Online-Tagebuch Euregio Sport Camp 2015

Das gemeinsame Büro der Europaregion begleitet Tag für Tag die 2. Auflage des Euregio Sport Camp, das vom 12. bis 19. Juli 2015 in Kühtai (Tirol) stattfindet.

Text: Mattia Frizzera (Begleiter)

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Samstag, 18. Juli 2015

Es gibt solche, die mit ihren Eltern in Urlaub fahren und solche, die sich auf andere Erfahrungen in einem Camp vorbereiten. So stellt sich das Leben der heutigen 12-14jährigen dar. „Es ist doch wahr, dass es dieses Camp auch im nächsten Jahr wieder gibt?“, dies zu hören ist die größte Genugtuung für jemanden wie uns Betreuer, die die Jugendlichen begleiten und unterstützen.

Eine Woche voller Aktivität in Kühtai wurde am Samstag mit einem Tag abgeschlossen, der ausschließlich Tournieren gewidmet war. Die Jugendlichen hatten die Gelegenheit, sich in zahlreichen Disziplinen am Sportplatz des Höhenleistungszentrums Kühtai zu messen. Anpfiff zum Fußball am Morgen, 12 Spiele 7 gegen 7 wurden ausgetragen, beachtenswert war auch der Staffellauf 7x400 Meter auf der Laufbahn. Die Jugendlichen wurden von Tirols Sportreferent LHStv. Josef Geisler und Südtirols Sportlandesrätin Martha Stocker besucht. Ein schönes Gruppenfoto darf nicht fehlen, eines sogar mit dem Isländer-Pferd, das die Jugendlichen in dieser Woche bei ihren Erkundungen im Kühtai begleitet hat.

Die institutionellen Verpflichtungen beendet, stehen andere noch bevor: der Nachmittag mit Beach Volley und einer neuen Auflage des “Taschentuch-Spiels“ im Torbereich. Ein altes aber jedenfalls unterhaltsames Spiel, angesichts der vielen möglichen Kombinationen. Die Jugendlichen haben bis zur letzten Minute gespielt, gewonnen haben schließlich die „Roten“ vor den „Gelben“ mit nur einem Punkt Vorsprung. Mit den Mannschaften, die am Morgen mit jeweils 4 Burschen und 3 Mädchen ausgelost wurden.

Die Preisverteilung ist der erste Programmpunkt eines langen Abends, der den Charakter eines Abschieds von diesem Sport Camp hatte. Zum „König“ und zur „Königin der Europaregion“ müssten zwei Trentiner ernannt werden: Luca Girardi und Martina Ambrosi. Ihnen ist es an diesem Abend in der Bar des Hotel Konradin, der auch zahlreiche musikalische Highlights bot, am besten gelungen, einen Parcours mit verschiedenen Geschicklichkeitsspielen zu überstehen. Zu aller erst drei Prüfungen in Sachen Wahrnehmung: vom Alter der Betreuer über deren Schuhgröße bis hin zur Körpergröße. Weiter ging es mit Spielen im Freien und am Schluss das „Sesselspiel“, „Hula hoop“ und Tanzvesuch im Inneren.

Bevor ich meinen Koffer für die Weiterfahrt zum “Euregio Summer Camp” ins Rainerum nach Bozen packe, das ich auch über ein Online-Tagebuch verfolgen könnt, darf ich euch noch einige Feedbacks, die ich gemeinsam mit den anderen Betreuern und Andreas Brix, der die „Hardware“ des Sportcamps betreut hat, weitergeben. Die Jugendlichen konnten eine sehr angenehme Umgebung genießen, beherbergt in einem 4-Sterne-Hotel, wo sie jeden Tag das Hallenbad genießen konnten. Die Aktivitäten waren technisch anspruchsvoll und fordernd, die Disziplin unter den Jugendlichen war sehr gut, wahrscheinlich auch aufgrund ihrer Erfahrungen als „kleine Athleten“, die sie in verschiedenen Sportvereinen gewinnen konnten. Auch jene, die sich zu Beginn noch etwas schüchtern gezeigt haben, haben sich den anderen gegenüber geöffnet und im Rahmen des Sportprogramms konnten sich die Jugendlichen spielerisch messen, vermutlich stets die eigenen Potenziale besser erkennend.

Freitag, 17. Juli 2015

Ein Freitag der Musikerziehung beim Euregio Sport Camp. Am Morgen entschieden laut, jener der 600 Umdrehungen pro Minute der Turbine im Kraftwerk Kühtai, das im Laufe der Woche von allen Gruppen besichtigt wurde. Am Abend melodisch, mit den Jugendlichen auf der Tanzfläche. Zwischendurch hat die Musik auch die Muskeln der Teilnehmer betroffen, die gewöhnlich von Tiroler Olympioniken zum Training verwendet wird, um das Maximum des eigenen körperlichen Trainings zu erhalten.

Wir steigen beim Hotel Konradin in den Bus ein und fahren unweit zum Kraftwekt der TIWAG, der Tiroler Wasserkraft AG. Ein kühnes Ingenieurswerk, das seit 1981 in Betrieb ist und sich aus zwei Stauseen und zwei Kraftwerken, eines in Kühtai und eines in Silz, zusammensetzt. Insgesamt beträgt die Leistung 750 Megawatt. Die Funktionsweise, wie der Experte den Jugendlichen erklärt, ist relativ einfach: wenn Strom benötigt wird, wird das Wasser vom oberen Stausee in 2300 Metern Seehöhe abgelassen. Wenn hingegen Wind- und Sonnenenergie im Überfluss vorhanden ist, wird das Wasser wieder hinaufgepumpt. Das alles funktioniert dann eines gigantischen Wasserventils, welches das Wasser in die gewünschte Richtung leitet.

Die Steuerungszentrale des Wasserkraftwerks ist immer mit einer Person besetzt, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Nachdem wir das Informationsvideo gesehen haben, das die ambitionierte Strategie des Landes Tirols vorstellt, bis 2050 dank Energieeinsparungen und erhöhter Eniergieproduktion aus erneuerbaren Quellen energieautonom zu werden, bekommen wir Ohrenstöpsel und steigen bis 82 Meter zur Turbine herab.

Es ist Freitag und kurz vor Mittag. Die beiden Kraftwerke produzieren weniger als die Hälfte dessen, was sie leisten könnten. Nachdem die Jugendlichen die Produktion von Energie gesehen haben, leben sie die eigene Energie am Sportplatz von Kühtai aus. Dort, wo die Experten des Olympiazentrums der Universität Innsbruck, zum Zug kommen: Christian Raschner, sportlicher Direktor und Christoph Ebenbichler, Experte für Training und Kommunikation sowie Mario Lazzari, Experte für Training und Leistungsauswertungen. Die sechs Gruppen, in die die Teilnehmer des Jugendfestivals unterteilt wurden, spielen einige Partien Beach Volley und Fußball, aber vor allem durchlaufen sie die neun Stationen des von den Experten vorbereiteten Trainingsparcours. Begonnen wird mit unterhaltsamen und kurzweiligen Aufwärmübungen: man bewegt sich und antwortet gleichtzeitig mit lauter Stimmen auf die Anweisungen. Die Muskeln werden auf einer Trainingsmatte gedehnt. Es schmerz ein wenig, aber es ist die Voraussetzung, um den Stoffwechsel in den Muskeln am besten in Schwung zu bringen, die wir für die sportlichen Aktivitäten brauchen. Die Stationen, die beim Parcours zu bewältigen sind, bestehen aus Sprungübungen, Hürdenlauf, Gleichgewichtsübungen, Schnelligkeitsübungen für die Hände und für den Geist, indem einem Lichtpunkt gefolgt werden muss. Am Schluss werden die Jugendlichen noch über die Laufbahn gejagt.  Ich helfe Martina dabei, die Anweisungen auf Deutsch zu verstehen. Ihr gelingt es, sehr hoch zu springen. Im Winter springt sie von der Sprungschanze in Predazzo. Sie unterstützt die Partner, denn ihre Schule, die Mittelschule „Comenius“ in Cognola oberhalb von Trient, ist eine besondere: sie bietet eine Abteilung mit Unterricht in deutscher Sprache an. Eine beispielgebende Methode für die gesamte Europaregion.

Die Wettkämpfe auf den nahen Sportplätzen sind geschlagen. Noch bevor das Gewitter aufzieht, flüchten die Jugendlichen in den Innenpool des Hotels. Am Abend haben sich noch Energie für die Tanzfläche im nahen Dorfstadl in Kühtai. In den Augen der Jugendlichen sieht man das Glück eines 13jährigen, das mit dem Besuch einer Diskothek verbunden ist. Auch eine Vorbereitung für das große Finale am Samstag mit sechs Abschlusswettkämpfen: Fußball, Volleyball, 100 Meterlauf, Staffellauf über 7x400 Meter, Weitsprung und das „Tuchspiel“. Und wohl auch für den Abschlussabend und anderen unvergesslichen Momenten voller Musik und Energie.

Donnerstag, 16. Juli 2015

In Innsbruck ist es 34 Grad heiß, das bringt selbst die Schokolade in den Rucksäcken der Jugendlichen zum Schmelzen. Der heutige Donnerstag stand ganz im Zeichen der Kultur und der Nachmittag endete am Lieblingsort der Jugendlichen: im Schwimmbad. Während Tania Cagnotto auf der EXPO Mailand am Euregio-Stand spricht, werfen sich die Jugendlichen in allen Posen ins kühlende Nass, scherzen und spielen miteinander. Unterhaltsameres und schöneres wie ein Schwimmbad kann man den Jugendlichen scheinbar nicht bieten.

Zurück zum Vormittag: Um 9.42 Uhr wurden die mit Lunchpaketen ausgerüsteten Jugendlichen vom Autobus abgeholt. In weiterer Folge fuhren wir über das Sellraintal nach Innsbruck. Hinweis: Aktuell ist die Bundesstraße ab der Gemeinde Sellrain bis zum Talanfang gesperrt, wir mussten eine Umleitung nehmen. Noch immer sind die gewaltigen Ausmaße der Vermurung durch den Bach Melach sichtbar, der Grund für die Straßensperre. Das Bild eines über und über mit Schlamm bedeckten Porsche bleibt in den Köpfen hängen.

Erst einmal in Innsbruck angekommen, fallen zunächst die vielen Touristengruppen aus Asien auf. Jedes Jahr besucht ungefähr eine halbe Million Touristen aus China, Japan oder Korea Innsbruck. Die Jugendlichen treffen dabei auch auf eine Gruppe chinesischer Nachwuchsfußballer, man grüßt sich mit „ni hao“. Sie alle schätzen Innsbruck als Stadt des Kristalls und des Golds und besichtigen staunend und begeistert die Swarovski Kristallwelten und das Goldene Dachl.

Die Jugendlichen des Euregio Sport Camps löchern den Stadtführer mit Fragen, ob die Schindeln des Goldenen Dachl tatsächlich aus Echtgold gefertigt wurden beispielsweise. Der Führer antwortet, dass das Dachgestühl des charakteristischen Innsbrucker Wahrzeichens tatsächlich auch 4,5 kg Gold trägt. Nach der Besichtigung des Goldenen Dachl steigen die Jugendlichen die 148 Stufen des Innsbrucker Stadtturms empor. Auf dem Weg zur Aussichtsplattform stechen die unzähligen Graffitis ins Auge, die Touristen dort verewigten. Scheinbar findet man in jeder Sprache eines davon.

Anschließend organisieren Mag. Andreas Brix und sein Team ein schönes Picknick im Hofgarten. An diesem Tag besetzen die Jugendlichen alle Wasserquellen in Innsbruck, denn es ist bemerkenswert heiß. Die Wasserfontänen am Landhausplatz, dem Platz vor dem Sitz der Tiroler Landesregierung und des Tiroler Landtages, haben es den Jugendlichen besonders angetan. Neben dem obligatorischen Fotoshooting vor dem Goldenen Dachl ist am Landhausplatz wiederum das sportliche Geschick der Jugendlichen beim Skateborden gefragt.

Im Zuge der geführten Stadtbesichtigung bleibt auch Zeit, um einen Einblick in die Naturschönheit und das Freizeitangebot der Stadt Innsbruck zu erhaschen. Bereits von klein auf sind die Innsbrucker es gewöhnt, in nur 15 Minuten von der Schule auf die Skipiste zu gelangen. Nachdem wir das Grabmal von Kaiser Maximilian in der Hofkirche besichtigt haben, gönnt sich die Gruppe am Marktgraben, bei der Gelateria Lago di Garda, ein Eis. Dort arbeitet nämlich auch Michele Girardi, der Bruder von Luca. Luca ist Teilnehmer des heurigen Euregio Sport Camps und ehemaliger Teilnehmer des Euregio Summer Camps. Nach einem Eis im euroregionalen Geiste haben wir noch zirka 20 Minuten Zeit für diverse Erledigungen, bevor wir die Rückfahrt ins Sellraintal antreten.

Während der Rückfahrt wird unser Busfahrer mitsamt seinem Postbus auf eine harte Bewährungsprobe gestellt: Im steilen Anstieg über enge Serpentinen stellen vor allem auch die freilaufenden Kühe, die sich immer wieder mitten auf die Straße postieren, eine besondere Herausforderung dar. Wieder im Camp angekommen, warten bereits das Schwimmbad und ein gutes Abendessen auf die Jugendlichen. Zum Abschluss des Tages erwartet die Jugendlichen noch ein inhaltlicher Programmpunkt: Euregio-Mitarbeiter Emanuel Aichner präsentiert die Europaregion -  die Geschichte und aktuelle Projekte: Die Jugendlichen erfahren über zahlreiche weitere Initiativen im Bereich Kultur und Jugend, welche die drei Länder der Europaregion immer stärker miteinander vernetzen.

Ausgehend vom Historischen Tirol unter dem Landesfürsten Meinhard II. und dem von ihm in Auftrag gegebenem Stift Stams (dort fand das Jugendfestival 2015 seinen Abschluss) über die hohe Lebensqualität bis hin zum Fall der Grenzbalken im Jahr 1998: Die Europaregion ermöglicht den Jugendlichen viele neue Chancen, so die Botschaft von Aichner. Am Abend dann, nach einem intensiven Gewitter, sitzen die Jugendlichen noch kurz auf dem Zimmer zusammen, um sich zu unterhalten. Die Betreuer planen derweil die Spiele für das große Abschlussfest am Samstagabend sowie für den morgigen Tag. Dieser steht wiederum voll im Zeichen des Sports: Fußball, Leichtathletik und Beach Volleyball stehen auf dem Programm. Auch auf die samstägige gemeinsame Bergwanderung freuen sich die Jugendlichen bereits jetzt schon.

Die Woche ist quasi bereits wie im Flug vergangen. Doch noch bleibt Zeit für ein paar Highlights, auf die wir uns freuen!

 

Mittwoch, 15. Juli 2015

Das Thermometer am Eingang des Hotel Konradin zeigt 23 Grad an, keine Wolke ist weit und breit in Sicht. Der Tag beginnt mit einem breiten Sportangebot für die Jugendlichen. Wie üblich steht auch das Hallenbad zur Verfügung, welches von den Jugendlichen geliebt wird.

Am Abend hatten die Jugendlichen die Gelegenheit, viele interessante Informationen zum Thema Doping und Ernährung zu erfahren. Der Vortragende Dominik Pesta ist ein Experte in diesem Bereich, der für die Österreichische Anti-Doping Agentur NADA arbeitet. Wie schwer es für Spitzensportler ist Doping fernzubleiben, zeigt die nachfolgende Umfrage. 200 Amerikanische Olympioniken wurden gefragt: „Würdest du illegale Substanzen zu dir nehmen, im Wissen, dass du gewinnen könntest und nicht entdeckt würdest?“, lautete die erste Frage. Die zweite: „Würdest du nichterlaubte Substanzen zu dir nehmen, wenn du dir sicher wärst alle Wettkämpfe in den kommenden fünf Jahren gewinnen zu können, aber gleichzeitig wüsstest an den Konsequenzen von Doping zu sterben?“ Auf die erste Frage antworteten 98 % der Befragten mit „Ja“, auf die zweite Frage 50% der Befragten.

Was ist Doping überhaupt? Doping sind Mittel und Methoden, welche eine Leistungssteigerung versprechen, potentiell die Gesundheit ruinieren können und im Widerspruch zum Sportethos stehen. Warum gibt es überhaupt Sportlerinnen und Sportler die darauf zurückgreifen? Leistungsdruck, Leistungsabfall, Krankheit, Pech sowie das übermäßige Streben nach Erfolg, Ruhm, Geld und medialer Anerkennung treiben manche Athletinnen und Athleten dazu.

Worauf sollte eine nachhaltige Ernährung basieren? Die Lebensmittelpyramide liefert einen guten Anhaltspunkt: Fundamental ist die Aufnahme von Flüssigkeit. Geht man die Stufen der Pyramide nach oben, so folgen Gemüse und Obst, Kohlenhydrate, Öl und Milch, Ei, Fisch, Fleisch und ganz oben am Scheitelpunkt sind Pommes Frites und Süßigkeiten angesiedelt. Experte Pesta gab den Jugendlichen eine wichtige Botschaft mit: Wenn die Jugendlichen sich zu professionellen Sportlerinnen und Sportlern weiterentwickeln wollen, dann müssen sie selbstverantwortlich agieren und einer Vorbildrolle für Andere gerecht werden.

Am Donnerstag steht ein Innsbruck-Besuch auf dem Programm und am Abend werden wir die Euregio und ihre Projekte kennenlernen.

Dienstag, 14. Juli 2015

Kühtai beheimatet 5 ganzjährige Einwohner und im Sommer sind zirka 300 Gästebetten belegt. Neben Seniorenpärchen urlaubt auch eine französische Familie im Hotel Konradin. Sie feiern heute Nationalfeiertag. Die Jugendlichen des Euregio Sport Camps beleben also den Ort, das ist auch deutlich in Dezibel messbar.

Vor allem während der abendlichen Rally, von der Abzweigung des Sport Camps weg, bis hin zur Medizinstation wird es lebhaft: entlang der Kühtaier Hauptstraße, auf einer zwei Kilometer langen Strecke, die den Schlangen Parkour der medizinischen Leistungsüberprüfung vom Vortag bildete. Am Abend erhielten die Jugendlichen dann schließlich die Auswertungen des sportmedizinischen Tests. Die ärztliche Auswertung umfasste neben den Körpermaßen, einem Indexwert für physische Leistungsfähigkeit, Pulsfrequenz, Lungenkapazität auch spezifische Trainingsempfehlungen für die Jugendlichen.

Die Ergebnisse müssen allerdings mit Vorsicht genossen werden: Denn im Alter von 13 Jahren kann man entweder 1 Meter 70 groß sein und 60 kg wiegen, oder auch 1 Meter 45 groß sein und 45 kg wiegen – beides liegt innerhalb einer gewissen Bandbreite die normal für das spezifische Alter ist. Es ist also ein delikates Alter, eine Phase des Wachstums und so können die Ergebnisse eines solchen Tests immer nur Anregungen darstellen, nie aber ein abschließendes Urteil. Zurück zum Spiel, der abendlichen Rally: Es galt 20 Fragen zu beantworten, aufgeteilt in 12 Teams mit bis zu 5 Teammitgliedern. Alle Jugendlichen waren voll im Einsatz, liefen und machten Gruppen-„Selfies“ vor dem Maskottchen, der „Kühtai-Kuh“.

Die sich abwechselnden Morgen- und Nachmittagsaktivitäten bieten den Eindruck, dass die Deutschsprachigen eine stärkere Zuneigung zu den sportlichen Aktivitäten haben.

Das Klettern ist möglicherweise die Sportart mit dem größten Euregio-Einschlag: Südtiroler Kletterwände, Tiroler Sicherungstechnik und Trentiner Kletterschuhe vermitteln zumindest diesen Eindruck.

Die größte Affinität zum Inlineskaten zeigen anscheinend die Teilnehmenden aus Nordtirol, während die Trentiner Teilnehmenden sich wiederum beim Volleyball besonders hervortun. Soweit der sportliche Vergleich. Aber auch wirtschaftliche, soziale und umweltbedingte Faktoren treten zu Tage.

Am Nachmittag reicht es zum Beispiel ein paar Jugendliche ins Schwimmbad zu begleiten, um Zeuge der unterschiedlichsten Formen spontaner Unterhaltung zu werden. Auf die Frage „Essen meine Kinder auch etwas ordentliches?”, kann ich allen Eltern ein deutliches “Ja” versichern. Die Essensschlange die sich heute vor den „Fleischlaberln“ bildete, machte der Länge der Autoschlange vor der Abfertigungsstelle Sterzing auf der Brennerautobahn Konkurrenz. Fazit: Es schmeckt also. Und der Spracherwerb? Auch diesbezüglich kommt es zum Austausch – vielleicht das ein oder andere Mal auch auf Englisch, aber alle greifen neue Sprachkenntnisse auf.

Morgen Abend kommt ein Experte zu Besuch, der zum Thema “Doping und Sport“ referieren wird. Freitag- und Samstagabend organisieren wir dann zwei schöne Feiern für unsere Jugendlichen. Wer weiß, ob nicht angesichts des guten Anklangs nicht auch bald eine Winteredition des Euregio Sport Camps vorgeschlagen wird…

Montag, 13. Juli 2015

Der zweite Tag war für viele TeilnehmerInnen der ärztlichen Untersuchung vorbehalten. Es handelte sich um einen kleinen Test – 2 Kilometer Gehen mit schnellem Schritt – mit dem der körperliche Gesamtzustand, die Herzfrequenz und das Lungenvolumen geprüft wurden. Das Euregio Sport Camp ist etwas für Athleten und dementsprechend war der Montag den ersten sportlichen Gruppenaktivitäten gewidmet. Nichtdestotrotz war am Nachmittag genug Zeit für etwas Abwechslung im Schwimmbad des Hotel Konradin. Eine Erholungspause gab es auch für jene, die am Nachmittag die Seen in der näheren Umgebung von Kühtai unsicher gemacht haben oder die beispielsweise ihre Fähigkeiten im Rollschuhfahren ausgetestet haben, etwa wie man richtig fällt bzw. richtig bremst. Unterhaltsam aber auch für jene, welche über 2,5 Stunden Ausflüge mit den Island-Pferden unternommen haben. Am Abend haben ziemlich alle die Müdigkeit gespürt, aber trotzdem gab es eine ausgelassene Stimmung.

Im Club, der den Jüngeren oberhalb des Tourismusbüros von Kühtai vorbehalten ist, haben sich die Jungs und Mädels des Euregio-Sportcamps über das Spiel des Speed-Datings etwas besser kennengelernt: Stühle im Kreis mit den Jugendlichen zum Teil sitzend, zum Teil stehend. Sobald ein Pfiff ertönt, wird gewechselt. Die TeilnehmerInnen haben ihren Gruppen Namen gegeben und teilweise auch eigene Logos. Was das Wetter betraf, war der Himmel bedeckt mit zeitweise Sonnenschein auf 2020 Meter Meereshöhe, in einem Skigebiet, das im Winter bis zu 5.000 Personen am Tag aufnimmt. Auf jeden Fall haben sich die TeilnehmerInnen immer besser kennengelernt und damit so manches Heimweh durch neue Freundschaften und lustige Unternehmungen vergessen gemacht.

Sonntag, 12. Juli 2015

Kühtai befindet sich auf 2.200 Metern Meereshöhe Kühtai und ist ein Paradies für “anstrengende Sportarten”. Auch unter den jungen TeilnehmerInnen des Euregio-Sportcamps 2015 sind welche darunter, die in einem einzigen Wettbewerb 500 Meter im Schwimmen, 15 Km im Radfahren und 3 Km im Laufen zurückgelegt haben. Tatsächlich haben wir nachgefragt und erfahren, dass bei den in den nächsten Tagen rund 60 ankommenden TeilnehmerInnen neben den populären Sportarten wie Fussball und Skifahren für viele der Triathlon zu ihren bevorzugten Sportarten gehört. Eine Sportaart, die zwar in punkto Energieverbrauch zu den härtesten gehört, sich aber in den Sommermonaten bestens zum Praktizieren eignet.

Die ersten Ankömmlinge in der Tiroler Touristendestination waren jedoch heute die Animateure, zwei pro Land: Sara Pedri und Mattia Frizzera aus dem Trentino, Silvia Pixner und Benno Neumair aus Südtirol, Michael Kunzer und Magdalena Pichler aus Tirol. Der Referent des Sportzentrums Kühtai, Andreas Brix, konnte ihnen heute bereits wertvolle Tipps geben. Auch wenn die vielen Kühe in der Umgebung dazu verleiten zu glauben, dass davon der Name Kühtai komme, der irrt: Kühtai kommt von kühles Tal. Auch wenn die Sonne gnadenlos auf die Wiesen und die Beherbergungsbetriebe mit 2000 Betten herunterbrennt, braucht man im nächsten Augenblick wieder eine Decke, um sich vor der Kälte zu schützen.

Das “Olympische Stadion” des Sportcamps 2015 ist der Sportplatz von Kühtai, dessen Oberfläche aus Kunstrasen besteht und 4 Laufbahnen aufweist, 2 Weitsprunganlagen, einen Volleyball-platz und einen beach volley Platz. Viele TeilnehmerInnen sind frühzeitig mit den Eltern angereist, bereits gegen 15 Uhr, und wurden für die intensive Woche in 6 Gruppen zu 10 Personen eingeteilt, jede mit einem Animateur an der Spitze.

Außer dem Sportplatz gibt es eine Indoor-Halle zum sicheren Sportklettern bzw. Zum sich Matchen im Rollschuhfahren. Wenn es die Zeit zulässt, gibt es in der näheren Umgebung jede Menge Berggipfel zu erklimmen, außerdem einen Hochseilgarten, Reitausflüge auf Islandponys, außerdem einen Ausflug zum größten Wasserkraftwerk Österreichs mit über 700 Megawatt Produktionsleistung.

Alle diese Aktivitäten gibt es rund um die Uhr, während der Donnerstag einem Ausflug nach  Innsbruck vorbehalten bleibt und der Samstag für einen gemeinsamen Ausflug aller 6 Gruppen.


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