Irene Vieider

Als Person des Monats Juni stellen wir die Südtiroler Landesmusikschuldirektorin Irene Vieider vor, die maßgeblich die Gesamttiroler Jugendmusikwettbewerbe „Prima la musica“ und die aktuelle Ausgabe des Bundeswettbewerbes mitorganisiert hat.  Ihr Musikinstitut betreut in Südtirol 5 deutsche und 2 ladinische Musikschuldirektionen mit insgesamt 52 Schulstellen an.

Frau Vieider, können Sie uns etwas über die Entstehungsgeschichte des Gesamttiroler Jugendmusikwettbewerbes prima la musica erzählen?

Den österreichischen Jugendmusikwettbewerb prima la musica gibt es seit fast 20 Jahren und seitdem ist auch Südtirol dabei. Jugendliche bis zu einem Alter von 19 Jahren können sich in verschiedenen Wettbewerbskategorien als Solisten oder in Ensembles daran beteiligen und ihr musikalisches Können unter Beweis stellen.

Der Wettbewerb besteht aus 9 Landeswettbewerben, die in den einzelnen Bundesländern Österreichs im Frühjahr eines jeden Jahres ausgetragen werden. Die Besten der einzelnen Länder treten dann beim Bundeswettbewerb auf, der alle 10 Jahre in Südtirol ausgetragen wird. 2003 fand der Bundeswettbewerb prima la musica in Bozen statt und 2013 in Sterzing.

Es gibt eine Vereinbarung zwischen dem Land Tirol und dem Land Südtirol, die die gemeinsame Austragung des Gesamttiroler Landeswettbewerbes regelt, an dem sich Kinder und Jugendliche aus Tirol und Südtirol beteiligen können. Der Gesamttiroler Landes Wettbewerb wird alle 4 Jahre in Südtirol ausgetragen, das letzte Mal 2011 in Klausen und Seis.

Die Beteiligung am Landeswettbewerb hat sich im Laufe der Zeit gesteigert. In den letzten Jahren waren ca. 1000 Teilnehmer, davon kommt ca. ein Viertel aus Südtirol. Für den Bundeswettbewerb 2013 haben sich heuer 41 Solisten und 8 Ensembles aus Südtirol qualifiziert. 

Können Sie uns die wichtigsten Merkmale in Bezug auf prima la musica nennen? 

 

Welche Aufwertung erfährt Südtirol durch die Austragung des Bundeswettbewerbs?

Am Bundeswettbewerb nehmen jährlich ca. 800 Kinder und Jugendliche aus ganz Österreich und Südtirol teil. Sie werden von ihren Lehrpersonen und Eltern zum Wettbewerb begleitet. Dadurch lernen diese unser Land kennen, begegnen den Menschen und der Kultur und kommen vielleicht auch einmal wieder. Neben der kulturellen und musikalischen Begegnung, den so ein Wettbewerb mit sich bringt ist auch der wirtschaftliche Faktor für den Austragungsort von Bedeutung. Aber auch die Lehrpersonen lernen sich kennen, tauschen sich aus und bleiben in Verbindung. Daraus haben sich auch schon einige gemeinsame Projekte mit Schülern entwickelt, z.B. Konzerte mit Ensembles verschiedener Schulen aus Tirol und Südtirol. 

Gibt es weitere “musikalische Verbindungen” innerhalb der Europaregion?

 

Der Bereich Deutsche und ladinische Musikschulen pflegt gute Kontakte zum Bundesland Tirol. Es finden Kontakte zwischen den Führungskräften der Musikschulen und den Lehrpersonen statt, es gibt die Möglichkeit zu gemeinsamer Fortbildung. In Südtirol wie in Nordtirol wird eine Sommermusikwoche für Jugendliche abgehalten, an der Jugendliche aus beiden Ländern teilnehmen können. Gute Kontakte zum Land Tirol und auch zum Trentino gibt es auch im Bereich der Volksmusik, so wurden z.B. Projekte mit den Volksmusikanten der deutschen Sprachinseln im Fersental durchgeführt. Lehrer aus Südtirol haben über 10 Jahre lang einmal monatlich Kurse für Steirische Harmonika angeboten. 

Was bedeutet die Europaregion für sie persönlich und welche Entwicklung wünschen Sie sich?

 

Die Europaregion hat eine gemeinsame Geschichte und viele kulturelle Verbindungen. In meiner Funktion als Landesmusikschuldirektorin mehr mit den Kollegen im Bundesland Tirol in Kontakt, da es im Trentino nicht ein vergleichbares Musikschulwesen gibt.

Persönlich schätze ich alle kulturellen und musikalischen Angebote sehr. Der kulturelle Reichtum und die Vielfalt der Europaregion stellen einen großen Vorteil für seine Bewohner dar.

Ich hoffe, dass die Kontakte noch enger und bewusster gepflegt werden und die Vielfalt unserer Region immer auch als Bereicherung erfahren wird. Zudem wünsche ich mir, dass für kulturelle Initiativen auch in Zukunft noch die finanziellen Mittel bereitgestellt werden können. 

Kontakt:

Dr. Irene Vieider

Institut für Musikerziehung in deutscher und ladinischer Sprache
Museumstraße Nr. 54 - 39100 Bozen (BZ) Italien

Tel. Nr.: +39 0471 97 21 56
Fax Nr.: +39 0471 97 35 05

e-mail: irene.vieider@ime.schule.suedtirol.it

Bildergalerie Bundeswettwerb Prima la musica 2013

  • Bundeswettbewerb Prima la musica 2013 Sterzing
  • Bundeswettbewerb Prima la musica 2013 Sterzing
  • Bundeswettbewerb Prima la musica 2013 Sterzing
  • Bundeswettbewerb Prima la musica 2013 Sterzing
  • Bundeswettbewerb Prima la musica 2013 Sterzing
  • Bundeswettbewerb Prima la musica 2013 Sterzing
  • Bundeswettbewerb Prima la msuica 2013 Sterzing
  • Bundeswettbewerb Prima la musica 2013 Sterzing
  • Bundeswettbewerb 2013 Prima la musica Sterzing

Steckbrief

  • Geboren 1955 in Tiers, aufgewachsen in Tiers und dort wohnhaft
  • 1973 Abitur an der Lehrerbildungsanstalt „Josef Ferrari“ Meran
  • 1973 – 1989 Lehrerin an den Mittelschulen Dorf Tirol, Meran und Blumau
  • 1975 – 1981 Studium an der Universität Innsbruck (Mathematik)
  • 1983 Lehrbefähigung für den Unterricht in Mathematik und Naturwissenschaften an der Mittelschule
  • 1989 – 2001 Mittelschuldirektorin
  • 2001 – 2006 Direktorin im Schulsprengel Schlern
  • Seit 2006 Landesmusikschuldirektorin für die deutschen und ladinischen Musikschulen
  • In verschiedenen kulturellen und musikalischen Vereinen ehrenamtlich tätig und seit 1985 Bildungsausschussleiterin in Tiers

Gesamttiroler Jugendmusikwettbewerb Prima la musica

Viele junge Menschen lernen ein Instrument oder haben ihre Liebe zum Gesang entdeckt. Oft wünschen sie sich eine Gelegenheit, ihr Können zu präsentieren: prima la musica bietet diese Chance. 1994 beschlossen die Kulturreferenten der einzelnen österreichischen Bundesländer und Südtirols die Durchführung der Jugendmusikwettbewerbe prima la musica auf Landes- und Bundesebene. Inzwischen zählt prima la musica zu den wichtigsten außerschulischen Einrichtungen zur Förderung der musikalischen Jugend. Viele der ehemaligen Preisträgerinnen und Preisträger sind heute erfolgreich als SolistInnen und KammermusikerInnen auf der internationalen Konzertbühne, als Lehrende sowie als wesentliche Stützen in renommierten Berufsorchestern über die Grenzen der Europaregion hinaus vertreten.

Teilnahme: Zur Teilnahme eingeladen sind junge ÖsterreicherInnen, SüdtirolerInnen, Jugendliche mit ständigem ordentlichen Wohnsitz in Österreich seit mindestens 3 Jahren, sowie SchülerInnen einer österreichischen Schule im Ausland.

Der Wettbewerb prima la musica wird auf Landes- und Bundesebene durchgeführt. Kinder und Jugendliche, die Freude am Musizieren, am musikalischen Wettstreit haben und die etwas Besonderes in der Musik leisten wollen, soll der Wettbewerb zum Mitmachen ermuntern und dabei möglichst viele musikalische Talente finden und fördern. Der Bundeswettbewerb findet alternierend nach Instrumentengruppen jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt. Die besten TeilnehmerInnen der Landeswettbewerbe werden dann zum Bundeswettbewerb eingeladen. Dadurch kommt den Landeswettbewerben besondere Bedeutung zu.

Kategorien: Klavier, Orgel, Streich-, Zupf-, Holz- und Blechblasinstrumente, Schlagwerk, Akkordeon, Gesang. Die Kategorien werden alternierend in einem 2-Jahres-Rhythmus für Solisten und Ensembles ausgeschrieben.

Alter: Für Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 19 Jahren, 5 Altersgruppen (bei Landeswettbewerben 7).

Programmerfordernis: Je nach Altersgruppe mindestens zwei oder drei Originalwerke aus verschiedenen Stilepochen, jedenfalls ein Werk aus der Musik des 20. Jahrhunderts, kein Pflichtstück.
Termine (jährlich): Landeswettbewerbe jeweils im Februar und März, Bundeswettbewerb im Mai/Juni jeweils in einem anderen Bundesland.
Anmeldeschluss: 15. Dezember des Vorjahres 


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