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Schutz der Alpengams: Einigkeit über die Landesgrenzen hinweg

Internationales Gamssymposium 2016 in Kufstein: Wissenschaftler, Jäger und Jagdverbände fordern nachhaltigen Schutz der Gams in den Alpen – gemeinsames Strategiepapier zum Management der Alpengams erarbeitet.

Gemeinsamer Strategieplan zum Schutz der Alpengans erarbeitet. Foto: Rudigier
Zoomansicht Gemeinsamer Strategieplan zum Schutz der Alpengans erarbeitet. Foto: Rudigier

Innsbruck / München / Bozen – Der Tiroler Jägerverband, der Bayerische Jagdverband und der Südtiroler Jagdverband veranstalteten letzte Woche unter der Schirmherrschaft der FACE und mit großer Beteiligung der Öffentlichkeit ein internationales Symposium „Heimatwild Alpengams nachhaltig erhalten“ in Kufstein, Tirol. Versierte Referenten aus Wissenschaft und Praxis tagten zwei Tage lang zum Schutz der Alpengams – das Ziel: Die Erstellung eines gemeinsamen Strategieplans zum Management der Alpengams.

Einigkeit über die Landesgrenzen hinweg – dringender Handlungsbedarf

Das Interesse an der Thematik ist groß, wie neben der Beteiligung hochkarätiger Wissenschaftler und internationaler Organisationen auch die große Teilnehmerzahl von knapp 300 Gästen aus fünf Nationen zeigte. Die fachliche Einschätzung zeichnete in weiten Regionen ein kritisches Bild in Bezug auf die nachhaltige Erhaltung der Alpengams – es sei „fünf vor zwölf“, meinte auch der Tiroler Landesjägermeister Anton Larcher. Es besteht dringender Handlungsbedarf aller Beteiligten, um die teils sehr schlechte Situation der Alpengams zu verbessern.

Strategiepapier zum Management der Alpengams

Während am ersten Tag das Wort maßgeblich den Fachreferenten gehörte, erarbeiteten die Teilnehmer am zweiten Tag in interaktiven Workshops zu unterschiedlichen Themenbereichen wie „Jagdliche Richtlinien“, „Lebensraum und Interessensgruppen“ sowie „Forschung“ unter der Leitung kompetenter Moderatoren gezielte Forderungen. Die Ergebnisse der Workshops mündeten direkt in das gemeinsame Strategiepapier zum Management der Alpengams.

Darin fordern die Verbände unter anderen überarbeiteten Bejagungsrichtlinien, wie die Basierung der jagdlichen Planung auf gesicherten Bestandsdaten, Streckenanalysen sowie wildbiologischen Grundlagen. Aber auch die Bereitstellung von Sommer- und vor allem von geeigneten Winterlebensräumen ist ein zentraler Punkt der Forderungen. Zudem sollen wissenschaftliche Erkenntnisse sowohl in Entscheidungsprozesse der Politik als auch in der Jagdpraxis stärker und rascher eingebunden werden.


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