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Das Jahr 2017 für Südtirols Wissenschaft und Forschung

Landesprogramm für Forschung und Innovation vom zuständigen Rat genehmigt. Der Technologiepark in Bozen öffnet im Oktober seine Tore.

Der rund 20-köpfige Rat für Wissenschaft, Forschung und Innovation trifft sich einmal im Jahr. Heuer neu dabei: der Rektor der Freien Universität, Paolo Lugli. Foto: LPA/mgp
Zoomansicht Der rund 20-köpfige Rat für Wissenschaft, Forschung und Innovation trifft sich einmal im Jahr. Heuer neu dabei: der Rektor der Freien Universität, Paolo Lugli. Foto: LPA/mgp

Der rund 20-köpfige Rat für Wissenschaft, Forschung und Innovation hat sich gestern (22. Februar) getroffen, um den Entwurf des heurigen Landesprogramms für Forschung und Innovation zu besprechen und darüber abzustimmen. Auf der Tagesordnung standen außerdem der Technologiepark und dessen aktueller Entwicklungsstand.

Seit Juni 2014 im Amt, trifft sich dieses Gremium immer dann, wenn es gilt, Strategien, Ziele und Programme abzustimmen oder Empfehlungen abzugeben. Im Rat sind alle Institutionen vertreten, die sich der Förderung der drei Themen verschrieben haben. Mit dabei sind außerdem Vertreter der Stakeholder, sprich Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften. „In Wissenschaft, Forschung und Innovation wie auch in der Wirtschaft und in der Gesellschaft ist es wichtig, dass jeder vernetzt denkt und agiert, um möglichst effizient zu arbeiten und Doppelgleisigkeiten zu vermeiden“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher einleitend im Rahmen der Eröffnung der Sitzung. Der Landeshauptmann begrüßte auch den zum Rat neu hinzu gestoßenen Rektor der Freien Universität Bozen, Paolo Lugli.

Der Leiter der Landesabteilung Innovation, Forschung und Universitäten, Maurizio Bergamini Riccobon, präsentierte im Anschluss das Landesprogramm für Forschung und Innovation 2017 und wies in seinen Ausführungen auf die Weiterführung der bisherigen Investitionen in Wissenschaft, Forschung und Innovation in Form von Förderungen hin. Mit 78 Millionen Euro wird die Forschungsarbeit der Freien Universität, der Eurac, des Wasserstoffzentrums H2 Südtirol, Fraunhofer Italia und Eco Research finanziert. Mit der fortlaufenden Stärkung der Forschungsaktivitäten rückt Südtirol wieder ein Stück vor im Bestreben, bei Forschung, Entwicklung und Innovation gegenüber den EU-Zielen aufzuholen.

Bekanntlich stützt sich das genannte jährliche Landesprogramm auf das europäische RIS3-Programm, die Strategie für eine intelligente Spezialisierung, auch unter dem Begriff Smart Specialisation Strategy bekannt. Diese intelligente Spezialisierung steht für die Ermittlung der Alleinstellungsmerkmale und Stärken einer Region, die Nutzung von Wettbewerbsvorteilen und die Mobilisierung regionaler Akteure und Ressourcen für eine an Exzellenz orientierte Zukunftsstrategie. In Südtirol zählen dazu: Energie und Umwelt, Alpine Technologien, Agrar- und Nahrungstechnologien, Medizintechnik und natürliche Behandlungen, Kreativwirtschaft  sowie ICT und Automation als branchenübergreifender Bereich. Intelligente Spezialisierung ist entscheidend für wirksame Forschungs- und Innovationsinvestitionen. Sie steht daher im Zentrum des Vorschlags der Europäischen Kommission für die Kohäsionspolitik 2014-2020 und ist Voraussetzung für den Zugang zu den Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE).

Bergamini ging zudem auf wichtige Neuerungen ein. So steht im heurigen Jahr eine neue, mehrjährige Leistungsvereinbarung mit Eco Research an. Die Organisation hat sich aufgrund ihrer fortschrittlichen Forschungsstudien und Technologien im Umweltbereich einen guten Ruf auf nationaler und internationaler Ebene erarbeitet. Außerdem informierte Bergamini über die Ergebnisse zweier Wettbewerbe, die mit EFRE-Mittel finanziert werden. Schließlich hat er auf eine neue Förderung hingewiesen, die den Zugang zu „Open Access“ im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen erleichtern.

Ein klares Signal für eine positive Konjunkturentwicklung, kommt von den Unternehmen Südtirols, die verstärkt in Forschung und Innovation investieren, informierte der Direktor des Landesamtes für Innovation, Franz Schöpf, den Rat für Wissenschaft, Forschung und Innovation. Die im Amt  eingereichten Projektanträge für Forschung und Innovation seien von 50 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 70 Millionen Euro im Jahr 2016 angestiegen – also um zirka 30 Prozent. Auch mit den Bearbeitungszeiten für Projektanträge von durchschnittlich vier Monaten, zeigten sich die Unternehmen sehr zufrieden. Neben der Möglichkeit, beim Amt für Innovation Einzelgesuche für Forschung und Innovation einzureichen, laufen derzeit konkret eine Ausschreibung für Kooperationsprojekte für Forschung und Entwicklung und eine Ausschreibung für Innovationscluster, erklärte Schöpf.

NOI – Nature of Innovation
Der NOI-Techpark gedeiht weiter. Im Oktober werden erste Bereiche mit Leben gefüllt. So wird IDM Südtirol ihre Büros beziehen, die Universität, die Eurac und die Laimburg die ersten der insgesamt 24 Labors. „Damit wird Südtirol einen starken Impuls zugunsten von vernetzter Forschung und Innovation erhalten. Auf diese Weise können sich die öffentlichen Akteure und die Wirtschaft gegenseitig befruchten“, sagte Landeshauptmann Kompatscher.

Unter der Regie des Wirtschaftsressorts und der zuständigen Landesabteilung werden eine Reihe von Akteuren in den verschiedenen Realisierungsphasen des Technologieparks eingebunden. Die BLS kümmert sich um den Bau und um die Verwaltung der Flächen und Gebäude. IDM Südtirol wird die Dienstleistungen für Forschung und Innovation erbringen und die Marketingaktionen des Technologieparks zur Begünstigung der Ansiedlung von innovativen Unternehmen betreuen und den Technologietransfer verantworten. Die Forschungseinrichtungen werden Forschungsprogramme vorwiegend in den Bereichen der Smart Specialisation Strategy abwickeln und dabei die vom Land finanzierten Labore nutzen. Südtirols Unternehmen sind hingegen aufgerufen, eigenständig oder in Kooperation, Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten durchzuführen, wobei sie von der Forschung und den öffentlichen Dienstleistungen Nutzen ziehen und die Förderinstrumente des Landes beanspruchen können.

mgp


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