilität ist auch in Südtirol als „Green Region" Italiens und angehende Modellregion für nachhaltige alpine Mobilität ein unverzichtbares Thema. Es kann noch so viele hervorragende Mobilitätsangebote geben - wenn die Menschen diese aufgrund bestehender sozialer und kultureller Barrieren oder Informationsmängel nicht nutzen, tritt der erwartete Erfolg nicht ein", so Reiterer.

In enger Zusammenarbeit mit Gemeinden, Vereinen, ehrenamtlich Tätigen und den Verkehrsunternehmen ist im Projekt eine breite Palette an Angebots- und Serviceleistungen für SeniorInnen, MigrantInnen und Familien entstanden, die auch Wirkung zeigen. „Bei der Aufführung des Seniorentheaters „Umsteigen-einsteigen", welches in Zusammenarbeit mit dem Seniorentheater des Südtiroler Theaterverbandes entstand, werden den SeniorInnen die Informationen zum Südtirolpass 65+ sowie weitere Infos zum Unterwegssein mit Bus und Zug auf unterhaltsame Art und Weise vermittelt", so Ariane Messner, Projektleiterin beim Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige. „Das Theaterstück ist ein voller Erfolg, die 10 geplanten Aufführungen in Südtiroler Gemeinden sind ausgebucht und bei den Aufführungen, die bereits stattgefunden haben, erhielt die Aktion aufgrund ihres Praxisbezugs und Unterhaltungswerts nur positive Rückmeldungen."

Praktisch angelegt sind auch die Fahrradkurse für SeniorInnen und Migrantinnen, bei denen gemeinsam mit ausgebildeten TrainerInnen die Grundtechniken des Fahrradfahrens erlernt oder aufgefrischt werden können. „Menschen, die noch nie oder lange nicht mehr mit dem Fahrrad gefahren sind, sind auf dem Fahrrad unsicher. Mit den Kursen wird den TeilnehmerInnen die Möglichkeit geboten, das Fahrrad als kostengünstige, klimafreundliche und gesunde Alternative zum Auto zu nutzen und so unabhängig mobil zu sein", schildert Andreas Pichler. „Die Nutzung umweltfreundlicher Mobilitätsformen wie Bus, Bahn, Tram oder Fahrrad ist nicht bei allen Bevölkerungsgruppen selbstverständlich. Umso wichtiger ist es für die eigene Unabhängigkeit und den Klimaschutz, die Chancen anderer Verkehrsmittel als dem Auto zu erkennen und bewusst zu kommunizieren. Die Initiative profitiert stark von der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. So können Erfahrungen ausgetauscht und Synergien genutzt werden", erklärte in Innsbruck Landeshauptmann-Stellverteterin Ingrid Felipe. Das Interreg IV A Italien-Österreich-Projekt hat eine Laufzeit von über drei Jahren und endet im März 2015.

LPA


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