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Thermalbäder sollen euregioweit vernetzt und aufgewertet werden

Im Bereich des Thermalwesens wollen die drei Länder der Europaregion stärker zusammenarbeiten. Ein erster wichtiger Schritt dazu wurde heute (28. Februar) in Comano Terme mit der Unterzeichnung einer Vereinbarung und einer Studientagung zum Thema "Thermalismus" gesetzt.

Die heutige Tagung zum Thermalwesen in Comano Terme: v. l. Bernhard Tilg und die Gesundheitslandesräte Ugo Rossi und Richard Theiner (LPA - Armin Gluderer)
Zoomansicht Die heutige Tagung zum Thermalwesen in Comano Terme: v. l. Bernhard Tilg und die Gesundheitslandesräte Ugo Rossi und Richard Theiner (LPA - Armin Gluderer)
Die heutige Vertragsunterzeichnung in Comano Terme: v. l. Silvia Mutschlechner vom Euregio-Büro, Bernhard Tilg und die Gesundheitslandesräte Ugo Rossi und Richard Theiner (LPA - Armin Gluderer)
Zoomansicht Die heutige Vertragsunterzeichnung in Comano Terme: v. l. Silvia Mutschlechner vom Euregio-Büro, Bernhard Tilg und die Gesundheitslandesräte Ugo Rossi und Richard Theiner (LPA - Armin Gluderer)

Betriebe und Einrichtungen mit Thermal- und Heilwasser in der Europaregion "Tirol-Südtirol-Trentino" sollen künftig stärker miteinander vernetzt werden und aktive Kooperationen eingehen, um ihre Dienstleistungen mehr in den Vordergrund stellen zu können. Auf diese Prämisse einigten sich heute (28. Februar 2013) die drei Gesundheitslandesräte der Euregio, Bernhard Tilg, Ugo Rossi und Richard Theiner im Rahmen einer Fachtagung in Comano Terme mit der Unterzeichnung eines Einvernehmensprotokolls zwischen dem Land Tirol, dem Land Südtirol und dem Trentino betreffend die Zusammenarbeit und die Aufwertung der Thermalquellen in der Europaregion.

Südtirols Landesregierung hatte Gesundheitslandesrat Richard Theiner Ende Jänner zur Unterzeichnung des Einvernehmensprotokolls ermächtigt. "Die Vereinbarung sieht vor, dass die drei Länder ein Gesamtprojekt zur Kommunikation ausarbeiten, Informationskampagnen für Ärzte organisieren und Aufklärungsarbeit zur therapeutischen Wirkung des Wassers der Thermalbetriebe leisten", so Südtirols Gesundheitslandesrat. Sein Tiroler Amtskollege Berhard Tilg unterstreicht, dass die Bevölkerung der Europaregion in Zukunft die Möglichkeit haben soll, Gesundheitsdienstleistungen auch grenzüberschreitend in Anspruch nehmen zu können.

Gemeinsam sollen Aktionen zur Förderung der Thermalkuren im Gebiet der Europaregion verwirklicht werden. Unter anderem soll die Möglichkeit geprüft werden, ob die Bürger die von den Thermalbetrieben im Gebiet der Europaregion gebotenen Gesundheitsdienstleistungen grenzüberschreitend in Anspruch nehmen können. Alceste Santuari, Professor an der Universität in Trient, erläuterte diesbezüglich die derzeitigen gesetzlichen Unterschiede zwischen Italien und Österreich, die künftig im Rahmen einer Harmonisierung der Normen aufgehoben werden sollen.

"In erster Linie soll die Gesundheit sowie das körperliche und seelische Wohlbefinden der Thermenbesucher im Mittelpunkt stehen", erklärte die Generalsekretärin der Europaregion Birgit Oberkofler, aber auch die Möglichkeit, den Thermalbereich zu einem strategischen Faktor für das touristische Angebot der jeweiligen Gebiete auszubauen, solle nicht außer Acht gelassen werden.

Im Bereich des Fremdenverkehrs sind Sensibilisierungs- und Werbekampagnen über Thermalkuren auch in Verbindung mit Ad-hoc-Angeboten geplant. Deshalb soll im Rahmen der Euregio-Initiative ein Gesamtprojekt zur Kommunikation mit einem gemeinsamen Internet-Auftritt, zielgerichteten Mailings, der Versendung von Foldern und weiteren Maßnahmen im Marketingmix ausgearbeitet werden. Damit will man die Thermalbäder und die therapeutische Wirkung ihrer Heilwässer unter touristischen und gesundheitlichen Aspekten gemeinsam vermarkten und den Bürgern grenzüberschreitend zugänglich machen.

Speziell für Ärzte will man gezielte Informationskampagnen zur Behandlung und Vorbeugung der unterschiedlichsten Krankheitsbilder organisieren, und schließlich sollen Formen der Zusammenarbeit unter den Thermalbetrieben unterstützt werden, welche die unterschiedlichen therapeutischen Eigenschaften der Thermal- und Heilwässer jedes Betriebes hervorheben. Der bislang noch unterschätzte Beitrag des Thermalwesens zur gesundheitlichen Vorbeugung, aber auch Nachbehandlung von Krankheiten soll ebenfalls besser herausgearbeitet werden.

Ein erster Anfang wurde bereits im Rahmen der Fachtagung in Comano Terme gemacht, indem sich zehn Betriebe aus allen drei Partnerländern der Europaregion - die Therme von Meran (Südtirol), Bad Häring und Bad Umhausen (Tirol) sowie Comano Terme, Terme di Levico e Vetriolo, Terme Dolomia, Terme di Peio, Terme di Rabbi, Terme di Roncegno und Terme Val Rendena (alle Trentino) - kurz mit ihren Besonderheiten, insbesondere hinsichtlich der unterschiedlichen Heilwirkungen und der therapeutischen Ansätze, vorgestellt haben.

Am Ende der Tagung einigte man sich darauf, jährlich eine Studientagung zur Vertiefung eines Schwerpunktthemas des Thermalwesens, jeweils in einem anderen Teil der Europaregion, abzuhalten, an der Vertreter und Betreiber der in den Gebieten des EVTZ "Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino" bestehenden Thermalbäder teilnehmen können.


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