iMONITRAF! - Transalpine Verkehrspolitik

iMONITRAF! – Gemeinsame Herausforderungen erfordern gemeinsames Handeln

Die am stärksten vom Transitverkehr betroffenen Regionen entlang der wichtigsten Alpenkorridore haben sich im Netzwerk iMONITRAF! zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Verkehrsstrategie zu erarbeiten und umzusetzen. Individuelle und nicht harmonisierte Maßnahmen waren bisher nicht ausreichend, um den Transitverkehr und dessen negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu begrenzen.

Der Handlungsdruck ist hoch: Obwohl alle Regionen bereits verschiedene Verlagerungsmaßnahmen umsetzen, steigt das Verkehrsvolumen weiter an und die Verlagerung von der Straße auf die Schiene kommt nur schleppend voran. Grenzwerte für Luftschadstoffe werden aktuell an vielen Messstellen weiter überschritten und auch die Lärmbelastung entlang der Transitkorridore bleibt auf hohem Niveau.

Die Alpenregionen haben daher erkannt, dass effektive Maßnahmen einen gemeinsamen Ansatz erfordern. iMONITRAF! wurde 2005 im Rahmen des INTERREG Alpenraumprogramms initiiert und das Projekt entwickelte sich schnell zu einem „Best Practice“ Projekt für politisches Networking. Seit 2013 wird iMONITRAF! als Netzwerk von den Regionen weitergeführt, mit der Verlängerung für die Phase 2019-2020 wurde die politische Relevanz des Netzwerks erneut bestätigt.

Vernetzung im Rahmen von iMONITRAF! - Gemeinsames Verständnis schärfen

  • Politische Plattform: iMONITRAF! ermöglicht einen regelmäßigen Austausch zwischen politischen Entscheidungsträgern und der technischen Ebene, um aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsame Maßnahmen anzustoßen und umzusetzen.
  • Technische Plattform: die langjährige Zusammenarbeit auf technischer Ebene hat das gemeinsame Verständnis zum Handlungsbedarf deutlich geschärft und die Kompromissbereitschaft bei der Entwicklung gemeinsamer Maßnahmen befördert.
  • Schlagkräftige Zusammenarbeit „klein aber zielgerichtet“: Der iMONITRAF! Coordination Point koordiniert die regelmäßige Interaktion auf technischer Ebene und hat den Überblick über politische Windows-of-Opportunity.

Gemeinsame Verkehrsstrategie als Meilenstein

Die Unterzeichnung einer gemeinsamen Verkehrsstrategie im Jahr 2012 stellt einen Meilenstein für die iMONITRAF! zusammenarbeit dar:

  • Erstmals werden gemeinsame Umwelt- und Verkehrsziele für die wichtigsten Alpenkorridore festgelegt (Maximierung der Schienen-Kapazitäten, Limitierung des Güterverkehrs auf der Straße).
  • Gemeinsamen Maßnahmen werden festgelegt und priorisiert. Mit Toll Plus wird ein erstes Element dieses Maßnahmenpakets weiter vertieft.

Monitoring-System als fundierte Datenquelle

Das gemeinsame Monitoring-System von iMONITRAF! stellt mittlerweile eine Referenz auf technischer Ebene dar. Es stellt jährlich aktualisierte Daten zu Verkehr (Verkehrsvolumen, Verkehrsmenge) und Umwelt (Luftqualität, Lärm) sowie zu Mautsätzen und Treibstoffpreisen zur Verfügung.

  • Das Monitoring-System ist die umfangreichste Datenquelle zum Thema alpenquerender Verkehr.
  • Es wird mittlerweile als Referenz von Entscheidungsträgern auf politischer und technischer Ebene verwendet und wird kontinuierlich weiterentwickelt.
  • Es ermöglicht einen graphischen und interaktiven Zugang über die WebGIS Applikation.

iMONITRAF! Toll Plus Vorschlag

Mit seinem Vorschlag für ein Toll Plus System konnte iMONITRAF! ein Vorzeigeprojekt für politisches Lobbying der Alpenregionen erreichen. Toll Plus schlägt im Rahmen einer politischen Resolution einen Mechanismus zur Harmonisierung der Straßenbenutzungsgebühren vor, der auf der vollen Internalisierung externer Kosten beruht und die besonderen Bedürfnisse der Alpenregionen berücksichtigt. iMONITRAF! hat sich stark in die Revision der Wegekosten-Richtlinie, als relevanten politischen Rahmen auf europäischer Ebene eingebracht und konnte erreichen, dass die meisten Vorschläge der Alpenregionen im aktuell vorliegenden Vorschlag des Europäischen Parlaments berücksichtigt wurden.

Aktuelle Entwicklungen im Blick

Dank seiner engen Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Projekten hat iMONITRAF! aktuelle Entwicklungen mit Relevanz für den Güter- und Personenverkehr stets im Blick. Insbesondere innovative Technologien und Trends können erhebliche Relevanz für die Wettbewerbsfähigkeit von Straße und Schiene haben und sollten in der Entwicklung gemeinsamer Maßnahmen berücksichtigt werden. Mit seinem Bericht über innovative Technologien „Future Trends for transalpine transport“ hat iMONITRAF! im Jahr 2018 eine Übersicht aktueller Entwicklungen erstellt, die im laufenden Arbeitsprogramm weiter vertieft werden.

 

Weitere Informationen:

www.imonitraf.org

Jahresbericht 2018 von iMONITRAF!:

http://www.imonitraf.org/DesktopModules/ViewDocument.aspx?DocumentID=bhuXKUB1+3s=


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