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Europaregion: Die Gewerkschaften in Trient, Bozen und Innsbruck fordern eine unmittelbare Miteinbeziehung

Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino wird dank der Errichtung des Europäischen Verbunds territorialer Zusammenarbeit (EVTZ) immer mehr zu einer festen Größe. Auch die Gewerkschaften der drei Länder längs der Brennerachse fordern eine konkrete Miteinbeziehung bei der Erarbeitung der von der Europaregion geförderten Projekte. Sie befürworten insbesondere das Ergreifen gemeinsamer Maßnahmen im Bereich des Lehrlingswesens und der Berufsbildung.

Walter Alotti (presidente Csi Alpi Centrali) e Bruno Dorigatti (Presidente del Consiglio della Provincia autonoma di Trento)
Zoomansicht Walter Alotti (presidente Csi Alpi Centrali) e Bruno Dorigatti (Presidente del Consiglio della Provincia autonoma di Trento)
Gabi Schiessling, Vicepresidente del Consiglio del Tirolo
Zoomansicht Gabi Schiessling, Vicepresidente del Consiglio del Tirolo

Diesen Wunsch äußerte der Interregionale Gewerkschafts-Rat – Zentral-Alpen, der am 1. und 2. März in Trient versammelt war, um über die Rolle und die Aufgaben des EVTZ zu diskutieren. Der 1996 als Teil des Europäischen Gewerkschaftsbunds entstandene Interregionale Gewerkschafts-Rat – Zentral-Alpen vertritt die Arbeitnehmerorganisationen von Tirol, Südtirol und Trentino, aber auch von Belluno und Graubünden. 

In einem Dokument verweist der Rat auf seinen langjährigen Einsatz für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und wertet die Europaregion als wertvolles Instrument zur Konsolidierung der Beziehungen zwischen den Bürgern der drei Länder sowie zur Ankurbelung ihrer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung.

„Die Miteinbeziehung der Gewerkschaftsorganisationen in der Debatte über Arbeitspolitik und Sozialpolitik – betonte der amtierende Vorsitzende des Gewerkschafts-Rats, Walter Alotti, Gewerkschafter der UIL des Trentino – ist von größter Bedeutung. Demnächst werden wir uns mit einem offiziellen Schreiben an den Präsidenten des EVTZ wenden, um eine Zusammenarbeit anzubahnen. Auch dies kann zu einer größeren Annäherung der über 800.000 Arbeitnehmer beitragen, die hier leben und aktiv sind.“  Die Gewerkschaften vertreten die Meinung, dass unter den Projekten des EVTZ unbedingt auch solche in Betracht gezogen werden sollten, die sich mit Fragen der Eingliederung der Jugendlichen in die Arbeitswelt, des Lehrlingswesens und der Berufsausbildung befassen.

Das vom Interregionalen Gewerkschafts-Rat ausgearbeitete Dokument schließt zwei Tage intensiver Debatten. Die Arbeiten wurden am Donnerstag, 1. März 2012, mit dem Beitrag des Direktors des Instituts für Föderalismus in Innsbruck, Dr. Peter Bußjäger, eröffnet, der die dem Wirkungsbereich des EVTZ durch die Europäische Gesetzgebung gesetzten Grenzen umriss, wobei er sowohl auf die Potentialitäten dieser Einrichtung (die Möglichkeit, die in den Zuständigkeitsbereich der Länder fallende Politik zu koordinieren) als auch auf die Hindernisse (insbesondere die Komplexität der Entscheidungswege) hinwies.

Anschließend hatte Matthias Fink vom Generalsekretariat des EVTZ die Gelegenheit, den im Rosa Saal der Region versammelten Gewerkschaftern das Tätigkeitsprogramm der Europaregion für 2012 zu erläutern, welches unter anderem gemeinsame Vorhaben im Rahmen der Energie- und Umweltpolitik, im Bereich der Seniorenpflege und der Ausbildung umfasst. Zum Abschluss des ersten Tages referierte Gabi Schiessling, Vizepräsidentin des Tiroler Landtags (im Bild rechts).

Schiessling hob hervor, wie wichtig die Unterstützung der Gewerkschaftsorganisationen für die Belange der Europaregion sei.

Am Freitag, 2. März 2012, intervenierte Bruno Dorigatti, Präsident des Trentiner Landtags und gab einen Überblick über die Entstehungsgeschichte des EVTZ, welcher dank der direkten Miteinbeziehung der drei Landtage in Trient, Bozen und Innsbruck zustande gekommen ist. Er betonte, dass das Mitwirken aller Sozialpartner unerlässlich sei, damit die Länder entlang der Brennerachse noch stärker zusammenwachsen. „Welche Themenbereiche kommen dafür in Frage? Energie, Transportwesen, Sozialpolitik stehen im Vordergrund.“, sagte Bruno Dorigatti.

Am Ende der Tagung des Gewerkschafts-Rats wurde – wie bereits erwähnt – ein Abschlussdokument verabschiedet. Das nächste Treffen des Interregionalen Gewerkschafts-Rats ist im Herbst in Bozen geplant, um sich über die Wohnungspolitik in Tirol, Südtirol und Trentino auszutauschen.

Im Bild oben (v.l.n.r.): Walter Alotti, Vorsitzender des IGR Zentralalpen und Bruno Dorigatti, Präsident des Trentiner Landtags


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