Euregio-Projekt zum Schutz der Frauen

Start der Euregio-Kampagne „Gemeinsam stoppen wir Gewalt gegen Frauen“

Am 22. November 2016 ist in Bozen die Euregio-Sensibilisierungskampagne „Gemeinsam stoppen wir Gewalt gegen Frauen“ vorgestellt worden.

EVTZ-Generalsekretärin Valentina Piffer (ganz rechts) bei der Präsentation der Kampagne

Häusliche Gewalt gegen Frauen nimmt zu und kennt keine geographischen Grenzen. Sie beschränkt sich nicht auf ein bestimmtes Alter oder eine bestimmte Hautfarbe und betrifft alle Arten familiärer Beziehungen und soziale Klassen. Statistiken zeigen, dass 12 bis 15 Prozent der Frauen in Europa jeden Tag Opfer häuslicher Gewalt sind. Sie ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit und muss auch in der Europaregion bekämpft werden. Die drei Landesrätinnen Martha Stocker aus Südtirol, Sara Ferrari aus dem Trentino, Christine Baur aus Tirol, Euregio-Generalsekretärin Valentina Piffer und Amtsdirektorin Petra Frei haben haben in Bozen die Euregio-Sensibilisierungskampagne „Gemeinsam stoppen wir Gewalt gegen Frauen“ vorgestellt.

Die Landesrätinnen Christine Baur, Martha Stocker e Sara Ferrari unterstützen die Kampagne "Stoppen wir Gewalt gegen Frauen"

Plakataktion zur Bewusstseinsbildung für Gewalt gegen Frauen

Eine grenzüberschreitende Arbeitsgruppe unter der Koordination der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino hat deshalb eine Plakataktion zum Thema vorbereitet, die in allen drei Ländern der Europaregion anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen anlaufen wird. Durch die Initiative zur Bewusstseinsbildung soll auf die unterschiedlichsten Arten von Gewalt gegen Frauen, insbesondere von häuslicher Gewalt gegen Frauen, hingewiesen werden. Betroffene und Mitwissende sollen angeregt werden, aktiv Hilfe zu suchen und Übergriffe zu melden. Die Plakataktion soll jeden einzelnen in der Gesellschaft dazu aufrufen, seine Einstellung zum Thema Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu überdenken und strebt somit einen Bewusstseinswandel der Bürger, hauptsächlich der Männer und Jungen, an. Es ist auch ein Appell für mehr Gleichheit zwischen Mann und Frau, da Gewalt gegen Frauen auf der Ungleichstellung zwischen Frauen und Männern fußt und sich durch eine Kultur der Tolerierung und des Wegschauens fortsetzt. Frauen werden auch in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino jeden Tag Opfer von Gewalt. Die Beispiele von Gewalt gegen Frauen sind endlos, in Fällen häuslicher Gewalt werden sie in ihrem „sicheren“ Zuhause psychisch und körperlich missbraucht.

Appell an die Zivilcourage der Bevölkerung

„Es ist vor allem ein Appell an die Zivilcourage der Bevölkerung, denn Gewalt in der Familie ist ein Problem, das alle angeht und dessen Überwindung einen kulturellen Wandel voraussetzt“, unterstreicht Südtirols Landesrätin für Chancengleichheit Stocker. Die Plakate werden in der Anfangsphase in Einkaufszentren und dort bewusst in öffentlichen Toiletten angebracht, da sie ähnlich dem eigenen Zuhause als intimer Ort gelten und Aufmerksamkeit gewährleisten. Deshalb wurde bei der Postergestaltung auch großer Wert darauf gelegt, das Thema zwar behutsam, aber trotzdem aussagekräftig zu vermitteln und wichtige Kontaktadressen anzugeben.

Im Herbst 2017 gemeinsame Euregio-Tagung gegen Gewalt an Frauen

Auch Tirols Landesrätin Christine Baur bedankte sich ausdrücklich für die Wahl des Themas und den achtsamen Umgang damit: „Ich freue mich, dass ich mich heute gemeinsam mit meinen Kolleginnen aus Südtirol und dem Trentino voll hinter das Thema und die gemeinsame Kampagne stellen kann. Ich wünsche uns allen eine erfolgreiche Kampagne und dass viele Menschen auf das Thema aufmerksam werden."

Im Herbst 2017 soll eine grenzüberschreitende Tagung zum Thema „Gemeinsam stoppen wir Gewalt gegen Frauen“ organisiert werden. Diese wird sich in erster Linie an Fachkräfte aus allen drei Teilen der Europaregion richten, deren Arbeit direkt oder indirekt mit dem Tabuthema Gewalt gegen Frauen zusammenhängt.

AG


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