Erste vom Euregio-Observatorium ausgearbeitete Studie
Innsbruck, 25. Februar 2005. Die Gründungsmitglieder des "Euregio-Observatoriums" (Eurobs), die Bank für Trient und Bozen und die Universitäten von Bozen, Trient und Innsbruck - hier vertreten durch den Generaldirektor der Bank, Aldo Dante, die Professoren Dario Zadra, Enrico Zaninotto und Gottfried Tappeiner - haben die erste vom Observatorium ausgearbeitete Studie "Euregio: Export Dynamik" den akkreditierten Journalisten vorgestellt.
Innsbruck, 25 Februar 2005. Die Gründungsmitglieder des „Euregio-Observatoriums“ (Eurobs), die Bank für Trient und Bozen und die Universitäten von Bozen, Trient und Innsbruck - hier vertreten durch den Generaldirektor der Bank, Aldo Dante, die Professoren Dario Zadra, Enrico Zaninotto und Gottfried Tappeiner - haben die erste vom Observatorium ausgearbeitete Studie „Euregio: Export Dynamik“ den akkreditierten Journalisten vorgestellt.
Eurobs ist formal nach einem Jahr intensiver Vorarbeit in einer Studiengruppe in den ersten Januartagen entstanden. Die Studiengruppe war von den Gründungsmitgliedern einberufen worden und stand unter der Schirmherrschaft der Autonomen Provinzen von Trient und Bozen sowie des Landes Tirol.
Eurobs hat es sich nun zum Ziel gesetzt, mit einem wissenschaftlichen Ansatz die Beziehungen und die wirtschaftlich-kulturellen Entwicklungen innerhalb der Euregio zu erforschen. Das Observatorium bietet sich als permanente Anlaufstelle an, die gesellschaftlichen ebenso wie wirtschaftlichen Institutionen für Konsultationszwecke zur Verfügung steht.
Einige interessante Daten aus der ersten Studie betreffen die Exportanteile, die als Prozentsatz des jeweiligen Bruttoregionalproduktes definiert wurden (ausgeschlossen blieben die Exporte in Richtung Italien und Österreich, die dem Binnenmarkt zugeschlagen wurden). Demnach resultierte Tirol mit einem Exportanteil von 31%, während sowohl das Trentino als auch Südtirol auf 17% kommen.
Wichtigster Handelspartner ist für alle drei Regionen Deutschland, jedoch mit erheblichen Unterschieden in der Gewichtung; an zweiter Stelle folgen die USA für Trentino und Tirol, für Südtirol hingegen ist es Frankreich. Frankreich ist auch der drittplatzierte Bezugsmarkt für das Trentino. Die Schweiz hält diesen Rang für Tirol, während Großbritannien für Südtirol der drittwichtigste Exportpartner ist. Aufschlussreich ist auch die Analyse der Unterschiede in der Exportentwicklung für die wichtigsten Absatzmärkte im Zeitraum 1998 bis 2003. Dabei fällt ein deutlicher Zuwachs in der Größenordung von 41% für Tirol auf; es folgen das Trentino mit 24% und Südtirol mit 16% Zuwachs.
Ein bedeutender und innovativer Aspekt der Untersuchung ist die Berechnung des Euregio-Index, der die allgemeine Entwicklung der Absatzmärkte, gewichtet mit den jeweiligen Marktkonzentrationen der Euregio-Exporte, darstellt.
Der Index beruht auf der Zusammenstellung von Indexwerten, die das Verbrauchervertrauen in die wichtigsten Absatzmärkte zum Ausdruck bringen. Mit Hilfe des Indexes eröffnen sich insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen Möglichkeiten, die wichtigsten Informationen über die Entwicklung der Exportmärkte zu erhalten.
Eine abschließende Tabelle präsentiert die Euregio in Zahlen. Im Einklang mit den geographischen Gegebenheiten und den absoluten Bevölkerungszahlen weisen die Regionen auch ähnliche Charakteristiken auf. Insgesamt entspricht die Euregio einer Fläche von 26.300 km2 mit einer Bevölkerung von 1,66 Millionen Einwohnern.
Auffällig ist der hohe Anteil an alten Menschen im Trentino, nämlich über 18%, womit man um fast 5% Prozentpunkte höher liegt als in Tirol. Dies bedingt zusammen mit anderen Faktoren eine relativ niedrige Beschäftigtenzahl im Trentino im Vergleich zu den beiden anderen Regionen. Aus der unterschiedlichen Bevölkerungsstruktur ergibt sich wiederum für das Bruttoregionalprodukt ein geringeres Pro-Kopf-Einkommen des Trentino, das um 4.100 Euro niedriger liegt als in Tirol und um 2.300 Euro niedriger als in Südtirol.
Eine positive Gemeinsamkeit der drei Regionen ist die niedrige Arbeitslosenrate, die zwischen einem Höchstwert von 2,9% und einem Mindestwert von 2% liegt. Das sind im Vergleich zu mancher anderen Situation auf nationaler Ebene beneidenswerte Zahlen.
„Eurobs“: Entstehung und Zielsetzung
Die Bank für Trient und Bozen hat zu Beginn des Jahres 2004 mit den Universitäten von Trient, Bozen und Innsbruck die Gründung einer Studiengruppe vereinbart. Im Rahmen dieser Vereinbarung sollte nach Ablauf des ersten Tätigkeitsjahres eine permanente Beobachtungsstelle ("Observatorium") über die sozio-ökonomischen Aspekte der Euregio geschaffen werden.
Ziel dieser Bemühungen ist es, mit einem wissenschaftlichen Ansatz die Beziehungen und die wirtschaftlich-kulturellen Entwicklungen innerhalb der Euregio zu erforschen. Das Gebiet der Euregio umfasst bekanntermaßen die Autonomen Provinzen Trient und Bozen sowie das Land Tirol; diese fungieren als Schirmherren und verstehen sich als Teil eines Projektes, das sich durch gemeinsame Interessen und Zielsetzungen auszeichnet.
Die Fähigkeit der Euregio zur Bildung eines einheitlichen Entwicklungspols (interne Kohäsion) und die Stärke der Anziehungskraft der Region auf andere Gebiete (externe Attraktion) stehen im Zentrum der Analyse. Diese Faktoren werden anhand von objektiv wahrnehmbaren Anhaltspunkten analysiert. Dabei sollten auch die verbindenden Elemente zwischen Kohäsion und Attraktion identifiziert werden. Die Bemühungen gelten ferner dem Veständnis von Handelsströmen im Norden und Süden sowie ihren zugrunde liegenden Kräften. Diese wirken sich positiv auf die internen Beziehungen der Region aus, so dass für die Zukunft eine Konzentration bedeutender Investitionen zu erwarten ist.
Das Observatorium wurde formell im Januar 2005 ins Leben gerufen, nachdem die Arbeit der von den Gründungsmitgliedern gebildeten Studiengruppe gute Ergebnisse erbracht hatte. Sie bietet sich jetzt als Anlaufstelle an, die gesellschaftlichen ebenso wie wirtschaftlichen Institutionen zur Konsultation bereit steht.







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