Alfons Rastner

Alfons Rastner, Bürgermeister von Mühlbachl

Das Team der Europaregion hat Alfons Rastner, den Bürgermeister der Gemeinde Mühlbachl im Nordtiroler Wipptal besucht. Er ist Sprecher der Wipptaler Bürgermeister und hat sich insbesondere als Obmann der soeben abgelaufenen Periode des Interreg-Rates Wipptal für viele grenzüberschreitende Projekte in den Bereichen Wirtschaft, Mobilität, Tourismus, Schule und Bildung stark gemacht.

Anbei sehen Sie das Interview, das wir mit Ihm geführt haben:

1)  Was bedeutet die Europaregion für das Wipptal und für Sie persönlich?

„Ich glaube die Europaregion ist für das Wipptal eine wichtige Sache, weil Tirol sich damit wieder weiterentwickeln kann, in wirtschaftlicher Hinsicht und im Zusammenleben. Für mich persönlich sind in letzter Zeit, seit dem Jahre 2000, einige persönliche Freundschaften entstanden, in der Zusammenarbeit mit dem südlichen Wipptal: Mit Südtiroler Entscheidungsträgern auf Grund von INTERREG-Projekten und sonstiger grenzüberschreitender Zusammenarbeit.“

2) Welche Fortschritte konnten bei der Zusammenarbeit im Wipptal gemacht werden?

„Ich glaube die Zusammenarbeit ist schon erleichtert worden. Es gibt inzwischen eine wirtschaftliche Zusammenarbeit die zwar langsam wächst aber Früchte zeigen wird. Das südliche und das nördliche Wipptal organisierten 2006 zusammen die EXPO Brenner – eine gemeinsame Wirtschaftsschau, wo interessanterweise auch Betriebe entstanden sind. Ein Musikinstrumentengeschäft aus Gries am Brenner beispielsweise entfaltete seine Geschäftstätigkeit zum ersten Mal im Zuge der EXPO Brenner. Dieser Kleinbetrieb existiert auch heute noch und wird von Südtiroler und auch von Nordtiroler Seite aus gut besucht. Mit dem Winterfahrplan wird die durchgehende Zugverbindung Bozen-Innsbruck gestartet, ein durchgehender Zug der Bozen und Innsbruck verbindet und an den auch die Täler angeschlossen sind, die gesamten Orte an der Bahnstrecke des südlichen und des nördlichen Wipptals. Das ist eine tolle Sache! Eine weitere wirtschaftlich tolle Sache ist, dass ab dem 1. April das gesamte Wipptal Milch zum Milchhof Sterzing liefern wird, dort verarbeitet wird und auch entsprechend vermarktet werden kann. Das ist ein Beispiel für eine direkte gemeinschaftliche Zusammenarbeit.

3) Wir wirken sich Interreg- und Leaderprogramme auf das Grenzgebiet aus?

Ich bin der Meinung, dass diese Programme und die dabei entwickelten Projekte, wie etwa das Mühlendorf in Gschnitz, das auf diese Weise entstanden ist und inzwischen gut besucht wird und etwa das Partnerprojekt Bergwerk Ridnaun, das ebenso aus Mitteln von INTERREG und LEADER finanziert wurde, einiges bringen. Diese werden entsprechend beworben und erzeugen Interesse von Seiten der Bevölkerung und das nicht nur in einem Land sondern grenzüberschreitend!

4) Welches waren Ihre größten Erfolgserlebnisse in Sachen Zusammenarbeit?

„Diese Bergwanderwege, einer führt von Meran nach Mayerhofen, und auch die Bewerbung und Gestaltung der Tribulaunwege waren eine tolle Sache! Ein weiteres gutes Projekt war meiner Meinung nach die Erstellung einer gemeinsamen Gemeindebroschüre der Gemeinden des südlichen und nördlichen Wipptales. Ein drittes Projekt, ein EU-Projekt, der Brenner Basistunnel , der BBT, wo man ebenso in gemeinsamer Zusammenarbeit versuchte die Bevölkerung so zu informieren, dass in Zukunft sehr wohl eine wichtige Verkehrsentlastung für das gesamte Wipptal zwischen Innsbruck und Bozen erzielt werden kann und soll.“

5) Welche Entwicklung wünschen Sie sich persönlich von der Europaregion?

„Ein bisschen eine Hemmschwelle und ein Hindernis stellen immer noch die verschiedenen Verwaltungsvorschriften und Verwaltungsabläufe dar, die ab und zu bei gemeinsamen Projekten Schwierigkeiten erzeugen. Ich muss schon sagen, wenn man das ein bisschen besser in einheitliche Bahnen lenken könnte, wäre dies eine große Erleichterung für die Zukunft. Man hat begonnen vor 10, 15 Jahren bei uns in den Schulen Italienisch anzubieten. Meine Kinder zum Beispiel haben in der Hauptschule Italienisch gelernt, haben Partnerschulen an der Adria gehabt, in Cervia zum Beispiel. Das ist ganz ganz wichtig. Unsere Generation, sage ich jetzt einmal, meine Generation hat das leider nicht gehabt. Man kann sich schon verständigen, manchmal halt ab und zu mit ‚Händen und Füßen‘.“

Kontakt:

Bürgermeister Alfons Rastner

Gemeindeamt Mühlbachl

Zieglstadl 32

6143 Mühlbachl/Nordtirol

Telefon (0043) 05273/6208

gemeinde@muehlbachl.tirol.gv.at


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