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EU-Direktförderungen: Zwei Publikationen erleichtern Zugang

Sowohl im privaten, als auch im öffentlichen Bereich will Südtirol EU-Direktförderungen besser nutzen. Zwei Publikationen sollen dies unterstützen.

LH Kompatscher, Mathias Stuflesser, Stefania Paolazzi, Vesna Caminades, Giulia Chiarel, Gabriela Kerschbaumer und Renato Sette bei der heutigen Informationstagung - Foto: LPA/rm
Zoomansicht LH Kompatscher, Mathias Stuflesser, Stefania Paolazzi, Vesna Caminades, Giulia Chiarel, Gabriela Kerschbaumer und Renato Sette bei der heutigen Informationstagung - Foto: LPA/rm

Volwe und Mobec sind zwei europäische Projekte, an denen sich die Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland beteiligt hat. Das erste zielt auf die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Freiwilligenorganisationen und den öffentlichen Einrichtungen ab. Das zweite, das derzeit noch läuft, konzentriert sich auf die Praktiken der Altenbetreuung und Altenpflege: Dabei werden Mitarbeitende von Verwaltungen und des Sozialwesens verschiedener Partnerländer gemeinsam geschult, um die Dienstleistungen für ältere Menschen zu verbessern. Für beide Projekte gab es über das Programm Erasmus+ eine EU-Direktförderung.  

Die EU-Direktförderungen standen heute (26. Mai) im Mittelpunkt der Informationsveranstaltung EuroP.E. – Public Entities in Europe im Landhaus 1 in Bozen. Landeshauptmann Arno Kompatscher und Gemeindenpräsident Andreas Schatzer stellten dabei zwei Publikationen vor: Die Broschüre "EuroP.E. – Public Entities in Europe" nimmt die Nutzung der direkten europäischen Fördermittel in Südtirol unter die Lupe; der Leitfaden zur Nutzung von EU-Direktförderungen "Die europäischen Direktfinanzierungen" soll den Zugang zu direkten EU-Förderungen erleichtern.

Südtirol habe in den vergangenen Jahrzehnten die europäischen Strukturfonds leidlich genutzt, erklärte bei der heutigen Vorstellung Landeshauptmann Kompatscher, "wir waren bei den Guten, ja sogar unter den Besten". Nach Schwierigkeiten sei man nun in der neuen Programmperiode wieder gut aufgestellt und gut unterwegs. Allerdings, so forderte der Landeshauptmann, müsse man bereits an die nächste Förderperiode denken. Einzelne Mitgliedsländer wie beispielsweise die Niederlande plädierten für einen Abschied von den Strukturfonds. Südtirol halte mit anderen Ländern dagegen. "Auch bei meinem Gespräch mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe ich mich für die Beibehaltung des derzeitigen Systems ausgesprochen", sagte Kompatscher. Es sei jedoch angebracht, die EU-Direktförderungen besser zu nutzen.

Als wichtiges Hilfsmittel dazu bezeichnete Gemeindenverbandspräsident Schatzer die neuen Broschüren, die Europawissenschaftlerin Stefania Paolazzi und die Juristin Giulia Chiarel vom Brüsseler Außenamt des Landes unter der Koordination von Amtsdirektorin Vesna Caminades erarbeitet haben. "Die Untersuchung zeigt, dass 62 Prozent der Südtiroler Gemeinden nie Initiativen im Bereich der direkten EU-Förderung entwickelt haben, das sollten wir ändern", so der Aufruf des Gemeindenverbandspräsidenten. 

Im Rahmen der heutigen Informationsveranstaltung berichteten neben Gabriela Kerschbaumer von der Bezirksgemeinschaft Überetsch-Unterland auch Mathias Stuflesser von der Landesabteilung Italienische Kultur und Renato Sette von der Gemeinde Brixen über ihre Erfahrungen mit den EU-Förderungen.  

(jw)


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