Erlebnisstraße Timmelsjoch

Grenzüberschreitende Erlebnisstraße Timmelsjoch
Eine Straße, früher ein Saumpfad, eint Passeier- und Ötztal. Die Rede ist vom Timmelsjoch, seit 1919 Grenzpass und seit 1968 offizielle Straßenverbindung zwischen Österreich und Italien. Mit 2.509 Meter Höhe ist er der höchste, unvergletscherte Übergang zwischen Reschenpass und Brennerpass. Das Timmelsjoch trennt außerdem die Ötztaler Alpen von den Stubaier Alpen, auf ihm verläuft ferner die Europäische Wasserscheide.

Geschichte
Über das Timmelsjoch drangen die ersten Siedler aus Passeier in das innere Ötztal vor. Es bildete im Mittelalter die Südgrenze der Grafschaft im Oberinntal und der Urpfarre Silz. Später verlief hier die Grenze des Gerichtes Petersberg bei Silz. Der Pass wurde schon 1241 als „Thymels“ urkundlich erwähnt. 1320 wurde ein Saumweg angelegt. Er war schon früh ein Handelsweg, auch die Kaufmannsgeschlechter Fugger und Welser haben ihn benutzt. 1897 beschloss der Tiroler Landtag eine Straße über den Timmel, aber andere Projekte wurden vorgezogen.
Durch den Friedensvertrag von St. Germain verlief ab 1919 die Grenze zwischen Österreich und Italien über das Joch, und jeglicher offizieller Grenzverkehr war unterbunden. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs im April und Mai 1945 kehrten hier zahlreiche Soldaten der deutschen Wehrmacht aus Italien zurück in das Ötztal.
Der Plan einer Straße über das Timmelsjoch wurde bald nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgenommen. Ein Vorreiter war dabei der damalige Landesrat und spätere Landeshauptmann Eduard Wallnöfer, selbst ein gebürtiger Südtiroler.
Zwischen 1955 und 1959 wurde die Nordrampe errichtet, zu damaligen Baukosten von 28 Millionen Schilling (umgerechnet etwa 2 Millionen Euro).
Die Südrampe von Passeier herauf war bereits unter Benito Mussolini ab 1933 bis 2 km vor das Joch gebaut worden, doch mit dem Abschluss der Achse Berlin-Rom mit dem Treffen von Mussolini und Hitler wurden die Arbeiten eingestellt. Es dauerte noch bis zum 15. September 1968, als die Straßenverbindung in beiden Richtungen offiziell freigegeben werden konnte.


Von vielen als schönste Panoramastraße Tirols bezeichnet, ist die grenzüberschreitende Verbindung über das Timmelsjoch mittlerweile um einige Attraktionen reicher, sowohl was die regelmässigen Busverbindungen als auch die Kunstinstallationen, die sogenannte „Timmelsjoch-Erfahrung“, betrifft. An mehreren Haltepunkten informieren Architektur-Skulpturen den Reisenden über Natur, Geschichte, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft der Region und erweitern seinen Horizont.
Das Timmelsjoch ist nicht nur für passionierte Motorrad- und Autofahrer ein Paradies. In den warmen Sommermonaten kommen auch Bergliebhaber im Naturpark Ötztal auf ihre Kosten. Im hochalpinen Gebiet gibt es Einiges zu entdecken. Das Timmelsjoch, das im Naturpark Ötztal liegt, birgt wunderbare Naturschauspiele.


Busverkehr
Der grenzüberschreitende Busverkehr übers Timmelsjoch wird nun zum dritten Mal im Sommer angeboten. Das Projekt, welches 2012 aus einer Zusammenarbeit der Länder Tirol und Südtirol entstanden ist, erfreut sich eines immer größeren Erfolgs. In den letzten zwei Sommersaisonen hat der „Timmelbus“ zwischen Moos in Passeier und Obergurl in Sölden rund 35.000 Personen über den Alpenpass transportiert. Und so hat der Busdienst auch heuer wieder, pünktlich am 15. Juni, seinen Dienst vom Passeier- ins Ötztal aufgenommen. Bis zum 21. September fährt der Bus vier Mal täglich in beide Richtungen über das Timmelsjoch. Die Fahrzeit beträgt eine Stunde und 20 Minuten.

>> Fahrplan Timmelbus

Die Straße der gegensätzlichen Erfahrungen
Auf österreichischer Seite zieht sich die zwölf Kilometer lange Hochalpenstraße in zwölf Kehren von Obergurgl auf das Timmelsjoch. 1931 rückte Obergurgl schlagartig ins Blickfeld der Weltpresse, als Auguste Piccard mit seinem Heißluftballon auf dem Gletscher notlanden muss. Scheiber und sein Partner Norman Hans Falkner, der 1938 nach Montrant Blanc in Kanada auswanderte und nach dem Krieg mit neuem Know-how und Kapital zurückkehrte, stellten die Weichen für den Aufbau des Wintersportortes, der heute zu den exklusivsten Skiresorts der Welt gehört.
Eine Erwähnung verdient auch das Universitätszentrum Obergurgl mit seiner alpinen Forschungsstelle, die seit 1951 Wissenschaftler, Sportler und Alpinisten aus aller Welt anzieht. Die unter Denkmalschutz stehenden Zollhäuser dienen mit jährlich über 70 Veranstaltungen auch als internationales Konferenzzentrum für die alpine Forschung, die mittlerweile auf die Sport- und Höhenmedizin ausgeweitet wurde. 
Die beliebte Route zum Gardasee und „Architektur-Erlebnisstraße" befahren rund 80.000 Autos und beinahe ebenso viele Motorradfahrer im Jahr. „Die heimliche Lücke der Alpen" ist die kürzeste Verbindung vom Oberinntal nach Meran. Die herrliche Aussicht lädt an zahlreichen Stellen immer wieder zum Anhalten und Verweilen ein. Auf der steilen Fahrt hinab nach Moos und weiter durch das Passeiertal nach Meran ergeben sich eindrucksvolle Gegensätze. Das Klima nimmt mediterrane Züge an. Weinreben prägen die Landschaft und verbreiten innerhalb weniger Kilometer südliches Flair.

Straßenbestimmungen und Öffnungszeiten
Während der bestens gesicherte und modern ausgebaute österreichische Abschnitt allgemein befahrbar ist, beschränkt sich der Verkehr auf Südtiroler Seite auf Motorräder und Pkws sowie Wohnmobile und Kleinbusse bis acht Tonnen Gesamtgewicht, max. 2,55 m Breite und max. 4 m Höhe. Je nach Witterung ist die mit einer Mautgebühr versehene Timmelsjoch Hochalpenstraße bis etwa Mitte Oktober täglich von 7.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

KONTAKT & WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

Timmelsjoch Hochalpenstraßen AG
Museumstraße 5
6020 Innsbruck
Österreich

Telefon: +43 (0) 512 / 581970
Fax: +43 (0) 512 / 581937
Email: info@timmelsjoch.com

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