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Makroregionale Alpenstrategie EUSALP auf der Zielgeraden

Dienstag, den 28. Juli 2015 hat die Europäische Kommission eine bedeutende Entscheidung für die Europaregion getroffen: Sie hat die Europäische Makroregionale Alpenstrategie, kurz EUSALP, angenommen. „Damit wurde ein entscheidender Schritt für die Zukunft der Alpenländer gesetzt. Die EUSALP ist ein von Tirol auf den Weg gebrachtes, sehr taugliches Instrument, damit die gemeinsamen Ziele und Interessen der Alpenländer kooperativ umgesetzt und auch mit einer gewichtigen Stimme auf europäischer Ebene vertreten werden können“, freut sich EVTZ-Präsident Günther Platter.

Euregio Präsident LH Günther Platter zusammen mit EU-Regionalkommissarin Corina Cretu.
Zoomansicht Euregio Präsident LH Günther Platter zusammen mit EU-Regionalkommissarin Corina Cretu.

Die Europäische Makroregionale Alpenstrategie EUSALP soll den Alpenländern zu einer gewichtigeren Rolle im europäischen Gefüge verhelfen, sowohl was die Verteilung von EU-Fördermittel, die Stärkung von Wirtschaft und Umwelt sowie die Verbesserung der Erreichbarkeit betrifft. "Es handelt sich dabei um eine von unten gewachsene und somit in den Regionen verwurzelte Strategie", betonte Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher.


Nach der noch formal notwendigen Beschlussfassung der Strategie durch den Europäischen Rat im Dezember kann die Alpenstrategie durch konkrete Projekte mit Leben erfüllt werden. „So wie in der intensiven Vorbereitungsphase wird Tirol hier Verantwortung für Themen, die im besonderen Interesse für unser Land sind, übernehmen und weiterhin ein starker Motor der EUSALP sein“, versichert Präsident Günther Platter. Im Tirol Büro in Brüssel soll zu diesem Zweck auch eine EUSALP-Koordinierungs- und Informationsstelle eingerichtet werden.

Steigender Transitverkehr, Auswirkungen des Klimawandels, effektives Naturgefahrenmanagement, Sicherung der Daseinsvorsorge und Jobmöglichkeiten in entlegeneren Gebieten, um einer vermehrten Abwanderung gegenzusteuern, nachhaltiger Ausbau der Wasserkraft, Bewahrung der alpinen Biodiversität, neue Wege im Tourismus: Das sind nur einige Beispiele, die alle Alpenländer gleichermaßen betreffen und gemeinsame Herausforderungen für die Zukunft bringen. Um die vielfältigen, großen Potenziale der Alpenländer künftig noch kraftvoller nutzen und einig in Europa auftreten zu können, wurde von den Alpenländern die Europäische Makroregionale Alpenstrategie EUSALP ausgearbeitet. Durch die Alpenraumstrategie soll ein intelligentes, ökologisch verträgliches und sozial gerechtes Wachstum dieses europäischen Kernraumes gefördert werden. „Zentrale Zielsetzung ist es, die Alpen als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum für die heimische Bevölkerung sowie als Tourismusregion von Weltrang nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln“, betont Präsident Günther Platter.

Wissen EUSALP

Fünf EU-Mitgliedstaaten (Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und Slowenien), zwei Drittstaaten (Schweiz und Liechtenstein) sowie 48 Alpenregionen mit insgesamt über 70 Millionen Einwohnern, davon 14 Millionen im eigentlichen Berggebiet, beteiligen sich an der Alpenraumstrategie. Neben dem Ostseeraum, der Donauregion und dem adriatisch-ionischen Raum liegt nunmehr für den Alpenraum die vierte offiziell anerkannte Makroregionale Strategie der EU vor.


Die Strategie konzentriert sich auf vier Schlüsselbereiche und könnte die Entwicklung der folgenden Projektideen unterstützen:

  1. Wirtschaftswachstum und Innovation: beispielsweise Entwicklung von Forschungsaktivitäten zu alpenbezogenen Produkten und Dienstleistungen.
  2. Mobilität und Anbindung: Verbesserungen im Straßen- und Schienenverkehr und Ausweitung des Netzzugangs per Satellit in abgelegenen Gebieten.
  3. Umwelt und Energie: Bündelung von Ressourcen zum Schutz der Umwelt und zur Förderung der Energieeffizienz im Alpenraum.

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