Euregio-Atelier 2016 Polis Europa

>> Tagungsband "Polis Europa"
(Herausgeber: Matthias Fink, Günther Rautz, Rainer Weissengruber, Paolo Zanenga; Europäische Akademie Bozen, ISBN: 978-88-98857-13-5)

POLIS EUROPA / 22.-23. April 2016 / Schloss Tirol

Europa durchlebt eine kritische Zeit in seiner Geschichte.

Der europäische Integrationsprozess, in welchen große Erwartungen gesetzt wurden, sieht sich in der heutigen Zeit mit zahlreichen Problemen konfrontiert, wie etwa der Wirtschaftskrise, dem anhaltenden Flüchtlingsstrom, einer demographischen Überalterung der Bevölkerung oder dem Ende des Wohlfahrtsstaates. Diese Problematiken verstärken nicht nur den allseits bekannten Euroskeptizismus, sondern drängen auch viele Bürger in eine rigorose Abwehrhaltung hinsichtlich der Europäischen Union.

Um den Geist von Europa wiederzubeleben, braucht es einen radikalen Perspektivenwechsel. Die europäische Identität kann nicht nur an der Summe der Nationalstaaten ausgemacht werden, sondern ergibt sich aus einem supranationalen System und dem Zusammenspiel von zahlreichen, vielfältigen Bausteinen. Dieses Zusammenspiel findet sich bereits im Zeitgeist der antiken „Polis“ und stellt somit das Fundament für die Idee dieser Initiative unter dem Motto „POLIS EUROPA“ dar.

Die ineinander verwobenen, geschichtlichen Ereignisse auf europäischem Boden haben zu einem hohen Wohlstand und gemeinsamen Werten geführt. Im Gegensatz dazu finden sich gegenwärtig sehr wenige politische und wirtschaftliche Gemeinsamkeiten, sondern großteils reduktionistische Modelle, die sich hauptsächlich auf verwaltungstechnische und bürokratische Aufgaben beschränken.

POLIS EUROPA versuchte zu zeigen, dass Städte und Regionen in Europa das Potential mitbringen, die europäische Identität wiederzubeleben und die europäische Gesellschaft durch eine intensivere und gezielte Verknüpfung von Köpfen, Kulturen und Gütern einen europäischen Traum leben zu lassen. Einheit ist nicht die reine Summe der Vielfalt, sondern entsteht aus einem wechselseitigen, inspirierenden Gedankenaustausch.

Die Initiative auf Schloss Tirol hatte einen zweifachen Ausgangspunkt: Zum einen die Philosophie von Nikolaus Cusanus zum sogenannten „spiritus conexionis“, sprich zum „Geist, der Europa vereint“, durch den die Vielfalt verschiedener Kulturen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden kann. Die Grundlage dafür ist die beizubehaltende Individualität bei einer gleichzeitig stattfindenden übergeordneten Verknüpfung. Eine solche Union ist für Cusanus unausgesprochener Weise Europa.

Der zweite Ausgangspunkt ist das Beispiel der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino. Trotz zweier Staaten, dreier Regionen und dreier Amtssprachen besteht ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino stellt somit einen typischen „locus conexionis“ dar und wurde durch einen jahrhundertelangen menschlichen und kulturellen Austausch möglich gemacht.

Download:

>> Programma convegno

<< Ermenegildo BIDESE:Unity and Diversity in Cusanus. A project for Europe

<< Paolo ZANENGA: Connecting “Polis Europa“

<< Maurizio MORGANTINI: Next Generation City

<< Günther RAUTZ: Processes and instruments – “Euregio“ in a New Europe

<< Jose PALMA ANDRES: Europe Toward Other World Regions


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