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Euregio-Botschaft zur EXPO: Vorteile des nachhaltigen Wirtschaftens

EXPO Mailand – „Green economy in the Euregio“ lautete das Motto des vierten Tages der Euregio-Woche am Südtirolstand heute, 14. Juli auf der EXPO in Mailand. Im Mittelpunkt stand das nachhaltige Wirtschaften in der Europaregion. Pioniere der Nachhaltigkeit wie der Südtiroler Alois Lageder, die aufstrebende Tiroler Genossenschaft „Bio vom Berg“ sowie der Trentiner Fischzuchtbetrieb Astro untermauerten bei ihrer Pressekonferenz am Euregio-Stand die Vorteile der green economy. „Das führt sowohl aus ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht zu einer win-win-Situation und ist dazu noch gesund“, betonten Lageder, Heinz Gstir und Diego Coller unisono.

(v.l.n.r.) Die 3 „Green Champions“ Alois Lageder, Heinz Gstir (BIO vom BERG) und Diego Coller (Astro) präsentieren ihre Produkte: Wein, Käse und Fisch aus der Euregio; Moderation Matthias Fink, Generalsekretär der Europaregion
Zoomansicht (v.l.n.r.) Die 3 „Green Champions“ Alois Lageder, Heinz Gstir (BIO vom BERG) und Diego Coller (Astro) präsentieren ihre Produkte: Wein, Käse und Fisch aus der Euregio; Moderation Matthias Fink, Generalsekretär der Europaregion
Südtirols Nachhaltigkeitspionier Alois Lageder (ganz links) spricht über die Vorteile der Green economy
Zoomansicht Südtirols Nachhaltigkeitspionier Alois Lageder (ganz links) spricht über die Vorteile der Green economy
Begehrt auch beim Publikum: Nachhaltige Produkte aus der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino
Zoomansicht Begehrt auch beim Publikum: Nachhaltige Produkte aus der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino

Der Trend hin zur Ursprünglichkeit und zu regionalen, biologischen oder, im Falle von Lageder, biodynamisch erzeugten Lebensmitteln sei ein zusätzlicher Ansporn, das nachhaltige Wirtschaften trotz höherer Produktionskosten fortzuführen. Mit abgestimmten Wein-, Käse- und Fischverkostungen erläuterten das Weingut Alois Lageder, die Genossenschaft Bio vom Berg und die Firma Astro den Medienvertretern und dem Publikum ihre nachhaltige Produktions- und Vermarktungsphilosophie.

Pioniere und Bestpractices

„Das Weingut Lageder hat die Zeichen der Zeit  - also die Vorteile nachhaltigen Wirtschaftens - bereits vor über 20 Jahren erkannt", untermauerte Alois Lageder. Der Bau der ökologischsten Weinkellerei des gesamten Alpenraums in Margreid in Südtirol führte im Jahre 1998 zum Gewinn des Arge Alp Umweltpreises, viele weitere Auszeichnungen folgten. Alois Lageder kann getrost als ein Urvater der Nachhaltigkeit in Südtirol bezeichnet werden. Sein Engagement im eigenen Betrieb und sein Einsatz als Präsident des Ökoinstitutes Südtirol haben die Nachhaltigkeit im Alpenraum hoffähig gemacht und den Weg für viele weitere green-economy-Unternehmen in der gesamten Europaregion geebnet. Alois Lageder - dieser Name stehe für höchste Qualitätsstandards im biologisch-dynamischem Weinbau, für eine ganzheitliche und nachhaltige Unternehmensphilosophie ebenso wie für eine große Bandbreite kultureller und künstlerischer Aktivitäten, unterstrich auch Euregio-Generalsekretär Matthias Fink während der Moderation der Pressekonferenz. Rund 50 Hektar familieneigene Weinberge werden nach biologisch-dynamischen Richtlinien bewirtschaftet. Von den zusätzlichen rund 110 Hektar Weinbergen, von denen das Weingut Lageder Trauben bezieht, werden zu Beginn diesen Jahres bereits ein Viertel biologisch-dynamisch bewirtschaftet.  Durch diese Pionierarbeit nimmt das Weingut Lageder in den Bereichen nachhaltige Architektur und nachhaltige Landwirtschaft mittlerweile eine Leaderrolle im Alpenraum ein. „Wir haben damit bewiesen, dass eine nachhaltige Wirtschaftsweise erfolgreich umgesetzt und die wirtschaftliche Grundlage gesichert werden kann", so Lageder. Aus seiner Sicht zeichne sich seit einigen Jahren ein ganz klarer Trend ab: der Mensch sehne sich immer mehr nach unberührter Natur, genieße ihre Unverfälschtheit und befürworte einen respektvollen, ökologischen Umgang mit ihr. Diesem Bedürfnis nachzukommen erweise sich allerdings als immer schwieriger. Deshalb schlägt Lageder vor, die gesamte Region ökologisch zu bewirtschaften. „Wir hätten dadurch in der Vermarktung einen tollen Trumpf in der Hand und ein Alleinstellungsmerkmal, das auch für den Tourismus und die gesamte  Wirtschaft große Vorteile bringen würde", ist Lageder überzeugt.

Bio aus den Bergen: Tirol in aller Munde

Heinz Gstir von der Tiroler Genossenschaft Bio vom Berg betonte, dass die Tiroler gerne Eigensinn, Courage und Ideenreichtum zeigten. Vor allem aber echten Geschmack: Tirols Bio-Bauern haben sich 2002 zu der Vermarktungsgemeinschaft Bioalpin zusammengefunden und mit BIO vom BERG Mitteleuropas einzige unabhängige Erzeugermarke geschaffen. Mehr als 600 Biobauern beliefern das kleine, feine Edellabel BIO vom BERG mit sorgsam produzierten Köstlichkeiten aus ihrer Heimat. „Das vielfältige Sortiment ist weit über die Ursprungsregion Tirol hinaus bekannt und begehrt", unterstrich auch Simon Wolf. Kein Wunder, erfüllen die exklusiven Bio-Spezialitäten aus dem Herz der Alpen doch allerhöchste Qualitäts- und Genussansprüche. Denn nachhaltige Berglandwirtschaft, kontrolliert biologische Produktion und achtsame Verarbeitung der Lebensmittel seien nicht nur Geschmacksfrage, sondern auch Lebensphilosophie. Als „eine Marke in Händen der Tiroler Bauern", hat Obmann Heinz Gstir an der EXPO in Mailand das Konzept beschrieben. Und als ein Instrument, das etabliert worden ist, um „die Zukunft der Tiroler Bio-Bergbauern offensiv selbst zu gestalten." Obst-, Getreide- und Gemüsebauern, Kleinsennereien, Metzgereien, Bäckereien und Eierbauern produzieren mittlerweile mehr als 130 Produkte unter dem Qualitätsversprechen der Marke BIO vom BERG.

Astro - lokale Fischzucht von Ruf im Trentino

Wie Diego Coller und Massimo Manfrini vom Trentiner Fischzuchtunternehmen Astro unterstrichen, würden sich die Forellen und Saiblinge ihres Betriebes qualitativ sehr von jenen in  der Ebene unterscheiden, da sie in den kalten und nährstoffreichen Gewässern der Trentiner Berge aufgezogen werden. Auch das langsamere, harmonische Wachstum trage dazu bei, dass dieser Fisch weniger Fette und mehr Omega3-Fettsäuren aufweise. Das habe dazu geführt, dass Astro nun von der internationalen Organisation "Friend of the sea" zertifiziert wurde, dem führenden Zertifizierungsunternehmen weltweit für nachhaltige Fischproduktion.

Derzeit wachsen, so Coller, im Trentino jährlich 40.000 Zentner Forellen in 70 verschiedenen Fischzuchten heran, deren Becken eine Fläche von insgesamt 38 Hektar einnehmen und wo 450 Mitarbeiter beschäftigt sind. 

Nachhaltigkeit ist der Überbegriff schlechthin für die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Ein Markenzeichen, das die dauerhafte und zukunftsfähige Entwicklung der drei Territorien im alpinen Raum aus ökonomischer, ökologischer und sozialer Sicht kennzeichnet. Die drei Säulen der Nachhaltigkeit stehen eng miteinander in Wechselwirkung und suchen kontinuierlich die Balance. Im Rahmen der Euregio-Woche vom 10.-16. Juli 2015 auf der EXPO war der 14. Juli mit seinem Motto „GREEN ECONOMY IN THE EUREGIO" ein ganz besonderer Tag, da er das verbindende Element zu den anderen Schwerpunkttagen darstellt. Das Konzept der Euregio-Woche sieht nämlich vor, „gemeinsame Nenner" aus verschiedensten Bereichen der Provinzen Trient und Bozen sowie dem Land Tirol zur Expo zu bringen und dort mit Testimonials zu präsentieren, wie DOLOMITES - BALANCE IN THE EUREGIO, A DAILY CHALLENGE, FOOD & INNOVATION IN THE EUREGIO, FILMS IN THE EUREGIO, ALPINE WELLNESS & RELAX IN THE EUREGIO sowie SPORT GROWS IN THE EUREGIO.

Aber zurück zu den 3 Säulen der Nachhaltigkeit in der Euregio. Die ökologische Nachhaltigkeit der Europaregion orientiert sich am Gedanken, keinen Raubbau an der Natur zu betreiben und die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten. Mit der sozialen Nachhaltigkeit wollen die drei Länder die sozialen Spannungen in Grenzen halten und allfällige Konflikte auf friedlichem und zivilem Wege austragen. Die ökonomische Nachhaltigkeit in der Europaregion ist gekennzeichnet durch eine immer größere werdende Anzahl an Unternehmen, deren Ressourcen sparende Wirtschaftsweise langfristig ausgerichtet ist, dadurch dauerhaft betrieben werden kann und auf das Gemeinwohl Rücksicht nimmt.

Das zukunftsfähige, nachhaltige Wirtschaften gibt der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino ein unverwechselbares Profil, vor allem da Nachhaltigkeit im alpinem Raum mit mehr Aufwand verbunden ist als beispielsweise in der Ebene. Auf der anderen Seite verleiht es der grenzüberschreitenden Europaregion einen gesellschaftlichen Mehrwert.

AG

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Downlaods:

Rohbilder von der Pressekonferenz 14.07. 11 Uhr

Interview mit Alois Lageder

Interview mit Heinz Gstir

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