Lebensmittelsicherheit

Die Rechtsfrage des Monats April behandelt das Thema der Lebensmittelsicherheit in der Europaregion - angesichts der jüngsten Lebensmittelskandale in der EU ein sehr aktueller Bereich. Das Team der Europaregion hat diesbezüglich Lukas Pichler, den Leiter des Servicebereichs für Etikettierung und Produktsicherheit der Handelskammer Bozen, befragt.

Frage 1) Welche Vorteile hat das neue europäische Lebensmittelrecht für den Verbraucher?

Die Europaregion selbst ist umgeben und durchdrungen von Grenzen, die wir alle 100 km antreffen. Alleine schon die Vereinheitlichung des Normendschungels erleichtert dem Konsumenten seine Rechte wahrzunehmen. Zudem, wo stünden wir ohne Binnenmarkt? Wir hätten ein geringeres Angebot, höhere Preise und mehr Bürokratie. Ziel der EU ist die Schaffung eines hohen Verbraucherschutzniveaus über das gesamte Territorium.

Frage 2) Welche Informationen finde ich auf den Verpackungen der Lebensmittel?

Die Verordnung zur Information der Verbraucher über Lebensmittel listet die Mindestangaben auf, welche auf den Verpackungen anzutreffend sind:

  • a) die Bezeichnung des Lebensmittels;
  • b) das Verzeichnis der Zutaten;
  • c) Allergene: sind alle in Anhang II der VO 1169/2011/EU aufgeführten Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe sowie Zutaten und Verarbeitungshilfsstoffe, die Derivate eines in Anhang II aufgeführten Stoffes oder Erzeugnisses sind, die bei der Herstellung oder Zubereitung eines Lebensmittels verwendet werden und — gegebenenfalls in veränderter Form — im Enderzeugnis vorhanden sind und die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen;
  • d) die Menge bestimmter Zutaten oder Klassen von Zutaten (QUID);
  • e) die Nettofüllmenge des Lebensmittels;
  • f) das Mindesthaltbarkeitsdatum oder das Verbrauchsdatum;
  • g) gegebenenfalls besondere Anweisungen für Aufbewahrung und/oder Anweisungen für die Verwendung;
  • h) der Name oder die Firma und die Anschrift des Lebensmittelunternehmers nach Artikel 8 Absatz 1;
  • i) das Ursprungsland oder der Herkunftsort, wo dies nach Artikel 26 vorgesehen ist;
  • j) eine Gebrauchsanleitung, falls es schwierig wäre, das Lebensmittel ohne eine solche angemessen zu verwenden;
  • k) für Getränke mit einem Alkoholgehalt von mehr als 1,2 Volumenprozent die Angabe des vorhandenen Alkoholgehalts in Volumenprozent;
  • l) eine Nährwertdeklaration.
  • + andere Pflichtangaben für bestimmte Lebensmittel aus anderen Gesetzestexten

Frage 3) Gibt es weitere Informationen zur besseren Vergleichbarkeit der Lebensmittel?

Die Etikettierung ist zwar ein Recht, aber auch eine Holschuld des Verbrauchers.

Frage 4) Gibt es Hinweise für Allergiker?

Ja, in der Tat: Die neue Verordnung zur Information der Verbraucher über Lebensmittel sieht vor, dass allergene Zutaten hervorgehoben werden müssen. Dies erleichtert betroffenen Menschen den Umgang mit einer etwaigen Unverträglichkeit. Insbesondere ist hierzu auch die Kreuzkontamination zu berücksichtigen.

Frage 5) Welche Vorteile haben regionale Produkte in Bezug auf Lebensmittelsicherheit?

 

Frage 6) An wen können sich Verbraucher und Produzenten wenden?

Im Falle von konkreten Fragen empfehlen wir, sich direkt an den Inverkehrbringer oder den Fachverkäufer zu wenden. Weiterführende Unterstützung erhalten Sie als Verbraucher bei den Konsumentenschutzorganisationen: 

  • Südtirol: Verbraucherzentrale [Centro tutela consumatori] und Altroconsumo
  • Tirol: Arbeiterkammer
  • Trient: Associazioni dei consumatori 

als Unternehmer

  • Südtirol: Handels-, Industrie-, Handwerks- und Landwirtschaftskammer Bozen
  • Tirol: Wirtschaftskammer Tirol
  • Trient: Trentino sviluppo

Unternehmern steht insbesondere die kostenfreie Etikettierungsanwendung für Bäcker, Metzger und andere Unternehmer im Lebensmittelbereich zur Verfügung (dazu gibt es noch Einführungsfilme): www.foodlabelcheck.eu 

Kontakt für Unternehmer im Lebensmittelbereich:

http://www.camcom.bz.it/de-DE/MARKTREGELUNG/Etikettierung_Lebensmittel/etikettierung_lebensmittel.html

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN 

KONTAKT: Mag. Lukas Pichler
Handelskammer Bozen - Produktsicherheit
I-39100 Bozen, Südtiroler Straße 60
Tel. 0039 0471 945 698 - Fax 0039 0471 945 510 

produktsicherheit@handelskammer.bz.it

www.handelskammer.bz.it - www.camcom.bz.it 

STECKBRIEF LUKAS PICHLER

  • geboren 1976 in Bozen und derzeit dort wohnhaft;
  • Dienst in der Italienischen Luftwaffe und Praktikumsaufenthalte in Rom und Brüssel;
  • 2003 Abschluss des Studiums der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Innsbruck mit den Schwerpunkten Marketing (Prof. Mühlbacher, Personalwesen (Prof. Laske) und Makroökonomik (Prof. Chen);
  • Verleihung des „TIROLER SPARKASSEN-PREISES“ für die Forschungsarbeit zur Politik des IWF und der Weltbank, Kreditvergaben an krisengeschüttelte Staaten von wirtschaftlichen Reformen abhängig zu machen:  „Conditionality and its management by Bretton Woods Institutions. Implications beyond the formal conditions.„;
  • 2004 – 2005 Geschäftsführer des CSI „Centre for the Study of International Institutions“, eines Projektes der österreichischen Nationalbank zur Untersuchung öffentlicher Güter und der Kosten und des Nutzens von internationalen Organisationen, welche diese bereitstellen sollen;
  • 2005 Publikation für „Pro scientia“ zum Jahresthema „Essen - Nahrungsaufnahme, Kult und Kultur“ und Aufbau des Servicebereiches zur Etikettierung von Lebensmitteln für KMUs an der Handelskammer Bozen;
  • Ab 2007 zusätzlich: Betreuung behördlicher Aufgaben zur Umsetzung europäischer Auflagen und Standards zur Sicherheit, sowie zur Kennzeichnung von Produkten;
  • Vortragstätigkeit zur Etikettierung und Sicherheit von Produkten an der Universität Bozen, für die Südtiroler Landesverwaltung und Verbände;
  • Verfasser von Artikeln zur Etikettierung und Sicherheit von Produkten für lokale Wirtschaftsblätter;
  • Einführung und Betreuung von Projekten zur EDV-gestützten Umsetzung europäischer Auflagen, wie www.foodlabelcheck.eu  2.0;
  • Homepage http://www.camcom.bz.it/de-DE/MARKTREGELUNG/Etikettierung_Lebensmittel/etikettierung_lebensmittel.html

 

 


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