Zusammenarbeit im Museumsbereich und Kulturachse München-Verona
Die Museen in der Europaregion Tirol und deren Zusammenarbeit standen im Mittelpunkt einer Veranstaltung Anfang September im Museum für moderne Kunst MART in Rovereto, die Bürgermeistern, Kulturreferenten und Kulturarbeitern die Möglichkeit gab, mit den drei Kulturlandesrätinnen Elisabeth Zanon, Sabina Kasslatter Mur und Margherita Cogo zu diskutieren.
Die Basis für die Diskussionen, die sich im MART entspannen, lieferten die drei Kulturlandesrätinnen mit Einblicken in die jeweilige Situation ihres Landes, mit Daten zur Kultur- und Museenlandschaft, mit Ausblicken auf deren Entwicklung. Der Trend der Diskussion zeigte auf, dass Museen nicht mehr nur Ausstellungsorte sein sollten, sondern auch Instrumente für kulturelle Veranstaltungen verschiedenster Art und Größenordnung. Um diese Aufgabe aber wahrnehmen zu können, bedürfe es auch entsprechender Kooperationen, die über die Grenzen des eigenen Landes hinausgehen.
Landesrätin Sabina Kasslatter Mur regte an, eine möglichst breite Kooperation entlang einer Kultur- bzw. Museumsachse zwischen München und Verona anzustreben, auf der die drei Länder ihre kulturellen Aushängeschilder präsentieren können. Und auch Margherita Cogo stimmte darin überein, dass ein kulturelles Netzwerk in den drei Ländern notwendig sei. In diesem Zusammenhang regte Elisabeth Zanon an, die bereits früher bewährte Plattform der gemeinsamen Museumstage aller drei Länder für die Ausgestaltung dieses Netzwerks zu nutzen und mit Hilfe der dadurch gewonnenen Synergien die kulturelle Zusammenarbeit auf diesem Gebiet voranzutreiben.
Auch wenn man sich über dieses Fernziel einig ist, so bieten doch die verschiedenen Ausgangspunkte ganz unterschiedliche Möglichkeiten, angefangen beim Budget für die kulturellen und musealen Angebote, das sich von sechseinhalb Millionen Euro im Bundesland Tirol über acht Millionen Euro in Südtirol bis zu den 20 Millionen Euro im Trentino erstreckt. Kritik erntete dabei die Sichtweise, auf kulturelle Strukturen dieselben Kosten-Nutzen-Kriterien anzuwenden wie auf andere Investitionen.
Margherita Cogo berichtete, dass man im Trentino an einem neuen Kultur-Gesetz arbeite, um die vorhandenen Ressourcen effizienter nutzen zu können. Cogo wies bei dieser Gelegenheit darauf hin, dass man in der ganzen Diskussion rund um Kosten und Nutzen der Strukturen nicht außer Acht lassen dürfe, dass die Museen erstklassige Bildungseinrichtungen darstellten. Allein im Trentino würden jährlich 110.000 Schüler die dortigen einschlägigen Institutionen besuchen.
Thema der Diskussion war schließlich auch als konkretes Beispiel kultureller Zusammenarbeit die Landesausstellung 2005, die vom Bundesland Tirol im Zusammenwirken mit den beiden anderen Ländern gestaltet und organisiert wird.
26.11.2004







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