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Sanzeno (3): Nahrungsmittel, Gesundheit und Lebensraum: Euregio entwickelt alpine Diät

Neun Forschungseinrichtungen arbeiten unter der Federführung der Stiftung Edmund Mach in San Michele all´Adige gemeinsam mit der Europaregion am Projekt Environment, Food & Health (EFH), das darauf abzielt, der Bevölkerung in den drei Länder ein „gesundes Altern“ zu ermöglichen. Der Ansatz ist multidisziplinär und trägt Umwelt, Ernährung und Nachhaltigkeit Rechnung. Für das Projekt stehen 1,2 Millionen Euro bereit. Die drei Säulen, die das Projekt tragen, sind: 12 Studienrichtungen für junge Forschende, Seminare und Workshops. Ziel ist die Entwicklung einer alpinen Version der mediterranen Ernährung unter Einbezug lokaler Produkte, wie Äpfel, Spargel oder Getreidesorten.

Im Jahr 2060 werden 20% der Bevölkerung in der Europaregion mehr als 65 Jahre alt sein. Derzeit sind etwa 50% der 1,8 Millionen Einwohner von Tirol, Südtirol und dem Trentino übergewichtig, 20% sogar fettleibig.

Ernährung und Lebensgewohnheiten spielen und spielten schon immer für die Gesundheit der Bevölkerung eine zentrale Rolle. Deshalb haben die bedeutendsten Wissenszentren der drei Territorien entschieden die Herausforderung anzunehmen und erstmals eng zusammenzuarbeiten um die wissenschaftlichen Grundlagen für neue praktische Ansätze, ausgehend von den die Europaregion auszeichnenden Stärken, gegen Fettleibigkeit und chronische Erkrankungen zu schaffen.

 

Neben dem Projektkoordinator Fondazione Edmund Mach in San Michele all´Adige, werden auch die Sanitätsdienste von Trient und Bozen, die Universität Trient, Bozen, Hall und Innsbruck, das Forschungszentrum Laimburg, die Eurac Bozen, die drei Provinzen und der EVTZ Euregio teilnehmen.

Das dreijährige Projekt EFH, welches mit insgesamt 1,2 Millionen Euro zu gleichen Teilen von den drei Provinzen über drei Jahre finanziert wird, basiert auf drei Pfeilern:  die Einrichtung von zirka 12 Studienrichtungen für junge Forscher zwischen dem Doktorat und dem Post-gradualen Praktikum, die Realisierung einer Serie von Seminaren für Interessierte und politische Entscheidungsträger und schlussendlich die Stärkung eines Forschungsnetzwerkes um spezifische öffentliche und private Ressourcen mithilfe einer ausreichend kritischen Masse anzuziehen.

 

Generell versucht das Wissenschaftsnetzwerk Environment, Food & Health in erster Linie eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Analyse der ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen des lokalen Agrar- und Ernährungssektors und der Nährwertqualität von Nahrungsmitteln, welche heute hauptsächlich konsumiert werden, zu ermitteln.

Außerdem ist eine alpine Version der mediterranen Ernährung geplant, welche die Ernährungs- und Energiezusammensetzung der Mittelmeer-Ernährungspyramide bewahrt, ergänzt mit hochwertigen lokalen Lebensmitteln, einschließlich regionalen Milchprodukten.

Dieselben Produkte werden eine wichtige Rolle in der Studie „Fastmob“ spielen, welche die Reaktion des Körpers auf den Gewichtsverlust durch eine sogenannte „mima-digiuno“ Diät erforschen wird. Durch die „Fastmob“-Ernährung wird versucht die metabolische Gesundheit zu verbessen, indem man das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen reduziert und den 120 adipösen Teilnehmern der Studie hilft, das erreichte Gewicht auf längere Zeit beizubehalten.

 

Zusammenfassend ermöglicht das EFH-Projekt beträchtliche Einsparungen bei Sanitätskosten im Bereich Übergewicht und chronische Krankheiten. Es werden neue funktionelle Lebensmittel ausgesucht und aktuelle Lebensmittel, mit hohem Nährwert, hervorgehoben. So wird die Erreichung einer angemessenen Rendite sowohl für die Landwirtschaft als auch für die Lebensmittelindustrie in Trentino, Südtirol und Tirol unterstützt.

„Mit diesem Projekt, welches auf Initiative der Arbeitsgruppe von Prof. Fulvio Mattivi entstanden ist, heben wir einen bedeutenden Bereich der Forschung von San Michele hervor. Diese wurde bereits von der nationalen Beurteilungsagentur ANVUR ausgezeichnet“, erklärte der Präsident der Fondazione Edmund Mach, Andrea Segrè. „Dank EFH wird es der Stiftung ermöglicht, mit allen euroregionalen Playern Verbindungen zu knüpfen. Der Initiative liegt die Doktoratsschule zu Grunde: Das bedeutet, dass unser Team vor allem auf Schulen, auf junge Menschen, ausgerichtet ist. So werden die Spezialisten der Zukunft im Bereich der Ernährung ausgebildet. Uns ist bewusst, dass das was wir im Begriff sind zu tun, für die Volksgesundheit von unglaublichem Wert ist.“

ag


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