Grenzfestung Altfinstermünz

Altfinstermünz - Symbol der Völkerverbindung

Finster? Das war einmal. Durch sorgfältige Restaurierung präsentiert sich die ehemalige Grenz- und Zollstation Altfinstermünz unweit des Reschenpasses bei Nauders heute als schmuckes Relikt vergangener Zeiten. Auch wir wollten uns davon überzeugen, dass man nun auf schönen, gesicherten Wanderwegen zur alten Zollstation spazieren kann und dabei ein historisches Gebäudeensemble von beeindruckender Schönheit entdeckt.

Erstmalig urkundlich erwähnt wurde Altfinstermünz im Jahr 1159.  Einst war die Passage an der Zollstation am Flussufer der tiefen Innklamm bei Reisenden und Händlern gefürchtet, zum einen wegen der Naturgefahren und zum anderen wegen brutaler Überfälle auf diesem Teilstück der alten Römerstraße „Via Claudia Augusta“  Der Name allein verhieß schon nichts Gutes: Das Wort Finstermünz stammt vom indogermanischen „mintsja“, was „bedrohlich emporragender Fels“ bedeutet.

Im Jahr 1300 wurden nachweislich Maut und Zoll eingehoben, die ersten Befestigungsbauten wurden ab 1472 errichtet. In der Folge diente Altfinstermünz als Bollwerk im Engadinerkrieg. Ab 1652 war Finstermünz die Grenze zwischen Tirol und Graubünden. Die alte Zollstation wurde 1779 aufgelassen und nach Martinsbruck verlegt. Während der napoleonischen Koalitionskriege 1799 gab es heftige Kämpfe mit über 300 Gefangenen. Ab 1856 wurde Altfinstermünz wegen der Vollendung der neuen, weit oberhalb verlaufenden Reschenstraße bedeutungslos.

In dieser engen Schlucht tobten also früher heftige Grenzstreitigkeiten, und die europäische Geschichte widerspiegelte sich hier auf engstem Raum. Zum Glück sind diese Zeiten nun vorbei. Heute zeigt sich umso mehr der grenzüberschreitende, völkerverbindende Charakter von Altfinstermünz. Denn dank aufwendiger Restaurierungsarbeiten durch den Verein Altfinstermünz mit seinem Obmann Hermann Klapeer erstrahlt jetzt die Grenzfeste in neuem Glanz.

Bis zum Jahr 2001 war die alte Grenzfeste dem Verfall preisgegeben und nur noch als Bild- und Fotomotiv interessant. Dann gelang es dem aus vier Mitgliedsstaaten zusammengesetzten Verein Altfinstermünz, die umliegenden Gemeinden, Torusimusverbände, Schweizer, Südtiroler und Tiroler Anrainer zur Restaurierung des einzigartigen Ensembles über ein EU-Interreg-Programm zu bewegen.

Nennenswert ist nicht nur der zinnenbewehrte Brückenturm, das sogennannte Siegmundseck,  in der Flussmitte mit der Pechnase über der eindrucksvollen Holzbrücke. Auch auf dem fünfgeschossigen Wohn- und Wehrturm befindet sich eine Pechnase, die weit über die Straße hinausragt. Zum Felshang hin zieht sich eine Mauer mit Wehrgang. Auf dem Felsenvorsprung selbst liegt ein Geschützturm, der einstmals mit einem hölzernen Wehrgang versehen war und durch Stollen mit einer Höhle verbunden war. Über die Felsen selbst wurde ein Schutzgitter gespannt, um die Gefahr von Steinschlag und Felsstürzen zu tilgen. Neben diversen anderen Vorbauten, dem Wirtschaftsgebäude und der Kapelle Maria Himmelfahrt wurde in über 30.000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden auch der Klausenturm mit seinen alten, getäfelten Stuben restauriert, um für Veranstaltungen und Ausstellungen gerüstet zu sein.

Ziel ist es , die Grenzfestung zu einer Erlebnis- und Kulturburg mit Museumscharakter für Ausflugsgäste, Wanderer, Schulen usw. zu machen. Altfinstermünz hat alle Voraussetzungen, zu einem Ort der Begegnung zu werden, unabhängig von politischen Grenzen, von verschiedenen Sprachen, von anderen Glaubens- und Regierungsformen.  Die Erfahrung der letzten 10 Jahre hat gezeigt, dass hier eine völkerverbindende Einheit entstanden ist und die Europaregion im Kleinen gelebt wird.

KONTAKT & WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN:

Hermann Klapeer

Verein Altfinstermünz
Stuben 45
A-6542 Pfunds

Telefon: +43 (0) 5474 / 200 42
Mobil:    +43 (0) 664 / 39 59 47 1
Email:    verein.altfinstermuenz@aon.at

Web:     www.altfinstermuenz.com

LAGEPLAN DER KLAUSE:


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