Euregio Lawinenlagebericht ALBINA

Ein Tiroler, der gerne im Trentino Skitouren geht, hat meist ein Problem: Ihm fehlen die aktuellen Daten zu Wetter und Lawinensituation – außer er spricht fließend Italienisch. Dem wird nun Abhilfe geschaffen.

Passionierte SkitourengeherInnen aus Tirol, Südtirol und Trentino entdecken immer mehr Touren innerhalb der gesamten Euregio. Um höchste Sicherheit zu garantieren, starten die Warndienste der Länder in der kommenden Skisaison mit der regelmäßigen Veröffentlichung von Neuschneekarten für die gesamte Euregio. Ein regelmäßiger euregioweiter Lawinenlagebericht wird ab der Skisaison 2018/19 eingeführt. Darüber hinaus wird es Karten zu Schnee- und Neuschneehöhe, Lufttemperatur und Wind geben.

Finanziert durch:

Die wunderbare Bergwelt, die unserer Euregio gemeinsam ist, birgt leider auch Gefahren durch die Unkenntnis der Lawinen- und Wettersituation. Aus diesem Grund soll unter dem Projektnamen „ALBINA“ ein gemeinsamer Lawinenlagebericht, der täglich und in mehreren Sprachen erscheint, WintersportlerInnen zur Verfügung stehen. „Mit diesem innovativen Projekt entsteht erstmals weltweit ein grenzüberschreitender, täglicher Lawinenlagebericht“, freuen sich die drei Landeshauptleute Günther Platter, Arno Kompatscher und Ugo Rossi.

Die endgültige Finalisierung des Projektes soll im Jahr 2018 erfolgen. An der Umsetzung federführend beteiligt sind die drei Lawinenwarndienste der Regionen, die Koordination unterliegt dem Büro der Europaregion. Am Projekt beteiligt ist auch die Universität Wien mit dem Institut für Geographie und Regionalforschung.

Die zentrale Aufgabe besteht darin, die drei Lawinenwarndienste zu vernetzen. Nach einer fundierten Analyse der bestehenden Systeme wird der gemeinsame Bericht technisch aufgesetzt, wobei hier vor allem der grafischen Aufbereitung eine besondere Bedeutung zukommt.

Deutlicher Mehrwert für die Bevölkerung

„Ein gemeinsamer Lawinenlagebericht stellt einen deutlichen Mehrwert für die Bevölkerung sowie für Gäste unserer Länder dar. Das Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich die Europaregion im Sinne der Menschen vernetzt“, betonen die Landeshauptleute. Die zentrale Homepage mit Kartendarstellungen und mehrsprachigen Texten ermöglicht eine einfache und verständliche Navigation zu den gesuchten Informationen. Die Daten werden frei zugänglich sein und unterstützen somit die Open Data Initiative der drei Länder.

Das Projekt mit einem Gesamtbudget von rund 915.000 Euro wird durch Interreg-Förderungen von 676.000 Euro unterstützt und hat eine Laufzeit von 30 Monaten.

>> UPDATE: Kick-off-Treffen vom 15./16. März 2017

Bei Touristen und Skitourengehern ist seit Jahren eine steigende Mobilität zu erkennen, die durch mitunter deutlich abweichende Tourenbedingungen südlich und nördlich des Alpenhauptkamms ein beachtliches Ausmaß in Nord-, Ost- und Südtirol, wie auch dem Trentino annimmt.

Derzeit sind lawinen-relevante Informationen in dieser Europaregion nur über unterschiedliche Lawinenlageberichte und verschiedenste Informationsquellen zu beziehen, bei denen dem Wintersportler auch sprachliche Herausforderungen gestellt werden. Die Vision eines gemeinsamen, mehrsprachigen und grenzüberschreitenden täglichen Service für die Bevölkerung war der Ausgangspunkt für das Projekt ALBINA. Das Hauptziel des Projekts ist ein gemeinsamer, multilingualer Lawinenlagebericht, der die Öffentlichkeit täglich über die Lawinensituation in der gesamten Europaregion informiert.

Mit der Skitourensaison 2018/19 wird Albina, der Lawinenwarndienst der Euregio an den Start gehen. In der kommenden Wintersaison gibt es "nur" Schneekarten.

Tirols LH Günther Platter (mi.) im Gespräch mit den Leitern der Lawinenwarndienste Tirol und Trentino, Rudi Mair (re.) und Alberto Trenti (li.)

Die Entwicklung von einheitlichen Standards, technischen Werkzeugen und Arbeitsabläufen, die eine strukturierte und nachhaltige Kooperation gewährleisten, bilden die Basis für eine verstärkte Zusammenarbeit der Lawinenwarndienste. Abgestimmte Kommunikationsstrategien unter Einbeziehung unterschiedlichster Medienkanäle führen zu einer breiten Verteilung des Lawinenlageberichts und unterstützen in beiden beteiligten Ländern die Kommunikation risikorelevanter Information an die Bürger. Dieser Euregio-Lawinenlagebericht bietet aufgrund der Harmonisierung, der Mehrsprachigkeit und der breiten Informationsstreuung wesentliche Chancen und Potentiale für eine Qualitätssicherung in der Lawinenwarnung und damit einhergehend eine Verbesserung des Risikomanagements und der Risikoprävention.

Für die Öffentlichkeit besteht der Mehrwert dieses grenzübergreifenden Projekts in einer zentralen, einheitlichen und multilingualen Präsentation des Lawinenlageberichts für die gesamte Europaregion. Dadurch werden Schwierigkeiten im Finden der Informationen mit Hilfe der zentralen Homepage minimiert, sowie die Verständlichkeit der sicherheitsrelevanten Informationen mittels optimierter Kartendarstellungen der Europaregion und multilingualen Textbausteinen erhöht. Die Daten werden frei zugänglich sein und somit die Open Data Initiative unterstützen.

Grenzenlose Warnung vor Lawinen durch das Euregio-Projekt "Albina"; im Bild: Schneedeckenuntersuchung nach einem Lawinenunfall durch einen Techniker des Südtiroler Lawinenwarndienstes. Foto: LPA/Lawinenwarndienst Südtirol

Das Projekt „Euregio-Lawinenlagebericht ALBINA“ ist ein Pilotprojekt im Rahmen der vom Vorstand des EVTZ mit Beschluss Nr. 5/2015 vom 28. Mai 2015 genehmigten Strategie des EVTZ zur Beteiligung des EVTZ an INTERREG‑Projekten, die neben der Relevanz für die Zusammenarbeit in der Europaregion und der Orientierung am Mehrwert für die BürgerInnen auch „Single partnership-Modelle“ des EVTZ als Pilotversuche der Vereinfachung der Beteiligung der einzelnen Landesverwaltungen an Interreg-Projekten vorsieht.

Der EVTZ hat das Projekt gemeinsam mit den Lawinenwarndiensten des Landes Tirol, der autonomen Provinzen Bozen-Südtirol und Trient sowie der Universität Wien ausgearbeitet und am 06.06.2016 zur Förderung im Rahmen des INTERREG V-A-Programmes Italien-Österreich bei der zuständigen Verwaltungsbehörde Bozen eingereicht. Das Projekt wurde in der Sitzung des Begleitausschusses vom 27.-28. September 2016 genehmigt.

Kosten von Albina

Die Kosten für das Projekt belaufen sich bei rund 915.000 Euro. Gefördert wird das Projekt mit 676.000 Euro durch Interreg-Förderungen. „Ein gemeinsamer Lawinenlagebericht stellt einen deutlichen Mehrwert für die Bevölkerung sowie für Gäste unserer Länder dar. Das Projekt ist ein Paradebeispiel dafür, wie sich die Europaregion im Sinne der Menschen vernetzt“, so Tirols LH Günther Platter.

Fachliche Koordination:

Dr. Christoph Mitterer
Amt der Tiroler Landesregierung
Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz
Tel: +43 512 508 7731
E-Mail: chris.mitterer@tirol.gv.at
Web: www.europaregion.info/albina

Partner:

Assoziierte Partner:

Weiterführende Links:

AINEVA Lawinenwarndienste


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