3. Euregio-Tagung zum Thermalwesen 2015

Forschung, Gesundheit und Tourismus: Stärken der Thermalbäder der Europaregion

Die Euregio-Tagung zum Thermalwesen am 13. November 2015 in Bad Häring in Tirol stellte zum einen die Chancen und Herausforderungen in den Mittelpunkt, die sich aus den jüngsten Erkenntnissen der medizinisch/wissenschaftlichen Forschung im Thermalwesen ergeben, zum anderen wurden die Auswirkungen des zunehmenden Gesundheits- und Wellnesstourismus auf die Thermalzentren beleuchtet - mit den sich daraus ergebenden neuen Strategieansätzen. Das Symposium richtete sich an Fachleute im Bereich des Thermalwesens, an dessen Beschäftigte, an Vereine und Institutionen im Gesundheitswesen sowie an Gemeindevertreter, öffentlich Bedienstete und politisch Verantwortliche im Gesundheitsbereich.

Kurzentrum Bad Häring (Tirol), "Das Sieben"

Großes Interesse von Seiten der Tagungsteilnehmer an der Fachtagung Thermen

Euregio-Generalsekretärin Valentina Piffer inmitten der Tagunsreferenten in Bad Häring, vl Moderator Leo Hofinger, Emanuele Torri, Franz Katzgraber und Engelbert Künig (Foto: EVTZ/Roberta Tomazzoni)

Für die rund 50 Tagungsteilnehmer aus allen drei Ländern bot sich die Gelegenheit, aus den Vorträgen der Referenten die kommenden Herausforderungen aus der Sicht der Thermalkunden herauszulesen und neue Chancen des Gesundheits- und Wellnesstourismus kennenzulernen.   
In ihren einleitenden Grußworten unterstrich die Generalsekretärin des EVTZ „Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino“, Valentina Piffer die Bedeutung der grenzüberschreitenden Vernetzung der Thermalzentren in der Europaregion und den damit verbundenen Knowhow-Austausch. Der Tiroler Sanitätsdirektor Franz Katzgraber lobte das euroregionale Netzwerk im Thermalwesen, das besonders für den Wissentransfer wichtig sei und die Möglichkeit schaffe, auf neue Entwicklungen und Herausforderungen im Thermalwesen zu reagieren und Strategien zu entwickeln. Im Spannungsfeld Wellness versus Gesundheitstourismus werde es zunehmend wichtiger, neue Personengruppen anzusprechen, die auch selbst Geld für thermale Dienstleistungen in die Hand nehmen, so Katzgraber. Emanuele Torri vom Gesundheitsressort der Autonomen Provinz Trient hob das wachsende Segment des Thermalwesens als wichtigen Wirtschaftsfaktor im Tourismusmix des Trentino hervor, das zum einen von der zunehmenden Nachfrage der Kunden nach Wohlbefinden und Entspannung herrühre, zum anderen aber auf die hervorragenden therapeutischen Merkmale der Trentiner Thermen begründet sei. In seinem Vortrag zum Thema „Moderner Gesundheitstourismus – mehr als nur Wasser und Wellness” forderte der Tiroler Universitätsprofessor Wolfgang Schobersberger, Direktor des Instituts für Sport-, Alpinmedizin und Gesundheitstourismus (ISAG) TILAK/UMIT, den Aufbau und weiteren Ausbau eines wissenschaftlich fundierten Gesundheitstourismus. „Der gesundheitsorientierte Kunde/Tourist wird sich künftig verstärkt an nachhaltigen und wissenschaftlich belegten Programmen mit Gesundheitsinhalten bei der Urlaubsbuchung orientieren“, untermauerte Schobersberger seine These. Aus Südtirol sprach Oskar Außerer, Präsident des Zentrums zur Dokumentation von Naturheilverfahren in Italien, über die Heilkraft des Wassers zwischen Badtradition, Medizin und Wellness. Giandomenico Nollo von der Fondazione Bruno Kessler im Trentino unterstrich die Bedeutung der wissenschaftlichen Zukunftsforschung im Wachstumsmarkt zwischen Thermalwesen und Gesundheit, während Mario Cristofolini, Vorsitzender des Istituto GB Mattei in Trient, insbesondere über die wissenschaftliche Forschung in der Therme Comano sprach, welche neben Avène und Roche Posay zu den drei wichtigsten Thermalzentren in Europa zur Behandlung von Hautkrankheiten gehöre. Die Thermaltherapie werde sukzessive Einzug in die offizielle Medizin finden und die traditionellen Therapien vermehrt begleiten und zum Teil sogar teilweise ersetzen, so Cristofolini. Einen europäischen Ausblick, speziell in Richtung EU-Förderperiode 2014-2020, wagte Foscara Porchia vom Studio ImPaCT srl aus Padua. Sie ging auf die künftigen Chancen für das Thermalwesen hinsichtlich europäischer Fördergelder ein, wie beispielsweise über die EU-Programme Horizon 2020 und COSME. Das Symposium richtete sich an Fachleute im Bereich des Thermalwesens, an dessen Beschäftigte, an Vereine und Institutionen im Gesundheitswesen sowie an Gemeindevertreter, öffentlich Bedienstete und politisch Verantwortliche im Gesundheitsbereich. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino in Zusammenarbeit mit der Therme in Bad Häring.

AG

>> Tagungsprogramm

>> Pressemitteilung vom 13.11.2015

Dokumente/Präsentationen zum Download:

>> Wolfgang Schobersberger

>> Dott. Giandomenico Nollo

>> Prof. Mario Cristofolini

>> Dott.ssa Foscara Porchia


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