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Nationalpark Stilfser Joch: Übergang der Kompetenzen an die Länder

Südtirol und Trentino werden ihren Flächenanteil am Nationalpark Stilfser Joch in Zukunft eigenständig verwalten. Die Landeshauptleute Arno Kompatscher (Südtirol) und Ugo Rossi (Trentino) haben heute (11. Februar) im römischen Umweltministerium ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Sie betonten, dass man nun gemeinsam mit Gemeinden und Umweltorganisationen vor Ort eigene Strategien entwickeln könne.

vl: Theiner, LH Rossi, Bressa, LH Kompatscher, Degani bei der Vertragsunterzeichnung im Umweltministerium. Foto: LPA/Tasser
Zoomansicht vl: Theiner, LH Rossi, Bressa, LH Kompatscher, Degani bei der Vertragsunterzeichnung im Umweltministerium. Foto: LPA/Tasser
"Mit dem heutigen Abkommen verbuchen wir aus autonomiepolitischer Sicht einen wichtigen Erfolg, weil das Umweltministerium von seiner bisherigen zentralistischen Linie abweicht und den Ländern Südtirol und Trentino bzw. der Region Lombardei die Kompetenzen zur eigenständigen Führung des Nationalparks überträgt", unterstrichen die beiden Landeshauptleute Rossi und Kompatscher. Bisher haben sich die Länder an den Führungskosten beteiligt, aber selbst kaum über die Geschicke des Nationalparks entscheiden können.

Von der Gesamtfläche des Nationalparks Stilfserjoch von ca. 131.000 Hektar liegen 45 Prozent in der Region Lombardei, 41 Prozent in Südtirol und 14 Prozent im Trentino.  Der Nationalpark Stilfserjoch wurde im Jahre 1935 unter dem faschistischen Regime ausgewiesen und von 1935 bis 1995 für 60 Jahre von der ehemaligen staatlichen Forst- und Domänenverwaltung ASFD („Azienda Statale Foreste Demaniali") verwaltet.  20 Jahre lang verblieb die Verwaltung des Parks beim „ASFD", bis schließlich im Jahr 1993 mit einem Dekret des Ministerpräsidenten die kollegialen Organe des Konsortiums Nationalpark Stilfserjoch und dessen Funktionsweise geregelt wurden. Das Konsortium wurde im Herbst  1995 eingesetzt mit einem Hauptsitz in Bormio und Außenämter für die Südtiroler Parkfläche in Glurns, für den Trentiner Anteil in Cogolo di Peio und für den lombardischen Flächenanteil in Bormio. Die im Konsortium vertretenen Partner waren bisher das Umweltministerium, die Region Lombardei sowie die Autonomen Provinzen Bozen und Trient. Die heute in Rom unterzeichnete Vereinbarung schafft die Voraussetzung für die Auflösung dieses Konsortiums.

Der Durchbruch beim Übergang der Kompetenzen zur Verwaltung des Nationalparks Stilfser Joch vom Staat an das Land zeichnete sich bereits Ende Jänner bei einem Treffen von Südtirols Umweltlandesrat Richard Theiner mit  den Unterstaatssekretären Gianclaudio Bressa und Barbara Degani in Rom ab. Südtirol, das Trentino und die Lombardei traten bei diesem Treffen geschlossen für mehr Eigenständigkeit in der Führung des Nationalparks ein. Mit einem Absatz im staatlichen Stabilitätsgesetz wurden zuvor bereits die rechtlichen Voraussetzungen für den Übergang der Verwaltung des Nationalparks Stilfserjoch an die Länder und die Region Lombardei geschaffen.

Das heute von den beiden Landeshauptleuten Kompatscher und Rossi unterzeichnete Abkommen sieht die Einsetzung eines paritätisch besetzten Koordinierungs- und Lenkungskomitees vor, das sich aus Vertretern Südtirols und des Trentino, der Region Lombardei, des Umweltministeriums sowie je einem Vertreter der Parkgemeinden in der Lombardei, Bozen und Trient zusammensetzt. Aufgabe des Komitees ist es, das einheitliche Auftreten und die einheitliche Entwicklung dieses Gebietes zu koordinieren.


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