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PISA 2015: Ergebnisse zeigen positives Bild für Südtirols Schule

"Südtirols Schule steht sehr gut da", freut sich Landesrat Philipp Achammer über die Ergebnisse der PISA-Erhebung.

Die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie wurden heute bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Foto: LPA/Ingo Dejaco
Zoomansicht Die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie wurden heute bei einer Pressekonferenz vorgestellt. Foto: LPA/Ingo Dejaco

Die Daten der aktuellen PISA-Studie wurden heute (7. Dezember) im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt. Die Bildungslandesräte Philipp Achammer, Christian Tommasini und Florian Mussner sowie die Schulamtsleiter Peter Höllrigl, Nicoletta Minnei und Roland Verra nahmen daran teil. Die Einzelheiten aus Sicht der Südtiroler Schulen dargelegt haben die Leiter der Evaluationsstelle des Landes für die Schulen in deutscher, italienischer und ladinischer Sprache, Ursula Pulyer, Roberto Ricci und Rosa Maria Mussner.

Landesrat Achammer wies darauf hin, dass die Ergebnisse der Südtiroler Schule deutlich über dem OECD-Schnitt, aber auch dem gesamtstaatlichen Schnitt Italiens, Österreichs, Deutschlands und der Schweiz liegen. "Dies beweist, dass wir auf ein gutes Fundament aufbauen können. Dass unsere Bildungssystem imstande ist, jungen Menschen Chancen zu eröffnen, und darum geht es", betonte Achammer. Er regte aber zugleich an, nicht den einzelnen Durchschnittswert in den Mittelpunkt der Betrachtung zu stellen, sondern die Faktoren dahinter, die Bildungspolitik vielmehr interessieren müssen. "Hinter einem Ergebnis, hinter einem Vergleichstest wie es die PISA-Studie ist, also hinter reinen Zahlen stehen die Bemühungen von hunderten Lehrpersonen, die ihren Auftrag mit Überzeugung wahrnehmen, und der Einsatz von tausenden Schülerinnen und Schüler, die mit Ehrgeiz auf ein Ziel hinarbeiten", stellte Achammer fest. Ihnen gebühre auch die Anerkennung für dieses Ergebnis.

Landesrat Tommasini zeigte sich besonders erfreut über die aktuellen Ergebnisse, zumal auch die italienischen Schulen in Südtirol erstmals ein Ergebnis erzielt haben, das über dem OECD-Durchschnitt liegt. "In den letzten Jahren haben wir große Anstrengungen unternommen, und die Ergebnisse können sich sehen lassen", erklärte Tommasini, "die erzielten Fortschritte in allen Bereichen sind beeindruckend." Er wies aber auch darauf hin, dass der Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund an den italienischen Schulen viel höher ist, als an den deutschen Schulen, was dazu beitragen dürfte, dass die italienischen Schulen immer noch nicht so gut abschnitten, wie die deutschen oder ladinischen Schulen.

Auch Landesrat Mussner war mit den Ergebnissen der ladinischen Schulen sichtlich zufrieden und hob die Bedeutung des paritätischen Schulmodells für die ladinischen Täler hervor. Er erklärte, dass sich der positive Trend an den ladinsichen Schulen seit 2013 fortsetzt. "Neben den guten Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in den beiden Sprachen – Deutsch und Italienisch – bleibt das Ladinische die meistverwendete Sprache bei der Jugend", räumte Mussner ein.

Die PISA-Studie ist eine Erhebung, die alle drei Jahre von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) durchgeführt wird, um die Kompetenzen der fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schüler in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen zu erheben. Seit 2012 werden auch die Kompetenzen in Problemlösung und finanzieller Grundbildung erhoben, deren Ergebnisse von der OECD im Frühjahr 2017 veröffentlicht werden. Zielgruppe der Erhebung sind alle Schülerinnen und Schüler der Oberschulen, der Berufsbildung und – dort wo vorhanden -  der Mittelschulen mit mehr als drei Lernenden des Jahrgangs 1999.

Im Jahre 2015 haben sich daran 72 Staaten beteiligt. Während bei der vorangegangenen Erhebung in Italien die Daten auf regionaler Ebene erhoben und ausgewertet wurden, stehen für die aktuelle Ausgabe die Daten auf Eben der Makroregionen zur Verfügung (Nordwesten, Nordosten, Mittelitalien, Süden und Süden/Inseln). Südtirol hat sich, wie auch einige andere Provinzen und Regionen, mit einer repräsentativen Stichprobe beteiligt. In Italien wird die Erhebung von INVALSI (Istituto Nazionale per la Valutazione del sistema educativo di Istruzione e formazione) betreut.

Alle drei Jahre vertieft PISA einen der Hauptbereiche, wobei im Jahr 2015 die Naturwissenschaften im Fokus standen. Über die naturwissenschaftlichen Kenntnisse hinaus wird darauf Augenmerk gelegt, wie diese Kenntnisse zur Lösung gewöhnlicher Alltagsprobleme angewendet werden.

In Südtirol sind die Aufgaben und die zusätzlich eingesetzten Fragebögen auf Deutsch und Italienisch ausgegeben worden. Alle Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, zwischen den beiden Sprachen auszuwählen. Wie auch im restlichen Italien ist die Testung zum ersten Mal ausschließlich am Computer abgewickelt worden (computer based testing).

 

Die wichtigsten Erkenntnisse aus der Analyse der in Südtirol an der Studie beteiligten Schülerpopulation:

  • Bei der Analyse der Verteilung der Schülerinnen und Schüler auf die Schultypen geht ein Unterschied zwischen der italienischen und deutschen Schule hervor: In ersteren besucht der Großteil der Schülerinnen und Schüler ein Gymnasium (fast die Hälfte), während in letzteren die Schülerinnen und Schüler fast gleichmäßig zwischen Gymnasien, Fachoberschulen und Berufsbildung verteilt sind. Zu vermerken ist, dass in der Berufsbildung in der deutschen Schule die Lehranstalten nicht mehr gesondert existieren, die hingegen in der italienischen Schule ca. 15 % der Schülerinnen und Schüler ausmachen.
  • Die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund betragen in den italienischen Schulen 15 %, in den deutschen Schulen 5 %.

 

Folgende sind die wichtigsten Erkenntnisse, die aus der Analyse der Südtiroler Daten hervorgehen:

  • Im internationalen Vergleich hat die Südtiroler Schule insgesamt, wie auch im Einzelnen die deutsche, italienische und ladinische Schule, in allen drei erhobenen Bereichen höhere Ergebnisse als der Durchschnitt der OECD-Länder erzielt (Naturwissenschaften, Mathematik, Lesen).
  • Im nationalen Vergleich haben die Südtiroler Schulen insgesamt und auch nach Sprachgruppen differenziert in allen Bereichen (Naturwissenschaften, Mathematik, Lesen) ein höhere Punktezahl alsItalien erzielt. Die Ergebnisse Südtirols in Naturwissenschaften, Mathematik und Lesen positionieren sich unterhalb derer der Makroregion Nordost und oberhalb derer aller anderen Makroregionen(Nordwest, Zentrum, Süden, Süden und Inseln). In allen drei Bereichen liegen die Ergebnisse der deutschen Schulen höher als die der ladinischen und italienischen Schulen. Letztere verzeichnen dabei im Vergleich zu den vergangenen Erhebungen den größten Anstieg.
  • In der Analyse nach Schultypen zeigen die italienischen Gymnasien – so wie auch im Rest Italiens – leicht höhere Ergebnisse als jene der technischen Fachoberschulen. In den deutschen Schulen ist dieser Unterschied hingegen etwas geringer, die Mathematikergebnisse der Fachoberschulen sogar etwas höher.
  • In der Analyse der Verteilung der Ergebnisse nach Kompetenzniveaus in den Naturwissenschaften – der Hauptbereich dieser PISA-Ausgabe – positioniert sich 9 % der Schülerinnen und Schüler der deutschen und ladinischen Schulen und 19 % jener der italienischen Schulen in den unteren Niveaus. 5 % der Schülerinnen und Schüler der italienischen und ladinischen Schulen und 9 % jener der deutschen Schulen positionieren sich im höchsten Niveau.
  • Verglichen mit früheren Ergebnissen der PISA-Studie (Trend) positioniert sich Südtirol in seiner Gesamtheit auch dieses Mal oberhalb des OECD-Durchschnitts. Im Vergleich zu den vergangenen Erhebungen wurden in Mathematik und Lesen höhere Ergebnisse erzielt, in Naturwissenschaften hingegen etwas niedrigere.
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