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Sicher. gut. versorgt: Südtiroler Landesregierung genehmigt Landesgesundheitsplan

Die Südtiroler Landesregierung hat am heutigen Dienstag (29. November) grünes Licht für den Landesgesundheitsplan 2016-2020 gegeben.

„Sicher. gut. versorgt“: Unter diesem Motto soll die Gesundheitsversorgung vor Ort weiter gestärkt werden.
Zoomansicht „Sicher. gut. versorgt“: Unter diesem Motto soll die Gesundheitsversorgung vor Ort weiter gestärkt werden.

„Sicher. gut. versorgt“: Unter diesem Motto steht der Landesgesundheitsplan 2016-2020, den die Südtiroler Landesregierung am heutigen Dienstag verabschiedet hat. „Der Landesgesundheitsplan soll uns Leitfaden für die medizinische Versorgung sein, den Menschen in unserem Land Versorgungssicherheit und den Fachkräften Planungssicherheit bieten“, betonte Gesundheits­landesrätin Martha Stocker bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung der Landesregierung.

Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft
Die alternde Bevölkerung, die Zunahme chronischer Erkrankungen, die Entwicklung der Medizin, der Fachkräftemangel, die geänderten Erwartungen der Menschen und die geänderten rechtlichen Rahmenbedingungen sind die großen Herausforderungen in der gesundheitlichen Versorgung in Südtirol, denen mit einem neuen Landesgesundheitsplan begegnet wird. „Von den 98.000 Menschen über 65 Jahre leiden drei Viertel an chronischen Krankheiten – Tendenz steigend: Im Jahr 2030 werden in Südtirol bereits mehr als 140.000 Über-65-Jährige leben“, so Landesrätin Stocker. Vor etwa eineinhalb Jahren hat die Landesregierung daher den Zeit- und Ablaufplan zur Erstellung eines neuen Landesgesundheitsplanes genehmigt: An den darauf folgenden Diskussionen und Workshops haben sich mehr als 500 Fachkräfte, Vertreter von Patientenorganisationen, Sozialpartner und politische Verantwortungsträger eingebracht und ihre Themen, Anliegen und Rückmeldungen an die dreiköpfige Expertenkommission mit Wolfgang Bayer, Michaela Moritz und Francesco Longo formuliert.

„Zur richtigen Zeit am richtigen Ort richtig versorgen“
In Hinblick auf diese Entwicklung soll durch eine strategische Planung und Steuerung in Südtirol auch für die Zukunft den Menschen eine sichere, qualitätsvolle, angemessene und nachhaltige gesundheitliche Betreuung garantiert werden – „damit sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort richtig versorgt werden“, erklärte die Landesrätin die Zielsetzungen des Landesgesundheitsplanes 2016-2020. In insgesamt 17 Kapiteln ist die Sicherstellung einer flächendeckenden, bedarfsgerechten, abgestimmten und hochwertigen Gesundheitsversorgung mit Blick auf deren langfristige Finanzierbarkeit dargestellt. „Im Mittelpunkt des Plans stehen die Menschen sowie der Schutz und die Verbesserung ihrer Gesundheit“, unterstrich Landesrätin Stocker bei der heutigen Pressekonferenz.

Gesundheitsvorsorge, wohnortnahe Versorgung und Notfall- und Akutversorgung
Die drei Grundsäulen des Landesgesundheitsplanes 2016-2020 sind die Gesundheitsvorsorge, die wohnortnahe Gesundheitsversorgung und die Notfall- und Akutversorgung in einem landesweiten Krankenhausnetz. „Der neue Ansatz richtet sich dabei an der Gesundheit der Menschen aus, nicht an der Krankheit“, betonte die Gesundheitslandesrätin die Bedeutung der Prävention im Sinne einer Risikominimierung für bestimmte Krankheiten und der Gesundheitsförderung zum Erhalt der Gesundheit. Der neue Landesgesundheitsplan sieht zudem eine Stärkung der Gesundheitsversorgung im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen durch eine konsequente Vernetzung aller Gesundheitsdienstleister vor Ort, die verstärkte Abstimmung der Hauskrankenpflege mit der Hauspflege, die wohnortnahe fachärztliche Betreuung und Rehabilitation und die Versorgung in Alters- und Seniorenwohnheimen vor. Medizinische Leistungen im Krankenhaus werden hingegen durch einen landesweit abgestimmten und vernetzten Verbund gesichert, wobei Grundversorgungs- und Akutversorgungsleistungen an jedem Standort angeboten werden. Dabei werden die Krankenhäuser in den Gesundheitsbezirken Meran, Brixen und Bruneck gemäß dem Prinzip „ein Krankenhaus – zwei Standorte“ organisiert. Unabhängig von den Details in der Organisation gelten für beide Krankenhäuser im Verbund einheitliche Qualitätsstandards, eine Abstimmung der Leistungen, eine Personalrotation, ein Kapazitätsausgleich und eine einheitliche Führung mit Verantwortlichen an beiden Standorten. Zusätzlich zur Grundversorgung können an jedem Standort Leistungsschwerpunkte festgelegt werden, deren Zuordnung je nach Komplexität medizinisch sinnvoll erfolgt.

„Unsere Gesundheitsversorgung wird sich auch nach der Verabschiedung des Landesgesundheitsplanes 2016-2020 laufend weiterentwickeln: Daher lässt dieses Strategiedokument flexible Anpassungen zu und unterliegt in seiner Umsetzungsphase einer kontinuierlichen Prüfung der gesteckten Ziele“, betonte die Landesrätin.

"Es ist geschafft"
Landeshauptmann Arno Kompatscher freute sich mit Landesrätin Stocker über die „stimmige Reform, die nach einem partizipativen Prozess mit vielen Diskussionen nun einen breiten Konsens erlangt hat. Es war wichtig, dass der Plan nicht verwässert wird, damit er mit den Mitteln, die zur Verfügung stehen, eine noch bessere Gesundheitsversorgung sichert. Das ist dem Durchsetzungsvermögen von Landesrätin Stocker zu verdanken“, sagte Kompatscher. „Ja, es ist geschafft“, ergänzte die erleichterte Landesrätin.

mp


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