Europäische Kulturhauptstadt 2019

Grenzregionen setzen auf Kultur: Euregio als Kulturnetzwerk

Das gemeinsame Büro der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat am 29. Jänner 2013 in der Universität Bozen einen Workshop im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung 2019 organisiert: In einem regen Austausch an insgesamt zehn thematischen Arbeitstischen haben Kulturexperten aus verschiedensten Kulturorganisationen in der Europaregion wertvolle Vorschläge erarbeitet. Zusammengefasst lassen die Ergebnisse den durchgängigen Wunsch der Teilnehmer nach mehr Vernetzung und Zusammenarbeit, Austausch und modernen Kommunikationsmitteln im digitalen Zeitalter erkennen.

Bei der gemeinsamen Bewerbung von Venedig und dem Nordosten Italiens gemeinsam mit Trentino-Südtirol kommt der grenzüberschreitenden Kulturkooperation in der Europaregion eine besondere Rolle zu. Unabhängig vom Ausgang des Bewerbungsverfahrens besteht die Hoffnung, dass dieser Prozess den grenzüberschreitenden Kulturinitiativen neue, langfristige Impulse verleihen und die Kultur als Entwicklungsmotor für Wirtschaft und Gesellschaft etablieren kann. Die Europaregion hat das Potential, hochwertige Arbeitsplätze im Kulturbereich zu schaffen, wirtschaftliches Wachstum und einen Mehrwert für die gesamte Bevölkerung zu generieren. In den Euregio-Workshops ist der Stand der Bewerbung in allen Kultursektoren von der Musik über die Literatur, Museen und Theater bis hin zu kreativen Unternehmen und der freien Kunstszene analysiert worden. Neben der Fokussierung auf die Kulturhauptstadt-Bewerbung diente der Austausch vor allem auch dem Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Kulturbereich.

Die erarbeiteten Vorschläge betrafen beispielsweise die Forderung nach einer Koordinierungsstelle im Kulturbereich, nach mehr Zusammenarbeit zwischen Festivals, größeres Augenmerk auf den Kulturtourismus und die Erstellung eines gemeinsamen Kultur- und Museumsportals. Die Kulturexperten konnten sich aber auch vorstellen, eine Kommunikationsplattform für Musikinitiativen zu schaffen, die in Südtirol so erfolgreiche Museummobilcard auf die gesamte Europaregion auszuweiten, die Social-Networks vermehrt zu nutzen, mehrsprachige Gemeinschaftsprojekte zu lancieren und in der Schublade „KreativWirtschaft“ das so genannte Couchsurfing in der Europaregion aufzubauen. Beim Thema Literatur wurde unter anderem die Umsetzung des Projekts „Writer in residence“ angedacht. In Anlehnung an das erfolgreiche Vorreiterprojekt „Lange Nacht der Museen“ wurden die Durchführung eines gemeinsamen Museumstages auf Euregio-Ebene sowie die Wiederbelebung des Netzwerkes „Across“für Zeitgenössische Kunst ins Auge gefasst.

Die Erkenntnisse und Ergebnisse der Arbeiten sind in ein Dokument eingeflossen, das Bestandteil des Bewerbungsdossiers wurde.


Inhalt teilen:  Facebook google+ twitter