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Gemeinsame Forschung in Innsbruck, Bozen und San Michele rund um den Apfel

Förderung durch Euregio-Wissenschaftsfonds.

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Der Euregio-Wissenschaftsfonds hat die zweite Ausschreibung mit der Genehmigung von zwei interregionalen Forschungsprojekten abgeschlossen. Beteiligt sind daran jeweils die Universität Innsbruck, die Freie Universität Bozen und das landwirtschaftliche Forschungszentrum San Michele. Die gesundheitsfördernde Wirkung verschiedener Apfelsorten und der Nachweis der Veränderung der Pflanzenvielfalt durch die Untersuchung von Gletschereis stehen im Mittelpunkt der beiden, von der Euregio mit jeweils 390.000 Euro geförderten Forschungsprojekte. “Wissenschaft und Forschung sind Schlüsselfaktoren für die Entwicklung der drei Länder Tirol, Südtirol und Trentino. Diese beiden exzellenten Projekte sind ein wichtiger Impuls für die gemeinsame Zusammenarbeit der Forschungseinrichtungen in der Europaregion”, freuen sich tiroler LH Günther Platter und Wissenschaftslandesrat Bernhard Tilg.

40 Meter lange Eisprobe des Adamello-Gletschers

Beim Projekt „CALICE” analysiert das vom Innsbrucker Biologen Klaus Oeggl geleitete Team die Veränderungen der Biodiversität durch die Untersuchung von Pollen und DNA-Molekülen aus dem Gletschereis des Adamello. Dazu wird dem größten Flächengletscher Italiens unweit des Gardasees ein 40 Meter langer Eiskern entnommen. Die Kombination von Analysen des Blütenstaubs und DNA lässt erstmals einen Vergleich der vermuteten und tatsächlichen Veränderungen der Pflanzenvielfalt in den letzten 50 Jahren zu. Zur Bestätigung dieser Analysen werden die gewonnenen Daten mit historischen Biodiversitätserhebungen aus dem Umkreis von 100 Kilometern verglichen. Diese neue Methode soll auch Einschätzungen über die Veränderung der Biodiversität in abgelegenen Gebieten der Erde zulassen, die wie am Kilimandscharo oder in Tibet ebenfalls von Gletscherrückgang und Klimawandel betroffen sind. Ebenso können die Ergebnisse im Rahmen von paläoökologischen Studien an See- und Torfablagerungen verwendet werden, um die Veränderungen der Biodiversität und deren Ursachen in der Vergangenheit einschätzen zu können.

Verschiedene Apfelsorten im Vergleich

Das Projekt „ExPoApple2”, an dem der Innsbrucker Pharmazeut Hermann Stuppner beteiligt ist, legt die Aufmerksamkeit auf besondere organische Verbindungen, die im Apfel vorkommen. Die gesundheitsfördernde Wirkung des Apfels etwa bei Übergewicht, Herzerkrankungen, Diabetes und Asthma, ist seit einigen Jahren wissenschaftlich erwiesen. Im Rahmen des Euregio-Projekts werden nun das Vorhandensein und die Zusammensetzung von so genannten Dihydrochalkonen, einer Untergruppe von einzigartigen und charakteristischen natürlichen Pflanzenbestandteilen, erforscht. Dabei werden verschiedene Apfelsorten auf die Menge der Wirkstoffe in den verschiedenen Teilen der Frucht, von Schale bis hin zum Kern, und ihre Eigenschaften in Lebensmitteln, Kosmetikprodukten und Medikamenten untersucht.

Der Euregio-Wissenschaftsfonds wurde 2015 unter der Tiroler Präsidentschaft der Europaregion durch LH Günther Platter als ein „Leuchtturmprojekt“ der Europaregion ins Leben gerufen. Durch gemeinsame Forschungsvorhaben soll die Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Einrichtungen in der Europaregion gefördert werden. Im Rahmen der ersten Ausschreibung wurden 1,6 Millionen Euro für sechs Projekte ausgeschüttet. Mit der zweiten Ausschreibung sind nun zwei weitere Projekte mit insgesamt 775.000 Euro hinzugekommen. „Mit den Fördergeldern wollen wir die konkrete Arbeit der Euregio-Forscherinnen und -Forscher unterstützen. Die Projekte beweisen exzellente Forschung über die Landesgrenzen hinweg, stärken die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit der gesamten Region und schaffen Arbeitsplätze“, betont LH Platter. Auch Wissenschaftslandesrat Tilg zeigt sich sehr zufrieden: „Forschung bedeutet Zukunft. Mit dem Euregio-Wissenschaftsfonds haben wir ein konkretes Angebot entwickelt, das die Zusammenarbeit der Wissenschaftsstandorte Tirol, Südtirol und Trentino zum Wohl der gesamten Europaregion stärkt.“ Dass das Interesse für überregionale Forschung groß ist, würden die 38 Einreichungen für die zweite Ausschreibung zeigen.

Das gemeinsame Büro der Europaregion arbeitet mit dem Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF bereits an der nächsten Ausschreibung für  Euregio-Forschungsprojekte, die in der zweiten Jahreshälfte veröffentlicht werden wird. Als besonderen Service für die Forscherinnen und Forscher wird es 2017 erstmals eigene Vorbereitungsworkshops für die Ausarbeitung der Förderanträge geben.

(Autorin: Bettina Sax)


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