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ESF( #2): Noch Mittel für betriebliche Weiterbildung verfügbar

Bis dato sind beim ESF 77 neue Projekte eingereicht worden. Noch bis zum 5. März können Unternehmen für die berufliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter ansuchen.

Das ESF-Programm ist darauf ausgerichtet, die Beschäftigung zu stärken. Foto: LPA
Zoomansicht Das ESF-Programm ist darauf ausgerichtet, die Beschäftigung zu stärken. Foto: LPA

Im Jahr 2017 wurden neun Aufrufe des Europäischen Sozialfonds (ESF) für knapp 20 Millionen Euro veröffentlicht. Auch 2018 werden eine Reihe von Aufrufen folgen. Bis heute (22. Februar) wurden 77 Projekte für insgesamt etwas mehr als sechs Millionen Euro Investitionssumme eingereicht.

Für die Wirtschaft von Bedeutung ist die derzeit noch offene ESF-Förderung der Weiterbildung in den Unternehmen. Der Einreichtermin für Projekte läuft am 5. März 2018 aus.

"Aufgrund der Vollbeschäftigung und der ausgezeichneten Auftragslage in den Unternehmen hat die Nachfrage nach ESF-geförderten Kursen etwas abgenommen, so dass die ESF-Mittel bs zum Jahresende vermutlich nicht ausgeschöpft werden", erklärt die Direktorin der Abteilung Europa des Landes Südtirol, Martha Gärber. Umso mehr sei es sinnvoll, dass die Unternehmen diese Chance ergreifen, "denn gerade in Wachstumszeiten ist die Weiterbildung der Mitarbeiter wichtig, damit sie den sich wandelnden Herausforderungen wirksam begegnen."

Für Ansuchen und die spätere Abrechung sei laut ESF-Amtsdirektor, Alex Kemenater, die digitale Plattform namens Cohemon hilfreich. "Sie gewährleistet, dass der Antragsteller die nötigen Unterlagen vollständig einreicht und später korrekt abrechnet", sagt Kemenater. Kleinunternehmen, die weniger strukturiert oder digitalisiert sind, können sich spezialisierte Dientsleister zu Hilfe nehmen, um für das Ansuchen weniger Zeit zu verlieren.

Die Erfgahrungsberichte zweier Unternehmen sollen veranschaulichen, worauf zu achten ist, wenn sich ein Betrieb dazu entschließt, die ESF-Mittel für die Weiterbildung seiner Mitarbeiter zu nutzen.

Aller Anfang ist schwer

Ein Autohändler hat nach einer mehrjährigen Pause im vergangenen Jahr erneut mit einem umfassenden Weiterbildungsprogramm für seine Mitarbeiter am Aufruf des ESF erfolgreich teilgenommen. Die Investitionen im Ausmaß von rund 70.000 Euro wird zu 100 Prozent vom ESF abgedeckt. "Der bürokratische Aufwand ist zwar beachtlich, vor allem, weil wir so etwas zum ersten Mal mit ESF-Mitteln organisiert haben. Aber ich muss auch einräumen, dass wir ohne ESF-Mittel unseren Mitarbeitern sicherlich nicht ein so umfassendes Weiterbildungsprogramm hätten bieten können", sagt der Personalbeauftragte. Die Kurse, die während der Arbeitszeit des ersten Halbjahres 2018 laufen, decken beispielsweise die Bereiche Verkauf, Kommunikation, Sicherheit, Privacy, Englisch und Positivismus ab. Es sei wichtig, frühzeitig mit dem Ansuchen zu beginnen, da der Wettbewerb etwa ein halbes Jahr in Anspruch nimmt. Aus diesem Grund sollten auch die Referenten nicht zu kurzfristig gebucht werden, war die Empfehlung dieses Betriebes.

Anders die Erfahrung eines Industriebetriebes aus dem Pustertal: Er nutzt jährlich ESF-Zuschüsse für seine betriebliche Weiterbildung, die jedes Mal andere Mitarbeiter in unterschiedlichen Funktionen zugutekommen. Daher weiß die Personalverantwortliche, was sie erwartet. Im heurigen Jahr trifft es die Projektmanager und die Qualitätsabteilung – rund 35 Mitarbeiter. Die Investition beläuft sich auf rund 40.000 Euro, wovon 70 bis 80 Prozent vom ESF abgedeckt sind. Auch dieses Unternehmen führt an, dass es sicherlich nicht so viel für die Weiterbildung investieren würde, wenn es die ESF-Mittel nicht gäbe. Die Personalverantwortliche begrüßt zudem, dass mit diesem Jahr einige bürokratische Auflagen vereinfacht worden sind, wie das allzu detaillierte Register für die Teilnehmer. Die jährlichen Ansuchen hat das Unternehmen ausgelagert: Es gebe dazu spezialisierte Berater, die in der Abwicklung der Wettbewerbe versierter sind und so den Verwaltungsaufwand in den einzelnen Personalabteilungen auf ein Minimum verringern.

Die Ziele des ESF

Der ESF ist neben dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE eine der Hauptsäulen der europäischen Regionalpolitik. Im Einklang mit der Strategie Europa 2020 will der ESF Beschäftigung fördern und Bildung sowie soziale Inklusion verbessern, auch für benachteiligte Menschen. Mit der Köhasionspolitik sollen Unterschiede im Entwicklungsstand der Mitgliedsstaaten und damit die wirtschaftlich-sozialen Ungleichheiten überwunden werden.

mgp


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