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BBT: Bau, Finanzierung und Begleitmaßnahmen zur Verlagerung

Um den Stand von Bau und Finanzierung des Brennerbasistunnels (BBT) und seiner Zulaufstrecken, vor allem aber um begleitende Maßnahmen zur Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene Südtirols ging es gestern (17. September) Abend in einem Gespräch zwischen Landeshauptmann Arno Kompatscher und EU-Koordinator Pat Cox.

Ein Brüsseler Ire in Bozen: EU-Koordinator Pat Cox bei LH Arno Kompatscher (Foto: LPA/ohn)
Zoomansicht Ein Brüsseler Ire in Bozen: EU-Koordinator Pat Cox bei LH Arno Kompatscher (Foto: LPA/ohn)

Cox berichtete Kompatscher zunächst vom gestrigen Gipfel der EU-Verkehrsminister in Mailand, bei dem mit den Koordinatoren der TEN-Achsen die Ausrichtung einer künftigen europäischen Verkehrspolitik diskutiert worden war. "Will man diese nachhaltig gestalten, und zwar vor allem in so sensiblen Gebieten wie dem Alpenraum, wird es Mut zu echten Neuerungen brauchen", so Landeshauptmann Kompatscher im Anschluss an das Gespräch mit Cox. Kompatscher nannte als wichtigsten Schritt eine gezielte Mautpolitik auf der Basis der Eurovignette: "Diese würde eine effiziente Verlagerung vor allem des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene möglich machen", so der Landeshauptmann, der in Sachen Mautpolitik auch bereits in Rom Verhandlungen aufgenommen hat. Von EU-Koordinator Cox gab's gestern jedenfalls Rückendeckung für die Eurovignette.

Eine nachhaltige Verkehrsverlagerung sei, darin waren sich Landeshauptmann und EU-Koordinator einig, nur mit dem BBT und seinen Zulaufstrecken machbar. "Nur so entsteht eine echte Alternative zur Straße, und zwar für den Güterverkehr, aber auch für den Personentransport, wird man den Raum Brixen von München aus doch in rund einer Stunde Fahrzeit erreichen", so Kompatscher, der mit Cox auch die nächsten Schritte in Sachen Bau und Finanzierung von BBT und Zuläufen besprochen hat. Heute wird etwa der Startschuss für die Schaffung der 38 Tunnelkilometer zwischen Tulfes und Pfons gegeben, in Franzensfeste steht der Zuschlag der Arbeiten im Rahmen der letzten Ausschreibung an. "Damit können weitere rund 300 Millionen Euro investiert werden", so der Landeshauptmann. Weitere Schritte sollen danach dank der im "Sblocca Italia"-Dekret der Regierung in Rom vorgesehenen Geldmittel gesetzt werden.

Eu-Koordinator Cox hat gestern noch einmal betont, dass sich die EU an den BBT-Baukosten mit bis zu 40 Prozent beteiligen werde. "Wichtig ist uns auch, dass die EU sich auch finanziell stark beim Bau der Zulaufstrecken engagieren wird, unter der Voraussetzung allerdings, dass Italien die nötige Finanzierung sichert", schließt Kompatscher.

chr


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